Wird neuer Schalker Co-Trainer: Mike Büskens. © dpa
Schalke 04

Mike Büskens wird über das Saisonende hinaus Schalker Co-Trainer

Eine Personalentscheidung ist beim FC Schalke 04 gefallen: Mike Büskens kehrt als Co-Trainer zurück. Er bleibt in dieser Position auch über das Saisonende hinaus.

Der gestrige Montag ließ auch nicht ansatzweise erkennen, dass in einer der tiefsten Krisen der Vereinsgeschichte so etwas wie Hoffnung auf bessere Zeiten in Sicht ist. Einen Tag nach der Freistellung von Trainer Christian Gross und weiterer vier Personen auf Vorstands- und Trainerebene geben die Königsblauen weiterhin kein gutes Bild ab.

Bis wenige Minuten vor der Nachmittagseinheit war der Verein nicht einmal in der Lage zu sagen, wer das Training leitet. Nach Informationen dieser Zeitung war dazu eigentlich Torsten Fröhling ausgewählt worden, der aktuelle Trainer der zweiten Mannschaft. Fröhling soll extra aus Hamburg, dem Wohnort seiner Familie angereist sein, in dem Glauben, die Einheit zu leiten. Doch dies taten dann Mike Büskens und Onur Cinel, einer der verbliebenen Co-Trainer.

Büskens wird Co-Trainer

Büskens wollte sich eigentlich auf die Personalplanung der Zukunft von Schalke konzentrieren. Aber offenbar ist es den Verantwortlichen gelungen, den „Eurofighter“ zu überreden, auf den Trainingsplatz zurückzukehren. Und das wird über diese Saison so bleiben, denn Büskens wird als Co-Trainer den Königsblauen auch in der neuen Saison erhalten bleiben.

Dies gab Peter Knäbel, der zurzeit die sportliche Gesamtverantwortung nach dem Rauswurf von Jochen Schneider trägt, am Abend bekannt. Wenigstens eine Entscheidung, die gefallen ist. Knäbel: „Die Spieler freuen sich, dass Buyo wieder da ist, weil er eine empathische Ader hat, um die Jungs mitzunehmen.“

Ansonsten befindet sich der Verein in der Chef-Trainerfrage in einer Art Schwebezustand, obwohl doch die aktuelle Entwicklung jetzt schnelle Lösungen verlangt. Denn die sportliche Krise, die mit großer Wahrscheinlichkeit in den Abstieg in die 2. Bundesliga mündet, ist ja nicht urplötzlich vom Himmel gefallen, sondern hat sich ja schon sei Monaten abgezeichnet.

Baumgart wird gehandelt

Nun hat sich der Verein sportlich selbst verschuldet in eine Situation manövriert, die zum Beispiel die Trainersuche außerordentlich erschwert. Denn es muss schnellstens geklärt werden: Kommt ein Trainer nur für die restlichen elf Bundesliga-Spieltage, oder wird ein Coach über diesen Zeitraum hinaus verpflichtet? Und welche Kandidaten stehen überhaupt zur Verfügung?

Denn der Name Schalke 04 ist ja kein Selbstläufer mehr, der bei potenziellen Trainer-Kandidaten gigantische Vorfreude auslöst. Diese Zeiten sind längst vorbei, weil der Kult-Verein seinen Ruf mächtig ramponiert hat. Als kurzfristige Lösung werden Namen wie der frühere Schalker Oberliga-Trainer Michael Boris oder sogar Kult-Trainer Peter Neururer gehandelt.

Tedesco mit Außenseiterchancen

Sollten die Königsblauen eine langfristige Lösung favorisieren, sollen Steffen Baumgart, dessen Vertrag beim SC Paderborn ausläuft, und Dimitrios Grammozis zum Kandidatenkreis gehören. Zwischen Grammozis und Manuel Baum fiel die Entscheidung nach der Entlassung von David Wagner. Am Ende wurde es Baum, nun könnte der 42-Jährige wieder ins Gespräch kommen. Nach Informationen des „Kicker“ wird der Name auf Schalke bereits diskutiert. Grammozis hat allerdings noch keinen großen Erfahrungsschatz, letzte Saison trainierte er ein Jahr den Zweitligisten SV Darmstadt.

Nur Außenseiterchancen werden Domenico Tedesco eingeräumt. Tedescos Vertrag bei Spartak Moskau läuft im Sommer aus – er könnte also zur neuen Saison übernehmen.

Knäbel und der Faktor Zeit

Die Entscheidung, wer als Trainer am Freitag gegen den 1. FSV Mainz 05 und auch in den Wochen danach auf der Schalker Bank sitzt, sei noch nicht gefallen, erklärte Knäbel. „Das ist die wichtigste Frage – und für die wichtigste Frage braucht man auch die entsprechende Zeit. Es ist noch nicht einmal 48 Stunden her, dass ich den Auftrag angenommen habe. Und diese Entscheidung ist so wichtig, dass sie gut abgeklärt sein will.“

Man darf gespannt sein, ob Knäbel in dieser wichtigen Personalentscheidung ein glücklicheres Händchen hat als Jochen Schneider. Noch ein Fehlgriff kann Schalke kaum verkraften.

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