Zur Sache ging es schon gegen den HSV: In Kiel wartet auf Schalke am Sonntag dann definitiv die raue Zweitliga-Wirklichkeit. Dominick Drexler (r.) trug selbst zwei Jahre lang das Holstein-Trikot. © Tim Rehbein/RHR-FOTO
Schalke 04

Luftveränderung: In Kiel erwartet Schalke die raue Zweitliga-Realität

Gegen den HSV roch es irgendwie noch nach Erster Liga: Am Sonntag in Kiel geht es aber ans „Eingemachte“. Rodrigo Zalazar im Gespräch als Latza-Ersatz.

Es spielten in der Veltins-Arena gegeneinander der FC Schalke 04 und der Hamburger SV. Große Namen, ein großes Stadion, Stimmung, Freitagabend, Flutlicht – irgendwie roch das alles noch nach Erster Bundesliga.

Am Sonntag spielt der FC Schalke 04 um 13.30 Uhr (Sky überträgt live) bei Holstein Kiel. Im Holstein-Stadion, das ca. 15.000 Besucher fasst, sind etwas mehr als 4.000 Zuschauer zugelassen, ausschließlich Anhänger der Kieler „Störche“. An der Ostsee soll es ab dem frühen Nachmittag regnen. Losgelöst davon: Schalke steht vor einer Luftveränderung, vor allem atmosphärisch. Denn in Kiel wird nichts mehr an die Erste Liga erinnern. In Kiel wartet auf Schalke die raue Zweitliga-Wirklichkeit. Nur ein sachlicher Hinweis, keine in diesem Zusammenhang vielleicht zu vermutende Wertung: Schalke reist mit dem Zug an.

Drexler: Immer gewinnen wollen

Dominick Drexler hat von 2016 bis 2018 zwei (gute) Jahre bei Holstein Kiel gehabt. Er stieg mit Kiel in die Zweite Liga auf und scheiterte mit Holstein in der Relegation gegen Wolfsburg am Bundesliga-Aufstieg. Schalkes Neuzugang weiß also um die Schwere solcher Aufgaben, will die in Kiel aber gar nicht mal besonders oder wegen seiner persönlichen Vergangenheit separat bewertet wissen.

Drexler geht vielmehr davon aus „dass es einige Spiele geben wird, die Schalke 04 in dieser Form so noch nicht hatte. Das gilt aber nicht nur für den Sonntag, sondern auch für das Pokalspiel in einer Woche in Villingen. Für uns ist wichtig, dass wir in jedem Spiel so auftreten müssen, dass wir es unbedingt gewinnen wollen.“

Grammozis kontert Kritik

Das klingt einleuchtend, hat aber auch seine Tücken. Denn über die Herangehensweise gibt es ja unterschiedliche Ansichten. Nach der 1:3-Niederlage gegen den HSV fühlten sich Kritiker von den Zahlen bestätigt: Schalke hatte keine 30 Prozent Ballbesitz – und das in einem Heimspiel und in der Zweiten Liga, in der Schalke doch dominanter auftreten müsse. Der Grund für die Niederlage war also gefunden.

Schalkes Trainer Dimitrios Grammozis kontert: „Mehr Ballbesitz bedeutet für mich nicht automatisch auch mehr Dominanz. Wenn wir unsere Chancen gegen den HSV genutzt hätten, würden wir heute nicht über Ballbesitz reden. Und wenn man defensiv so gut steht, dass man wie wir gegen den HSV lange kaum Torchancen zulässt, ist das auch eine Form von Dominanz.“

Holstein noch ohne Erstliga-Spiel

Kiel hat in der Vorsaison zum zweiten Mal den Aufstieg knapp in der Relegation verpasst, setzte nun den Start (0:3 in St. Pauli) in den Sand und bekam – auch der Ex-Schalker Steven Skrzybski – verheerende Kritiken. Schalke muss erstmals den lange verletzten Kapitän Danny Latza ersetzen. Vielleicht schlüpft Drexler in seine Rolle – schließlich kennt er die raue Zweitliga-Wirklichkeit. Gerade die in Kiel – Holstein hat als einer von fünf aktuellen Zweitliga-Vereinen noch nie in der Ersten Bundesliga gespielt. Die anderen vier: Regensburg, Heidenheim, Aue und Sandhausen.

Zalazar im S04-Visier?

Ansonsten warnen sowohl Grammozis als auch Drexler vor der Vermtung, Schalke könne Latza quasi Eins zu Eins, also durch einen einzelnen Spieler, ersetzen. Vielmehr sei nun gefragt, diese Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen. Auf dem Transfermarkt schauen die Königsblauen nun trotzdem genauer hin als sie es ohnehin vorhatten: Im Gespräch soll laut Sky Rodrido Zalazar sein, den Eintracht Frankfurt zuletzt an den FC St. Pauli ausgeliehen hatte.

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