Für Norwegen am Ball: Schalkes neuer Außenbahnspieler Andreas Vindheim (l.) im November 2020 bei seinem bislang einzigen Einsatz in der A-Nationalmannschaft. Rechts Österreichs Stefan Lainer von Borussia Mönchengladbach. © imago
Schalke 04

Konkurrenz überflügeln: Warum Schalke Andreas Vindheim ausgeliehen hat

Der neue Schalker Außendienst-Mitarbeiter soll auf der rechten Seite das erreichen, was „Flankenmaschine“ Thomas Ouwejan auf der linken schafft - ganz im Sinne von Klaus Fischer...

Die „Mission Wiederaufstieg“ setzt der FC Schalke 04 mit einem neuen Außendienst-Mitarbeiter fort: Der 26-jährige Norweger Andreas Vindheim wurde zunächst bis zum Saisonende von Sparta Prag ausgeliehen und soll die Aktivitäten auf der rechten Schalker Außenbahn beleben.

Da war im bisherigen Saisonverlauf nämlich deutlich weniger los als auf der linken Schalker Seite, wo sich Thomas Ouwejan als „Flankenmaschine“ Bestnoten verdiente und in die Notizbücher diverser Erstliga-Spione katapultierte. Rechts mühten sich mal Mehmet Can Aydin, mal Reinhold Ranftl meistens zwar ganz solide, aber ohne vollends zu überzeugen.

Aydin fällt vorerst aus

Insofern ist der Transfer von Andreas Vindheim nicht nur eine Reaktion auf den Ausfall von Aydin, der wegen einer Oberschenkelverletzung wahrscheinlich wochenlang fehlen wird. Sportdirektor Rouven Schröder sieht mit der Verpflichtung Vindheims „unser Ziel, den Konkurrenzkampf auf beiden Außenbahnen zu erhöhen, frühzeitig erfüllt“.

Das heißt: Vindheim soll vor allem Ranftl Beine machen, wenn ihn nicht gar buchstäblich „überflügeln“ – und eventuell sogar als Alternative für Ouwejan zur Verfügung stehen, sollte der mal pausieren müssen.

Kaufoption gesichert

Aber prinzipiell ist Vindheim auf dem rechten Flügel eingeplant – im Schalker System mit der Dreier- bzw. Fünferkette wäre er dann wie Ouwejan, Ranftl und Aydin ein Pendler zwischen Abwehr und Offensive. Bei Sparta Prag, wo Vindheim seit 2019 spielt und einen Vertrag bis 2024 hat, war der Norweger nur noch sporadisch zum Einsatz gekommen.

Schalke hat mit Sparta, wo der Ex-Dortmunder Tomas Rosicky Sportdirektor ist, eine Kaufoption vereinbart, nach RN-Informationen ging der Transfer ohne Zahlung einer Leihgebühr über die Bühne.

„Im Training alles reinwerfen“

Mit Andreas Vindheim hat Schalke einen weiteren A-Nationalspieler in seinen Reihen: Im November 2020 debütierte der Außenbahnspieler in der UEFA Nations-League für die norwegische Nationalmannschaft – beim Spiel in Österreich (1:1) wurde Vindheim in der 86. Minute eingewechselt, es blieb bis heute allerdings sein einziger Einsatz in der A-Nationalmannschaft.

Auf Schalke will sich Vindheim nun wieder mehr in den Blickpunkt spielen als das zuletzt in Prag der Fall war: „Ich bin sehr glücklich, dass mich mein Weg nun zu Schalke führt. Ich möchte möglichst viele Spiele machen und gewinnen, das ist doch klar. Dafür werde ich ab sofort in jedem Training alles reinwerfen, was ich habe, um den Trainer von meinen Fähigkeiten zu überzeugen.“

Mehr Tempo, mehr Flanken

Offensiv wird Vindheim nach Meinung von Rouven Schröder „durch sein Tempo und seine Flanken unser Spiel bereichern, er besitzt außerdem ein hohes Spielverständnis, auch gegen den Ball“.

Mehr Tempo, mehr brauchbare Flanken – was links vorzüglich klappt, soll rechts im Kampf um den Aufstieg nicht zur Achillesferse werden. Schalke gibt mit der Ausleihe von Vindheim auch ein Signal an die Konkurrenz, im Bemühen um die sofortige Rückkehr in Liga eins nichts unversucht zu lassen.

„Terodde muss gefüttert werden“

Auch Schalkes Sturm-Idol Klaus Fischer hatte in einem RN-Gastkommentar neulich darauf hingewiesen, dass er noch vor einem neuen Stürmer die Priorität bei möglichen Neuverpflichtungen eher auf der rechten Außenbahn sieht: „Wenn Terodde spielt, muss er mit Flanken gefüttert werden. Da kommt mir von rechts zu wenig.“ Dafür hat Schalke jetzt mit Andreas Vindheim einen neuen Mann im Außendienst.

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