Philipp Hofmann, hier mit Karlsruhes Trainer Christian Eichner, : „Erste Liga? Ich werde alles daransetzen, dieses Ziel zu erreichen!“ © dpa
Schalke 04

Philipp Hofmann schoss Schalke zum Titel – und träumt von der Bundesliga

2012 wurde Philipp Hofmann mit Schalkes A-Jugend Deutscher Meister. Den Durchbruch schaffte er hier trotz eines Profivertrags nicht. Am Freitag feiert er sein Arena-Debüt - mit dem Karlsruher SC.

Philipp Hofmann, geboren in Arnsberg, ist schon mehrfach als „Lebensversicherung“ des Karlsruher SC bezeichnet worden. Kein Wunder, denn mit 17 Treffern in der Saison 2019/20 trug er wesentlich zum Klassenerhalt des KSC bei. Und auch in der Spielzeit 2020/21 „knipste“ er mit 13 Toren so regelmäßig, dass Karlsruhe am Saisonende einen ausgezeichneten sechsten Platz belegte.

Vor dem Wiedersehen mit Schalke 04, wo er von 2009 bis 2012 in der Jugend spielte und Ende 2011 sogar einen Profivertrag unterschrieb, spricht der 28-jährige Mittelstürmer (bislang vier Saisontore) über seine bisherige Karriere und warum es ihm in Karlsruhe so gut gefällt.

Wenn Ihnen jemand vor einem Jahr gesagt hätte, im September 2021 spielen Sie mit dem KSC in der 2. Liga gegen Schalke. Was hätten Sie geantwortet?

Hofmann: Den oder diejenige hätte ich wohl für verrückt erklärt. Aber zu Beginn der Rückrunde hat sich das beim FC Schalke leider schon abgezeichnet. Schade für den Verein. Ich verfolge Schalke immer noch sehr aufmerksam.

Haben Sie noch Kontakt zu einzelnen Personen?

Das weniger. Die meisten, mit denen ich damals gespielt habe, sind nicht mehr dort. Den einzigen, den ich noch persönlich kennengelernt habe und der noch da ist, ist Zeugwart Enrico Heil.

Warum haben Sie auf Schalke nicht den Sprung in die Bundesliga geschafft?

Das ist schwierig zu sagen. Natürlich hat die große Konkurrenzsituation im Angriff eine Rolle gespielt. Ein Klaas-Jan Huntelaar ist so gut wie gesetzt. Und wenn man wie ich aus der A-Jugend kommt, wird es nicht leichter. Ich bin dann ausgeliehen worden, was mir sehr gut getan hat. Insgesamt bin ich nicht böse, dass es auf Schalke nicht geklappt hat. Ich habe ja trotzdem meinen Weg im Profifußball gemacht.

Trotzdem werden Sie Schalke bestimmt immer in Erinnerung haben. Stichwort: A-Jugendmeisterschaft. Im Finale gegen die Bayern schossen Sie das Siegtor.

Das war ohne Zweifel ein tolles Erlebnis mit Trainer Norbert Elgert und solchen Spielern wie Sead Kolasinac oder Max Meyer.

Hat Schalke nach ihrem Abschied irgendwann mal angefragt, ob Sie zurückkehren wollen?

In diesem Sommer gab es mal Kontakt. Aber nach der Verpflichtung von Simon Terodde hat sich das schnell erledigt.

Schalke war nicht der einzige Interessent…

Das stimmt. Werder Bremen wollte mich auch verpflichten. Aber sie haben erst sehr spät angefragt, deshalb hatte ich vollstes Verständnis, dass der KSC nicht gesprächsbereit war, weil die Saison ja schon lief. Sonst hätte sich der Verein eine große Baustelle selbst aufgemacht. Außerdem hatte ich vorher schon gesagt, dass ich nicht innerhalb der Zweiten Liga wechseln wollte.

Wie sehen Ihre Ziele mit dem KSC aus?

Erstes Ziel ist der Klassenerhalt, also 40 Punkte. Ich denke aber, dass unsere Mannschaft das Potenzial besitzt, einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen. In der vergangenen Saison sind wir Sechster geworden. Das hatten uns auch nur wenige zugetraut. Ich fühle mich hier sehr wohl.

Sind Sie mittlerweile ein Publikumsliebling?

Sagen wir so: Die Leute mögen mich.

Ist die Mannschaft in der Lage, auf Schalke etwas zu holen?

Warum nicht? Wir dürfen uns nicht verstecken, sondern müssen mutig attackieren und früh angreifen.

Haben Sie schon mal in der Veltins-Arena gespielt?

Nein. Zu meiner Schalker Profizeit gab es einmal ein Testspiel gegen den AC Mailand, doch damals saß ich leider 90 Minuten auf der Ersatzbank. Als Kind war ich einige Male Balljunge bei Heimspielen. Deshalb freue ich mich auf den Freitag besonders. 18.30 Uhr unter Flutlicht in der Veltins-Arena mit Zuschauern. Etwas Besseres kann es für einen Fußballer doch nicht geben.

Wie froh sind Sie, dass wieder Zuschauer dabei sind?

Das pusht ungemein. Man hatte sich fast schon an Spiele ohne Fans gewöhnt. Als wir in Rostock zum Saisonauftakt spielten, brannte sozusagen das Stadion. Solch eine Atmosphäre ist eine zusätzliche Motivation.

Träumen Sie noch davon, einmal in der Bundesliga zu spielen?

Auf jeden Fall. Ich werde alles daransetzen, um dieses Ziel noch zu erreichen.

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