Rouven Schröder steckt mitten in schwierigen Kaderplanungen. © dpa

Die Schalker Kaderplanung ohne Klaas-Jan Huntelaar und Sead Kolasinac

Schalke 04 muss seine Zweitligasaison ohne Klaas-Jan Huntelaar und Sead Kolasinac planen. Das hat Konsequenzen für die Kaderplanung, die sich extrem schwierig gestaltet.

Dass der Abschied von Klaas-Jan Huntelaar und Sead Kolasinac Schalke 04 schmerzt, ist keine Frage. Aber der Verein muss den wirtschaftlichen Gegebenheiten Rechnung tragen. Deshalb blieb den Königsblauen keine Wahl.

Dies machte Sportvorstand Peter Knäbel auch in seinem Statement deutlich. „Mit Blick auf die derzeitige Budget- und Kaderstruktur war sie alternativlos. So ehrlich müssen wir sein“, betonte der 54-Jährige. Co-Trainer Mike Büskens hob nicht nur den sportlichen Wert, sondern auch die charakterlichen Qualitäten der beiden Spieler hervor: „Herzlichen Dank für Euren Einsatz und das ich Euch auf diese Art kennenlernen und wertschätzen konnte.“

Wer folgt als nächstes?

Das Duo war im Winter zu den Königsblauen zurückgekehrt, um den Abstieg noch zu verhindern – ohne Erfolg. Huntelaar, der zunächst verletzt ausfiel, gelangen in neun Einsätzen zwei Tore. Kolasinac, der die Kapitänsbinde übernahm, absolvierte 17 Partien und erzielte ein Tor.

Weitere prominente Namen muss Schalke unbedingt von der Gehaltsliste bekommen, um auf dem Transfermarkt wenigstens auf Schnäppchenjagd gehen zu können. Bei Großverdiener Sebastian Rudy wird eine Vertragsauflösung angestrebt, Spieler wie Ozan Kabak, Amine Harit und Suat Serdar sollen nennenswerte Transfererlöse bringen.

Stürmer gesucht

Für die Kaderplanung bedeutet dies, dass ein langer Atem bis zum Transferschluss am 31. August benötigt wird. Priorität hat für Schalke die Verpflichtung eines weiteren Angreifers. Gesucht wird ein Sturmpartner für Simon Terodde. Schalke hat zwar auch noch Matthew Hoppe zur Verfügung, doch nur zwei zentrale Stürmer wären zu wenig, um den Wiederaufstieg anzugehen.

Bei allem Talent, dass Hoppe besitzt, muss man solch einem jungen Spieler zugestehen, dass er nicht konstant auf hohem Niveau spielen kann. Höhen und Tiefen müssen einkalkuliert werden.

„Gesunde Mischung“

Die Kaderplanung bleibt für Sportdirektor Rouven Schröder „eine absolute Herausforderung, da brauchen wir nichts zu beschönigen“. Eine „gesunde Mischung“ aus Routiniers und Talente ist für Schröder der Schlüssel für eine erfolgreiche Saison. Handlungsbedarf besteht vor allem auf den beiden offensiven Außenbahnen. Dies war eine gravierende Schwachstelle in der Abstiegssaison. Gerade Simon Terodde braucht als Strafraumstürmer gute Flanken, die er verwerten kann.

Bei Kolasinac hat Schalke bereits für Ersatz gesorgt mit der Ausleihe von Linksverteidiger Thomas Ouwejan von AZ Alkmaar. Der 24-jährige, ausgebildet in Alkmaar, hatte die vergangene Spielzeit auf Leihbasis in Italien verbracht. Für Udinese kam Ouwejan 15-mal in der Liga zum Einsatz und steuerte zwei Torvorlagen bei.

Lieblingssystem 3-5-2

Da Udine im 3-5-2 auflief, sollte Ouwejan die Eingewöhnung in Gelsenkirchen nicht schwerfallen. Auch Schalke-Trainer Dimitrios Grammozis präferiert eine Dreierkette mit offensiven Außenverteidigern.

Außerdem fahndet Schalke nach einem Zehner, der für die spielerische Komponente im Mittelfeld die Verantwortung trägt. Aber auch diese Suche kann sich hinziehen, so lange nicht weitere Spieler des eigenen Kaders verkauft werden können.

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