Ausdruck großer Willensstärke: So jubelten Victor Palsson (hinten), Torschütze Ko Itakura und Thomas Ouwejan (r.) nach dem späten Schalker Ausgleich zum 1:1 beim Hamburger SV. © Tim Rehbein/RHR-FOTO
Schalke 04 / Kommentar

04 gute Gründe, um an den Schalker Aufstieg zu glauben

Schalke bläst ab Sonntag zur Aufholjagd, an deren Ende der Wiederaufstieg stehen soll. Beim Blick durch die königsblaue Brille gibt es für das Gelingen dieses Vorhabens sogar einige Argumente.

Ab jetzt gilt‘s: Spätestens mit dem Anpfiff der Partie Schalke gegen Kiel am Sonntag muss die Phase der königsblauen Selbstfindung nach dem Abstieg vorbei sein. Dann geht es nur noch um die Frage: Aufstieg oder nicht? Denn bei allem Bemühen, den Ball irgendwie flach zu halten, kann es für Schalke nur dieses eine Ziel geben.

16 Spiele bleiben noch, um zumindest die fünf Punkte Rückstand auf den Tabellenzweiten Darmstadt 98 aufzuholen. Als Tabellenvierter ist Schalke in Schlagdistanz zu den Aufstiegsrängen – aber das gilt auch für zahlreiche andere Vereine. Warum sollte es ausgerechnet Schalke schaffen? Blicken wir zum offiziellen Schalker Start ins Fußball-Jahr 2022 also einfach mal durch die königsblaue Brille – und wir sehen tatsächlich 04 gute Gründe, die den Glauben an den Schalker Wiederaufstieg beleben.

Noch ist keiner durch

1. Der FC St. Pauli und Darmstadt 98 stehen zwar relativ souverän oben, sind aber noch lange nicht durch. Bislang verbrachten sie die Saison als „Underdogs“, punkteten fleißig und durften sich ins Fäustchen lachen, wenn die „Großen“ wie der HSV, Werder Bremen und Schalke Punkte ließen. Diese Ausgangsposition hat sich nun verändert: Ab jetzt gelten St. Pauli und Darmstadt aufgrund ihrer bisher starken Leistungen und der Tabellen-Konstellation als die Aufstiegsfavoriten. Das erzeugt Druck, mit dem auch diese Klubs lernen müssen, umzugehen.

Und es steigert natürlich die Lust der Konkurrenz, es „denen da oben“ mal so richtig zu zeigen. Es wird spannend sein zu beobachten, wie St. Pauli und Darmstadt damit klarkommen. Zumal die Erfahrung lehrt – fragen Sie mal nach beim Hamburger SV – dass es in der Zweiten Liga einen langen Atem braucht, um aufzusteigen.

Entwicklung zuletzt gut

2. Wer die letzten Schalker Spiele gesehen hat, wird durchaus eine in die richtige Richtung gehende Entwicklung gesehen haben. Die Mannschaft hat zumindest gezeigt, dass sie aufsteigen will – das 1:1 in Hamburg war Ausdruck großer Willensstärke und nach dem frühen Rückstand auch die Dokumentation großer Dominanz. Es geht also auch im ja viel diskutierten Grammozis‘schen 3-5-2 oder je nach Interpretation 5-3-2-System, einen Gegner in die Enge zu treiben. Aber es müssen halt alle Spieler – das gilt aber für jede Taktik dieser Welt – mitmachen. Zuletzt schien es so, als habe die Mannschaft das begriffen.

Widerständen getrotzt

3. Schalke hat in dieser Saison schon mehreren Widerständen getrotzt. Zum einen der Schwarzmalerei, die Königsblauen könnten nach unten durchgereicht werden wie beispielsweise der 1. FC Kaiserslautern oder der MSV Duisburg. Auch personell wurden Rückschläge weggesteckt: Kapitän Latza fiel monatelang aus, Torjäger Terodde wochenlang – aber Schalkes ja in der Tat völlig neu formierte Mannschaft blieb hartnäckig in Aufstiegs-Reichweite. Und steht nach wie vor in dem Verdacht, ihr tatsächliches Potenzial noch gar nicht komplett ausgeschöpft zu haben.

Zuschauer als Trumpf

04. Spielen wir einfach mal weiter auf der optimistischem Klaviatur und hoffen darauf, dass sich die ganz große Corona-Aufregung im Frühjahr zumindest bis zur nächsten neuen Virus-Variante wieder etwas gelegt hat. Das könnte dann bedeuten, dass auch wieder Zuschauer in die Stadien dürfen – und zwar mehr als die 750, die am Sonntag in der Veltins-Arena zugelassen sind. Eine volle Hütte im Saison-Endspurt – hier hätte Schalke dann wirklich noch einen Aufstiegs-Trumpf im Ärmel.

Wenn man wirklich will, gibt es also tatsächlich gute Gründe, um an den Schalker Aufstieg zu glauben. Über allem steht allerdings: Glauben heißt nicht Wissen…

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