Oliver Reck ist Trainer des Regionalligisten SSV Jeddeloh II - die meiste Zeit seiner Karriere verbrachte er bei Werder Bremen und dem FC Schalke 04. © dpa
Schalke 04

Oliver Reck: „Schalke, Bremen, HSV – einer der großen Drei steigt direkt auf“

Seine Erfolge sprechen für sich: Mit Werder Bremen und danach auf Schalke sammelte er reichlich Titel. Beide Klubs spielen Samstag gegeneinander - in der Zweiten Liga. Oliver Reck im Interview.

Mit Werder Bremen wurde er zwei Mal Deutscher Meister, zwei Mal DFB-Pokalsieger und gewann er 1992 den Europapokal der Pokalsieger. Mit Schalke holte er 2001 und 2002 den DFB-Pokal nach Gelsenkirchen – wenn Oliver Reck über das „Top-Spiel“ der Zweiten Bundesliga am Samstag (20.30 Uhr/live bei Sport1 und Sky) zwischen Werder Bremen und Schalke 04 spricht, weiß der frühere Klasse-Torwart also, worüber er redet.

Bremen gegen Schalke, Samstagabend, Flutlicht, Top-Spiel. Aber: Das findet in der Zweiten Bundesliga statt. Hätten Sie das vor einem Jahr für möglich gehalten?

Zumindest bei Schalke hatte sich das zu dem Zeitpunkt ja schon angedeutet. Obwohl ich natürlich auch immer gehofft hatte, dass sie die Kurve noch kriegen. Und dass es dann auch Werder noch erwischt hat, zeigt halt, wie schnell es gehen kann, wenn die Fehlerkette am Ende zu lang wird.

Welche Fehler wurden zusammengefasst gemacht?

Schnee von gestern – es bringt ja nichts mehr, das jetzt wieder alles rauszuholen. Auf Schalke bezogen kann man sicherlich jede einzelne Personalentscheidung untersuchen und wird dann feststellen, dass die nicht immer alle besonders glücklich waren. Generell finde ich, dass Schalke nach der Zeit von Rudi Assauer sportlich zwar weiter erfolgreich war mit vielen Champions-League-Teilnahmen – aber irgendwie fehlte mir im Verein eine klare Linie.

Nun treffen die Absteiger aufeinander – wer hat bessere Karten im Kampf um den Wiederaufstieg?

Schalke hat prinzipiell zumindest den Vorteil, dass die Zweitliga-Planung wegen des lange feststehenden Abstiegs früher beginnen konnte als bei Werder. In Bremen war ja nicht mal bis Ende August klar, mit welchem Kader man durch die Saison gehen würde. Und ich finde, Schalke hat in dieser Phase auch viel richtig gemacht. Als Beispiele nenne ich mal Danny Latza, Marius Bülter, Simon Terodde sowieso – da wurden Spieler geholt, die die Zweite Liga annehmen und auch gut zu Schalke passen.

Aber Schalke und Bremen tun sich schwer – was macht die Zweite Liga so kompliziert?

Dass es keine einfach zu schlagende Mannschaft gibt. Außer Schalke, dem Hamburger SV und Werder Bremen sind da ja mit Nürnberg, Düsseldorf und Hannover Mannschaften, die auch hoch wollen oder gar müssen. Dann kommen St. Pauli, Regensburg, Paderborn, die auf Schalke ganz starken Darmstädter, Karlsruhe, auch Heidenheim – gegen die musst du erst mal gewinnen.

Ein Bild aus erfolgreichen Schalker Tagen: Oliver Reck beim Jubel mit Trainer Huub Stevens. © dpa © dpa

Wer steigt auf?

Obwohl es derzeit nicht so aussieht, bin ich davon überzeugt, dass einer der „großen Drei“ – also Schalke, Bremen oder der HSV, direkt aufsteigt. Und einer schafft es in die Relegation. St. Pauli traue ich den Aufstieg auch zu – das habe ich schon vor der Saison gesagt und da scheint was Wahres dran zu sein. Gerade für Schalke kommt es jetzt darauf an, Ruhe und Konstanz reinzubekommen.

Sie kennen Schalke gut: Nach drei Pflichtspiel-Niederlagen droht schon eine empfindliche Ruhe-Störung.

Wichtig ist, dass die Verantwortlichen klar im Kopf sind und wissen, was sie wollen. Ich glaube, dass sich da auf Schalke im Verein etwas verändert hat. Peter Knäbel, Rouven Schröder, auch ein Mathias Schober als Nachwuchs-Chef – das sind doch alles keine Dampfplauderer.

Martin Fraisl für Ralf Fährmann – auf Schalke gab es einen viel diskutierten Torwart-Wechsel. Ihre Meinung?

Schwierig, weil ich die Jungs ja nicht im Training sehe. Aber eins ist klar: Kein Trainer-Team der Welt macht es sich bei einem Torwart-Wechsel leicht. Es kommt nicht immer darauf an, wer der bessere Torwart ist, sondern wer der Mannschaft am meisten hilft.

INFO:

– Von 1985 bis 1998 stand Oliver Reck im Tor von Werder Bremen. 1998 wechselte er dann zum FC Schalke 04.

– Dort war er dann von 2003 bis 2009 im Trainer-Stab tätig. Reck war Torwart-, Co- und nach der Trennung von Ralf Rangnick für ein Spiel interimsweise Cheftrainer.

– In der Zweiten Liga trainierte Reck Fortuna Düsseldorf und den MSV Duisburg. Aktuell ist der 56-Jährige Trainer des Nord-Regionalligisten SSV Jeddeloh II.

– Wenn es die Zeit erlaubt, ist Oliver Reck in der Schalker Traditionsmannschaft aktiv.

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