Heinz-Jürgen Kallerhoff kandidiert für den Schalker Aufsichtsrat. © Schalke 04

„Es muss wieder mehr das Schalker Leitbild gelebt werden“

Zehn Kandidaten hat der Schalker Wahlausschuss zugelassen, fünf werden am 13. Juni auf der digitalen Mitgliederversammlung gewählt. Heinz-Jürgen Kallerhoff gehört zum Kandidatenkreis.

Heinz-Jürgen Kallerhoff redet nicht lange um den „heißen Brei“ herum. „Als Schalke-Fan habe ich in den vergangenen Wochen und Monaten sehr gelitten. Oft hat es mich Überwindung gekostet, die Spiele unserer Mannschaft überhaupt zu verfolgen“, erzählt der 66-Jährige im Gespräch mit dieser Zeitung.

Der gebürtige Hammer ist seit 2001 Vereinsmitglied, aber Schalke-Anhänger eigentlich schon sein Leben lang. Dabei gibt es nicht nur eine emotionale Beziehung zu den Königsblauen, sondern auch eine berufliche, weil er als Vorstand der R+V Versicherung erheblich daran beteiligt war, dass sein Arbeitgeber mit Schalke 04 seit 2015 ein Sponsoring als Premiumpartner einging, das bis heute Bestand hat.

Mitglieder mitnehmen

Wichtig ist es Kallerhoff in diesem Zusammenhang zu betonen, dass er als Vorstand der Genossenschaftlichen FinanzGruppe der Volksbanken und Raiffeisenbanken der Mitgliederorientierung immer großen Stellenwert eingeräumt hat.

Auf Schalke bezogen bedeutet dass für ihn, dass Plattformen geschaffen werden müssen, wo sich Schalker Entscheidungsträger und Fans regelmäßig austauschen. Kallerhoff: „Das Leitbild in unserer Satzung muss wieder aktiver gelebt werden. Ich hatte in der Vergangenheit zu oft den Eindruck, dass jeder sein eigenes Süppchen kommt. Es muss mehr miteinander als übereineinander gesprochen werden“.

Krisenerprobter Teamplayer

Er versteht sich als Teamplayer, der durch seine Tätigkeit für Konzerne und mittelständische Unternehmen auch krisenerprobt ist. Aber kann der Aufsichtsrat für neue Impulse sorgen, wenn es keinen Umbruch gibt? Denkbar wäre ja zum Beispiel, dass die vier Mitglieder wiedergewählt werden, die schon einige Jahre im Aufsichtsrat sitzen.

Kallerhoff bezieht hier zwischen den Zeilen klar Stellung, wenn er sagt: „Die Mitglieder haben bei den Wahlen ja die Möglichkeit ein Zeichen zu setzen. Ich bin ein Anhänger von Personen, die Verantwortung übernehmen, wenn die Ergebnisse – wie jetzt zum Beispiel in Bremen – nicht stimmen“.

„Mit einer Stimme sprechen“

Der Aufsichtsrats-Kandidat beklagt neben den sportlichen und finanziellen Problemen auch die schlechte Außendarstellung des Vereins. „Wir müssen wieder mit einer Stimme sprechen“, betont Kallerhoff, der sich beim Thema Ausgliederung faire Diskussionen und keine Stimmungsmache wünscht.

Insgesamt gesehen glaubt der Kandidat, dass Schalke einen beschwerlichen Weg vor sich hat. Er bleibt aber optimistisch: „Wir stecken in einer schweren Krise. Ich befürchte, wir haben die volle Dimension noch gar nicht erkannt. Die vielen Baustellen müssen konsequent gesichtet und abgearbeitet werden. Der nachhaltige sportliche Erfolg ist der entscheidende Faktor für die Bewältigung der Krise. Wir werden gemeinsam wieder auf die Erfolgsspur zurückfinden.“

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