Schalke 04

Am Dienstag könnte Schalkes Abstieg perfekt sein

Das Schalker Aufschwung-Gerede nach ordentlichen Vorstellungen in
Suat Serdar (r.) wurde nach 56 Minuten ausgewechselt. © dpa

Dabei zeigten die Königsblauen eine insgesamt deprimierende Vorstellung. Am Dienstag könnte der vierte Bundesliga-Abstieg der Vereinsgeschichte perfekt sein. Verliert Schalke in Bielefeld, wäre der Gang indie 2. Liga perfekt, unabhängig von den anderen Ergebnissen der Mitkonkurrenten im Abstiegskampf.

Dimitrios Grammozis war nach eigenen Worten „verwundert über die Art und Weise“, wie sich seine Mannschaft im Breisgau präsentierte. „Man kann in Freiburg verlieren. Doch das war ein Rückschlag, den wir uns nicht erlauben können“.

Eine Änderung in der Startelf

Gegenüber der Startformation vom Sieg gegen Augsburg hatte der Schalker Trainer die Mannschaft nur auf einer Position

verändert: Für Bastian Oczipka spielte Sead Kolasinac, Mark Uth stand

erstmals nach seiner langen Verletzung wieder im Kader.

Den SC Freiburg schien das herzlich wenig zu interessieren, das Team von Trainer Christian Streich gab von Beginn an den Ton an. Schon in der dritten Minute hatte Ermedin Demirovic eine große Chance, die Ralf

Fährmann allerdings noch vereiteln konnte. Vier Minuten später war

Schalkes Torhüter machtlos: Benjamin Stambouli hatte einen langen

Freiburger Ball Richtung S04-Tor völlig falsch berechnet, am Ende der

Kombinationskette der Gastgeber vollendete Lucas Höler zum 1:0.

Sinnfreies Foulspiel von Huntelaar

Schalke fand im Prinzip gar nicht statt. Nichts war zu sehen von neuem

Mut nach dem Augsburg-Sieg, nichts zu entdecken von dem Willen, die

klitzekleine theoretische Chance auf den Klassenerhalt doch noch nutzen zu wollen. Freiburg blieb Herr im Hause, begünstigt auch durch seltsame Schalker Fehler, vor denen offenbar nicht mal ein Routinier wie Klaas-Jan Huntelaar nicht gefeit ist.

Der Niederländer leistete sich ein völlig sinnfreies Foulspiel gegen Roland Sallai, das Schiedsrichter Tobias Reichel erst nach Video-Ansicht als solches entlarvte. Die dann logische Konsequenz war Elfmeter – den verwandelte Sallai persönlich zum 2:0 (22.) Zwei Minuten später hatte Sallai noch eine Chance, diesmal konnte Fährmann parieren.

Löw sieht desolate Schalker

Vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw ließ Freiburg es nun ein

wenig entspannter angehen, ohne dass Schalke davon hätte profitieren

können. Nach 45 Minuten lautete die deprimierende Bilanz aus

Gäste-Sicht: Keinen Schuss aufs Freiburger Tor abgegeben, 67 Prozent

Ballbesitz für den Sport-Club. Und eben auch das Entscheidende: 2:0 für Freiburg.

An dem tristen Schalker Gesamtbild änderte sich auch im zweiten

Durchgang nichts. Schon in der 49. Minute profitierte Christian Günter

von einem Ballverlust Suat Serdars und traf zum 3:0 – damit war die

Messe im Prinzip gelesen. Schalkes Auftritt hätte überschrieben werden

können mit „Erste Allgemeine Verunsicherung“ – und das gegen eine

Mannschaft, die von den vergangenen fünf Spielen vier verloren hatte.

Doppelpack von Günter

Nach dem 3:0 hatte Schalke dann zwar etwas mehr Spielanteile, doch bis auf ein alibimäßiges Hin- und Hergeschiebe des Balles sprang dabei lange nichts heraus. In der 62. Minute gab der eingewechselte Uth dann immerhin den ersten Schalker Torschuss ab, dem er in der 70. noch einen weiteren folgen ließ – ohne allerdings auch für Gefahr zu sorgen.

Da war der SC Freiburg schon aus einem ganz anderen Holz geschnitzt: Mit dem ersten Doppelpack seiner Bundesliga-Geschichte traf Christian Günter aus der Distanz zum 4:0-Endstand. Klaas-Jan Huntelaar scheiterte nach schöner Vorarbeit von Sead Kolasinac in der 85. Minute an Freiburgs Torhüter Florian Müller.

Zehn Gegentore in drei Partien

0:4, 0:2, 0:4 – so lautet die Schalker Bilanz aus den letzten drei

Spielen gegen den SC Freiburg. Vor dem Spiel hatte Grammozis noch

gesagt, ob es die richtige Entscheidung gewesen sei, der Mannschaft nach dem Augsburg-Spiel zwei trainingsfreie Tage zu gewähren, werde man in Freiburg sehen. Eines lässt sich sicher sagen: Gedankt hat es ihm sein Team nicht…

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