Ein enger Freund von Reinhard "Stan" Libuda: Karl-Heinz Bechmann. © Privat
Schalke 04

Libuda Umbettung: Keine Einladung für seinen besten Freund

Gern hätte sich Karl-Heinz Bechmann am Samstag auf den Weg gemacht, um bei der Umbettung von „Stan“ Libuda dabei zu sein. Aber der beste Freund des Ausnahmekickers erhielt keine Einladung.

Selbst bei hohem Verkehrsaufkommen, mehr als 20 Minuten hätte Karl-Heinz Bechmann nicht gebraucht, um von seinem Wohnort in Herten-Westerholt zum Schalker Fan-Friedhof zu gelangen. Dort werden am Vormittag die sterblichen Überreste seines jahrzehntelang besten Freundes Reinhard „Stan“ Libuda in einem symbolischen Akt umgebettet. Auf Initiative der Stiftung „Schalker Markt“ wird damit ein neuer Erinnerungsort für einen der größten Schalker Spieler aller Zeiten geschaffen.

Diese findet allerdings ohne Karl-Heinz Bechmann statt. Er hat keine Einladung erhalten. Obwohl der Personenkreis wegen der schwierigen Corona-Lage verständlicherweise klein bleiben muss, ist es schon erstaunlich, dass niemand von den Organisatoren auf die Idee gekommen ist, Libudas besten Freund einzuladen.

Seit Kindesbeinen eng verbunden

Sein Name ist zwar nicht mit solch großen Schalker Erfolgen verbunden, wie sie Klaus Fichtel oder die Kremers-Zwillinge feierten, die am Samstag dabei sein wollen, doch darauf sollte es bei solch einer Veranstaltung doch wohl eher nicht ankommen.

Bechmann will kein „großen Fass“ wegen seiner Nichtberücksichtigung aufmachen, denn er ist niemand, der sich in den Vordergrund drängt. Aber dass er enttäuscht ist, daraus macht er keinen Hehl. „Ich bin schon ein bisschen traurig, aber das ist eben Schalke“, seufzt der 77-Jährige, der Zeit seines Lebens auch immer ein kritischer Wegbegleiter „seines“ Vereins war.

Deshalb erinnert er sich in diesen Tagen viel lieber an die lange Wegstrecke, die er mit „Stan“ Libuda gemeinsam erleben durfte. Da war die Jugendzeit, die Spiele in der Jugend-Nationalmannschaft und dann natürlich die ersten Bundesliga-Jahre mit den „Königsblauen“.

Insgesamt 75 Bundesligapartien mit sieben Toren absolvierte Bechmann für Schalke in den Jahren 1963 bis 1967, wo er später von 1990 bis 1994 auch ein sehr erfolgreicher C-Jugendtrainer war. Nicht vergessen werden sollte auch sein größter sportlicher Erfolg: Die sensationelle Deutsche Vizemeisterschaft 1969 mit Alemannia Aachen.

In seiner eigenen Jugendzeit entwickelte sich schnell eine Freundschaft zu „Stan“ Libuda. „Das Ausnahme-Talent von ihm war früh sichtbar. Er hat schon im Training Dinge gemacht, dass wir nur mit den Augen gerollt haben“, erinnert sich Bechmann an seinen Freund und Mannschaftskameraden, dessen Trauzeuge er später wurde.

Ihre Wege trennten sich auch nach der Fußballer-Karriere nicht. In einer Papierveredelungsfirma arbeiteten sie noch einige Jahre zusammen, ehe der viel zu frühe Tod von Libuda im Alter von nur 52 Jahren nicht nur bei Bechmann tiefe Trauer auslöste.

Erinnerungen bleiben

In jedem Buch, in dem „Stan“ Libuda ein Thema ist, findet sich auch der Name Karl-Heinz Bechmann. Nur die Stiftung „Schalker Markt“ scheint das übersehen zu haben. Bechmann wird es verkraften, denn die Erinnerungen an seinen besten Freund kann ihm keiner nehmen.

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