„Ich möchte spielen, das ist klar“ - Torhüter Markus Schubert kehrt als U21-Europameister ohne Einsatz nach Schalke zurück. In der vergangenen Saison war er an Eintracht Frankfurt ausgeliehen. © dpa

Markus Schubert und die Rückkehr nach Schalke mit gemischten Gefühlen

Der Torhüter kommt als U21-Europameister, kam bei der EM aber nicht zum Einsatz. Auch die Ausleihe nach Frankfurt verlief nicht nach Wunsch - nun will Schubert auf Schalke wieder angreifen.

Seit Sonntagabend hat der FC Schalke 04 einen frisch gekürten Europameister in seinen Reihen: Markus Schubert holte mit der deutschen U21 den Titel. Allerdings: Bei der EM kam er nicht an Finn Dahmen von Mainz 05 vorbei und daher nicht zum Einsatz. Das passt irgendwie zu dem Jahr, das der 22-Jährige hinter sich hat.

Denn auch die Ausleihe nach Eintracht Frankfurt verlief nicht unbedingt nach Wunsch: Die Eintracht schaffte zwar den Sprung in die Europa League, scheiterte (ausgerechnet durch eine Niederlage auf Schalke) nur knapp am großen Wurf Champions League. Aber auch hier hielt sich Schuberts Anteil in Grenzen: Kevin Trapp zog die Saison völlig humorlos und konsequent durch. Schubert blieb ohne Einsatz.

„Ich möchte spielen, das ist klar“

Nun also wieder: Zurück nach Gelsenkirchen. Es wird eine Rückkehr mit gemischten Gefühlen. Denn Schubert ahnt, dass er sich vom Titel Europameister im Konkurrenzkampf bei den Königsblauen nicht viel wird kaufen können. Platzhalter ist Ralf Fährmann – der blieb in der vergangenen Saison zwar nicht von Verletzungen verschont, bekam aber von Anfang an das Vertrauen von Trainer Dimitrios Grammozis und gab sich, wenn er spielte, auch kaum eine Blöße. Im Gegenteil: Oft verhinderte der Routinier noch weitere Gegentore.

„Ich möchte natürlich spielen, das ist klar. Das ist mein Ziel für die kommende Saison“, veriet Schubert in einem Interview mit Sport1, wohlwissend, dass er auf Schalke viel Überzeugungsarbeit wird leisten müssen. Denn natürlich ist noch in Erinnerung, dass der zwischenzeitlich zur Nummer eins beförderte Torhüter nicht immer den stabilsten Eindruck machte. Das wird auch Grammozis zugetragen worden sein.

Von Trapp gelernt

Schubert selbst geht aber davon aus, dass er sich auch ohne Einsätze in Frankfurt weiterentwickelt hat – verantwortlich dafür sei die Zusammenarbeit mit Kevin Trapp gewesen: „Vor allem eines: zu wissen, was man kann, und was man vielleicht nicht kann. Die Ruhe und die Abläufe zu haben und keine besonderen Experimente machen zu müssen“, antwortete Schubert auf die Frage, was er von Kevin Trapp gelernt habe.

Keine Experimente: Das gilt natürlich auch für den FC Schalke 04 in der ersten Zweitliga-Saison seit 30 Jahren. Also schwirrte neulich für den Fall, dass Fährmann den Verein doch verlässt (er soll allerdings einem Verbleib zu geringen Bezügen nicht abgeneigt gegenüberstehen) der Name eines auf Schalke gut bekannten Nachfolge-Kandidaten durch die Gerüchteküche: Timon Wellenreuther (25) vom RSC Anderlecht – er spielte von 2013 bis 2017 auf Schalke.

Erneute Ausleihe?

Markus Schubert (Vertrag bis 2023) wird sich – ob nun im Konkurrenzkampf mit Ralf Fährmann oder einem anderen Torhüter – strecken müssen, um einem Platz auf der Bank oder einer erneuten Ausleihe zu entgehen. Europameister hin oder her.

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