Borussia Dortmund

Zum 70. Geburtstag: Rüssmann überzeugte beim BVB auf und neben dem Platz

Rekordsieg, Bundesliga-Skandal, Schande von Cordoba - Rolf Rüssmann erlebte eine turbulente Profikarriere. Beim BVB überzeugte er auf und neben dem Platz. Jetzt wäre er 70 Jahre alt geworden.
Überzeugte beim BVB auf und neben dem Platz: Rolf Rüssmann. © imago

Nicht viele Schalker haben in der Geschichte des BVB den Weg vom Schalker Markt zum Borsigplatz angetreten. Der Erste war Heinrich „Heini“ Kwiatkowski, der Anfang der 1950er-Jahre über die Zwischenstation Rot-Weiß Essen nach Dortmund kam. Reinhard „Stan“ Libuda gehörte dazu, der mit dem BVB 1966 den ersten Europapokal einer deutschen Mannschaft erstritt, und später auch Steffen Freund und Jens Lehmann.

Rolf Rüssmann als BVB-Spieler mit gutem Gespür für Humor

Zwischen Libuda und Freund liegt der Wechsel des Abwehrrecken Rolf „Rolli“ Rüssmann zur Borussia im Jahr 1980. Er blieb fünf Jahre und hat in diesem Zeitraum die meisten Spiele (149) der Schalker im BVB-Trikot abgeliefert.

Rüssmann überzeugte auch als Mann mit einem guten Gespür für Humor. Auf die Frage, was die BVB-Trainer Branko Zebec und seinem Nachfolger Karl-Heinz Feldkamp denn unterschiede, antwortete er: „Als wir Arminia Bielefeld mit 11:1 besiegten, hat sich Feldkamp diebisch gefreut und uns einen ausgegeben. Der Branko hätte sich über das Ergebnis geärgert und wäre beleidigt gewesen, weil wir nach seiner Taktik nur mit 1:0 hätten gewinnen dürfen und ein solcher Kantersieg aus seiner Sicht disziplinlos gewesen wäre.“ Eleganter konnte man zwischen dem offensiv ausgerichteten Feldkamp und dem streng ergebnisorientierten Trainer-Vorgänger kaum differenzieren.

Rüssmann gewinnt 1972 den DFB-Pokal mit BVB-Rivale Schalke

Rolf Rüssmann wurde am 13. Oktober 1960 in Schwelm geboren, wo er auch seine ersten Schritte als Kicker absolvierte. Es folgte die erste Zeit beim FC Schalke 04, die sportlich erfolgreich mit dem Pokalsieg 1972 gekrönt wurde. Da Rüssmann auch zu den Sündern des Bundesligaskandals gehörte, folgte eine langjährige Sperre mit anschließender Begnadigung. Nach einem Engagement in Brügge kehrte er zu den Blau-Weißen zurück. 1980 mussten die Schalker den in jeder Beziehung großen Abwehrstrategen aus Geldmangel nach Dortmund transferieren. Hier spielte er bis zu seinem Laufbahnende 1985.

Rolf Rüssmann war ein Fußballer von hoher Qualität. Das blieb auch dem DFB nicht verborgen, der ihn in 20 Länderspielen einsetzte. Dazu gehörte auch die unglücklich verlaufene Weltmeisterschaft in Argentinien, bei der er alle sechs Spiele der deutschen Elf bestritt. So auch die als „Schandspiel“ in die WM-Geschichte eingegangene 2:3-Niederlage gegen Österreich, bei der ihn Hans Krankl kurz vor Schluss verlud und den Siegtreffer erzielte. ÖRF-Reporter Eddi Finger flippte aus und wurde „narrisch“.

Rüssmann arbeitet als Manager in Mönchengladbach und Stuttgart

Nach seiner aktiven Zeit wurde Rüssmann mit unterschiedlichem Erfolg Manager von Borussia Mönchengladbach und dem VfB Stuttgart. Am 13. Oktober 2020 hätte Rolf Rüssmann seinen 70. Geburtstag gefeiert. Das aber war ihm nicht vergönnt, er starb 2009 im Alter von nur 58 Jahren nach einer schweren Krebserkrankung.

Während seiner BVB-Zeit hat sich Rüssmann stets als eloquenter, sehr umgänglicher und in jeder Situation freundlich-souveräner Sportsmann präsentiert, der stets ein offenes Ohr für die Fußballfans jedweder Couleur hatte.

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