Hertha-Trainer Pal Dardai über das Nachholspiel auf Schalke: „Unser Bonus-Spiel. Wir versuchen, den Joker zu ziehen.“ © dpa
Schalke 04

04 Stunden vor dem Spiel: Schalke 04 empfängt Hertha BSC Berlin

Nachholspiel vom 31. Spieltag. Für Hertha ist die Lage brenzlig. Absteiger Schalke sehnt das Saisonende herbei. Anstoß: 18 Uhr, Veltins-Arena. Live-Ticker ab 17.45 Uhr: www.ruhrnachrichten.de

Die Ausgangslage: Das Nachholspiel rundet den 31. Spieltag ab. Hertha BSC kann mit einem Sieg einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt machen, mit einer Niederlage bleiben die Berliner weiter mittendrin in der Abstiegs-Verlosung. Absteiger Schalke sehnt das Saisonende herbei, jede Partie nach dem feststehenden Abstieg ist eine Kombination aus Abschiedstournee und Schaulaufen. Das „Casting“ hat längst begonnen: Mit 39 (!) eingesetzten Spielern hat Schalke in dieser Saison einen Bundesliga-Rekord aufgestellt.

Die Besonderheit: Die Partie stand im Zeichen von Corona. Zunächst musste sie verlegt werden, weil die Mannschaft von Hertha BSC in Quarantäne musste. Und auch die Nachholpartie „wackelte“ – Schalke meldete drei positive Corona-Tests. Nach Absprache mit den zuständigen Behörden wurde allerdings „grünes Licht“ erteilt. Für Hertha BSC Berlin ist es das dritte Spiel innerhalb von sechs Tagen.

Das Personal: Schalke fehlen Mark Uth (nach fünfter Gelber Karte gesperrt), Kilian Ludewig, Hamza Mendyl, Matija Nastasic, William, Nabil Bentaleb, Nassim Boujellab, Omar Mascarell (alle verletzt bzw. im Aufbautraining) und Benjamin Stambouli (Pause nach Kiefer-Operation). Hertha BSC Berlin muss auf Rune Jarstein (Covid-19) sowie Maximilian Mittelstädt, Jhon Cordoba, Marvin Plattenhardt, Dodi Lukebakio, Luca Netz, Mattéo Guendouzi und Matheus Cunha (alle verletzt, angeschlagen oder im Aufbautraining) verzichten. Der Einsatz des angeschlagenen Sami Khedira ist fraglich.

Das letzte Schalker Bundesliga-Heimspiel gegen Hertha BSC: Am 4. Februar 2020 war die Hertha letztmals zu Gast auf Schalke – allerdings im DFB-Pokal. Die Königsblauen gewannen das Achtelfinale mit 3:2 nach Verlängerung. Das letzte Bundesliga-Spiel auf Schalke gewannen die Blau-Weißen am 31. August 2019 mit 3:0. Am 3. Spieltag der Saison 2019/20 war die Welt noch halbwegs in Ordnung – es war der erste Sieg unter Trainer David Wagner. Niklas Stark und Karim Rekik hatten mit ihren Eigentoren für die Schalker 2:0-Führung gesorgt, das 3:0 erzielte Jonjoe Kenny.

Das Hinspiel: Das erste Spiel des Jahres, das erste Spiel unter der Regie des neuen Trainers Christian Gross – aber im Prinzip begann am 2. Januar 2021 alles genau so wie das alte Jahr und die kurze Ära von Manuel Baum und die noch kürzere von Interimscoach Huub Stevens geendet hatten. Schalke konnte phasenweise zwar einigermaßen mithalten, aber es reichte auch nicht bei zu diesem Zeitpunkt selbst stark verunsicherten Berlinern. Die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia gewann völlig verdient mit 3:0. Die Tore erzielten Mattéo Guendouzi, Jhon Cordoba und Krzysztof Piątek.

Das sagen die Trainer:

Dimitrios Grammozis (Schalke 04): „Wir werden nichts abschenken und nicht weniger tun. Unser ganz, ganz große Ziel ist es, die Saison so positiv wie möglich abzuschließen. Beim Spiel in Hoffenheim haben die Spieler das nicht absichtlich gemacht. Nach den ersten Gegentoren sind die Köpfe runtergegangen und das Kopfkino hat wieder angefangen. Jetzt noch mal alles über den Haufen zu schmeißen, wäre nicht zielführend. Junge Spieler werden weiter eine Plattform bekommen, sich zu zeigen. Das ist wichtig, um Erkenntnisse zu gewinnen.“

Pal Dardai (Hertha BSC Berlin): „Einen Punkt würden wir akzeptieren, drei wären ein Traum. Unser Bonus-Spiel. Wenn du den Joker ziehst, sieht alles gut aus. Wir bleiben fleißig, ehrlich, konsequent und versuchen, den Joker zu ziehen. Wie die Lage auf Schalke ist – damit beschäftigen wir uns nicht.“

So könnten sie spielen:

Schalke 04: Fährmann – Becker, Sané, Mustafi – Flick, Kolasinac, Bozdogan – Serdar, Harit – Huntelaar, Hoppe

Hertha BSC Berlin: Schwolow – Pekarik, Boyata, Alderete, Torunarigha – Leckie, Tousart – Dilrosun, Darida, Radonjic – Piatek

Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)

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