Alles im Griff: Ralf Fährmann war gegen Augsburg bester Schalker. Macht es der Schalker Torhüter dem Jahrhundert-Keeper Norbert Nigbur nach und geht mit in die Zweite Liga? © dpa
Schalke 04

Ralle rückwärts: Wie Nigbur zum Vorbild für Fährmann werden könnte

Ralf Fährmann soll bis zum Saisonende Schalkes Nummer eins sein. Ein klarer Fingerzeig von Trainer Grammozis - offenbar spielt der Routinier auch in den Zweitliga-Planungen eine große Rolle.

Das Wort zum Sonntag sprach am Abend die Nummer eins. Via Twitter wies Ralf Fährmann darauf hin, dass die Mannschaft sich über den Sieg gegen Augsburg zwar freuen, ihn aber auch richtig einschätzen würde. Die Lage sei weiterhin schwierig und die Unterstützung der Fans sehr wichtig. Am Ende der Ansprache kam noch ein zünftiges: „Glückauf, Euer Ralle!“

Ralle rückwärts könnte es nun möglicherweise bald heißen, wenn es um die Zukunft des Torhüters geht. Die dürfte von der Qualität, seiner Reputation, aber auch seines Gehaltes wegen normalerweise nicht in der Zweiten Liga liegen. Aber was ist in dieser Saison auf Schalke schon „normal“?

Fingerzeig des Trainers

Dass Ralf Fährmann gegen den FC Augsburg das S04-Tor hütete, war eine Überraschung. Trainer Dimitrios Grammozis hatte in der Pressekonferenz am Freitag vor dem Spiel noch durchblicken lassen, dass Fährmann nach seiner Rippenverletzung zwar große Fortschritte mache, aber möglicherweise noch nicht soweit sei. Und Frederik Rönnow hatte sich ja auch nichts zuschulden kommen lassen. Nun hat Grammozis Fährmann aber wieder zur Nummer eins erklärt – und wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, wird er das bis zum Saisonende bleiben.

Die Entscheidung von Grammozis wird allgemein auch als Fingerzeig für die Zukunft bewertet. Zwar betont der Trainer tapfer, „dass wir im Hier und Jetzt leben“, aber natürlich hat er bei seinen Personal-Planungen auch schon die kommende Saison im Hinterkopf.

Am Ende spielte Fährmann

Also lässt Grammozis bereits jetzt jede Menge Zukunft auf den Rasen – gegen Augsburg standen mit Can Bozdogan, Malick Thiaw, Timo Becker und Mehmet Can Aydin vier „Eigengewächse“ in der Startelf, Matthew Hoppe wurde eingewechselt. Ein kleines (Zweitliga)-Gerüst steht also schon, das ja außerdem mit Routinier Danny Latza (Mainz 05) verstärkt wird.

Schalke muss auch aus finanziellen Gründen Platz im Kader schaffen – Frederik Rönnow ist von Eintracht Frankfurt nur ausgeliehen, dass Schalke ihn verpflichtet, gilt als nicht sehr wahrscheinlich. Also doch mit Fährmann in Liga zwei? Dem Ruf als Schalkes „Stehauf-Männchen“ folgend wäre das für Fährmann nur logisch. Denn egal ob im Duell mit Markus Schubert, Michael Langer oder Frederik Rönnow – am Ende spielte Fährmann. Aber: Gehaltsmäßig müsste der 32-Jährige (Vertrag bis 2023) wohl Abstriche machen, um den Gesamt-Etat nicht über Gebühr zu strapazieren.

Auch Nigbur ging mit runter

Vielleicht könnte ihn der Blick ins Geschichtsbuch darüber hinwegtrösten: Auch Norbert Nigbur hielt dem Verein nach dem ersten Abstieg 1980/81 die Treue und war einer der Protagonisten beim direkten Wiederaufstieg 1981/82. Vielleicht war ja auch das einer der Gründe dafür, dass ihn Schalkes Fans zum „Jahrhundert-Torwart“ wählten. Vereinstreue steht gerade bei S04-Anhängern hoch im Kurs…

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