Rückkehr auf die Standspur der Zweiten Fußball-Bundesliga: (v. l.) Florian Flick, Marcin Kaminski und Ko Itakura nach der Schalker Niederlage gegen den Karlsruher SC. © Tim Rehbein/RHR-FOTO
Schalke 04

Mängelliste zu lang: Darum musste Schalke wieder auf die Standspur

Der Blinker auf die Überholspur war durch die Siege gegen Düsseldorf und in Paderborn schon gesetzt - doch gegen Karlsruhe gab es das Comeback von Schwächen, die Trainer Grammozis beheben muss.

Als der Schalker Motor zu Saisonbeginn, was zu erwarten war, noch nicht auf Hochtouren lief, äußerte Sportdirektor Rouven Schröder seine Erwartung: „Wir müssen unsere PS auf die Straße bringen!“ Nach dem 1:2 gegen den Karlsruher SC parkt der Schalker Zweitliga-Bus erst einmal wieder auf der Standspur. Die Mängelliste, die nach Siegen gegen Düsseldorf und in Paderborn weitestgehend abgearbeitet schien, war für einen Ausflug auf die Überholspur zu lang.

Konzentration mangelhaft

Konzentration: Die war am Freitag von Anfang an nicht da. Das sah auch S04-Trainer Dimitrios Grammozis so – was er beschrieb, aber offenbar selbst nicht erklären konnte, war alleine schon am Videowürfel abzulesen: Dort war nach einer knappen Minute die Karlsruher 1:0-Führung plakatiert. Wie schon gegen Fortuna Düsseldorf war Schalke zuhause früh in Rückstand geraten. Zu sehr darauf verlassen, den immer ausgleichen zu können – wie auch gegen Karlsruhe – sollte sich Schalke besser nicht.

Nervenkostüm: Dass das nach dem Blitz-Rückstand nicht das stabilste war, ist noch nachzuvollziehen. Dass im Laufe des Spiels, vor allem nach dem aberkannten Tor von Marcin Kaminski (50.), der Geduldsfaden immer mehr riss, darf nicht zur Regel werden. Sowohl spielerisch (Grammozis: „Wir haben in der zweiten Halbzeit das Fußballspielen eingestellt“) als auch personell hatte die offensichtliche Ungeduld nur negative Auswirkungen: Victor Palsson sah nach einem Verzweiflungsfoul im Mittelfeld „Rot“ – auch das brachte die Mannschaft auf die Verliererstraße.

Palsson zeigt Haltung

Palsson, von dem als einer der Führungsspieler ein Agieren mit kühlem Kopf verlangt wird, hat sich auf Instagram mittlerweile für seine Aktion entschuldigt und vor allem die Diskussion entschärft, Anlass für den ganzen Schlamassel sei ein vorher nicht geahndetes Foul an Schalkes Stürmer Marius Bülter gewesen: „Ich trage die Verantwortung“, zeigte Palsson Haltung.

Spielanlage: In Paderborn war Schalke nicht überragend, aber souverän, zumindest in der zweiten Halbzeit. Diese Souveränität und Abgeklärtheit lässt das doch eigentlich routinierte Team noch zu oft vermissen.

Nur drei Torschützen

Schlussphase: Gegen den HSV, gegen Aue, auch beim Sieg gegen Düsseldorf, nun gegen den KSC – Schalke ist vor allem zuhause in der Schlussphase zu anfällig.

Abhängigkeit: So erfreulich Simon Teroddes Trefferquote (7 Spiele/8 Tore) auch ist – ansonsten haben nur Marius Bülter (2) und Dominick Drexler ins Schwarze getroffen. Mehr Torgefahr aus dem Schalker Mittelfeld fordert daher auch Dimitrios Grammozis.

Er muss die Mängelliste nun beheben, und zwar nachhaltig. Sonst bleiben die Zweifel, ob Grammozis der richtige Trainer ist, um Schalke wieder fit für die angepeilte Überholspur zu machen.

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