Abbruch statt Aufbruch: Schalkes digitale Mitgliederversammlung (hier das Podium in der Veltins-Arena) musste aus technischen Gründen abgebrochen werden. © dpa
Schalke 04

Abbruch statt Aufbruch: Wie geht es auf Schalke jetzt weiter?

Das Versammlungs-Fiasko und seine möglichen Folgen. Dr. Buchta entschuldigt sich bei den Mitgliedern. Technische Probleme bei den Probe-Abstimmungen führen zum vorzeitigen Aus.

Am Anfang lief noch alles wie geschmiert: Pünktlich um 9.04 Uhr eröffnete Dr. Jens Buchta die Schalker Mitgliederversammlung. Das war es dann aber im Prinzip auch schon – denn gleich bei der kurz danach vorgenommenen ersten Probe-Abstimmung deutete sich an, dass das erste digitale Treffen in der Geschichte der Schalker Vereinsfamilie zu einem Fiasko werden würde. Um 15.09 Uhr wurde die Versammlung offiziell abgebrochen und für beendet erklärt.

Schalke war „gewarnt“

Statt Aufbruch gab es auf Schalke also den Abbruch – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Von der Mitgliederversammlung erhoffte sich der Verein ein Signal im Hinblick auf eine bessere Zukunft, stattdessen mussten die Königsblauen erkennen, dass sie in dieser Saison selbst auf dieser Ebene komplett gescheitert sind. Aufsichtsrats-Vorsitzender und Versammlungsleiter Dr. Jens Buchta blieb am Ende nur ein zerknirschtes Statement: „Wir wussten um die enormen technischen Herausforderungen einer solchen Veranstaltung. Nun bitten wir die Mitglieder um Entschuldigung für die entstandenen Unannehmlichkeiten.“

Schalke war gewarnt: Schon am Samstag hatte Zweitliga-Aufsteiger Dynamo Dresden seine digitale Versammlung wegen technischer Probleme abbrechen müssen – obwohl dort „nur“ 411 Vereinsmitglieder zugeschaltet waren. Bei Schalke waren es zu Versammlungsbeginn schon ca. 7.500, die Augenzeugen einer Chaos-Veranstaltung wurden.

Am Boden zerstört

Ständig gab es lange Unterbrechungen. Es stellte sich heraus, dass ein erheblicher Teil der Mitglieder aus technischen Gründen nicht bei den Abstimmungen hätte berücksichtigt werden können. Das Problem ließ sich nicht beheben, obwohl Tagesordnungspunkte vorgezogen wurden, um das Zeitfenster zu den Wahlen zum Aufsichtsrat etc. weiter geöffnet zu halten. Alle Vorbereitungen, alle (gelungenen) Tests der Organisatoren um Technik-Chef Ashkan Maleki und Fan-Direktor Sebastian Buntkirchen waren für die Katz‘ – die „Macher“ waren am Boden zerstört.

Wie geht es nun weiter? Wahrscheinlich wird Schalke zunächst einmal die Zusammenarbeit mit dem zuständigen Dienstleister parasol island auf den Prüfstand stellen, der nach Informationen unserer Zeitung immerhin ca. 800.000 Euro für seine Arbeit kassieren soll – es wird dabei auch um Schadensersatz-Forderungen gehen. Und Schalke muss nun erneut zu einer Mitgliederversammlung einladen – das wird eine außerordentliche sein, vielleicht sogar eine Präsenz-Veranstaltung. Weil es eine außerordentliche Versammlung ist, ist die Einladungsfrist nicht so ausgedehnt wie bei einer turnusmäßigen Versammlung. Es könnte rein theoretisch also recht fix gehen.

Mannschaft trifft sich Montag

Schalkes Mannschaft trifft sich indes am Montag zu ersten medizinischen Untersuchungen und Tests, am Donnerstag ist Trainingsbeginn – auch die Abwanderungs-Kandidaten sind geladen. Schalke wartet sehnsüchtig auf den Aufbruch.

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