Das waren noch Profi-Fußballer, die ihren Namen verdienten: Raul und Co. beim Schalker Pokalsieg 2011. © dpa
S04-Kommentar

Nur als Verein wird Schalke 04 in der Bundesliga vermisst

Freiburgs Trainer Christian Streich hat keinen Hehl daraus gemacht, dass er Schalke in der Bundesliga vermissen wird. Damit meint er den Verein, nicht die Spieler. Ein Kommentar.

Denn Harit und Co. haben seit mehr als einem Jahr eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie Bundesligaansprüchen nicht mehr genügen. Der Auftritt in Freiburg grenzte an Arbeitsverweigerung und beschädigte einmal mehr das Bild vom „Malocherclub“, der Schalke in der aktuellen Verfassung längst nicht mehr ist.

Mit Profifußball hat das schon lange nichts mehr zu tun, wie sich die Königsblauen seit Februar 2020 präsentieren. Sollte Schalke zum 125-jährigen Vereinsjubiläum 2029 eine Festschrift herausbringen, werden die Harits, Mascarells oder Nastasics über eine Fußnote in der faszinierenden Geschichte dieses Klubs nicht hinauskommen. Und seien wir ehrlich, mehr haben sie auch nicht verdient.

Keine Persönlichkeiten im Kader

Wer den aktuellen Kader mit der Mannschaft von 2011 vergleicht, die zum letzten Mal den DFB-Pokal mit den Königsblauen gewann, dem wird wehmütig ums Herz. Da standen Spieler im Kader, die nicht nur Fußball spielen konnten und wollten, sondern auch Persönlichkeiten waren wie Manuel Neuer, Benedikt Höwedes oder der unvergessliche Raul.

Heute sind Schalkes Kicker austauschbare Figuren. Egal, wen Trainer Dimitrios Grammozis aufstellt, viel besser werden die Leistungen nicht.

Zwei Tage trainingsfrei

Dabei muss sich auch der Trainer den Vorwurf gefallen lassen, warum er nach einem mühseligen Sieg gegen den FC Augsburg seinen Kickern in der prekären Abstiegssituation sofort zwei freie Tage spendieren muss. Einer Mannschaft, die in 44 Bundesligaspielen den sage und schreibe zweiten Sieg feierte.

Auf eine entsprechende Nachfrage am vergangenen Freitag sagte Grammozis: „Das Spiel am Wochenende wird zeigen, ob das eine gute oder eine schlechte Entscheidung war“. Jetzt kennt er die Antwort…

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