Große Resonanz vor allem bei jungen Menschen finden eSports-Wettkämpfe. © dpa

Schalke 04 muss wohl einen Teil seines Tafelsilbers verkaufen

Im Prospekt der neuen Anleihe hatte Finanzchefin Christina Rühl-Hamers bereits angekündigt, dass die eSports-Abteilung verkauft werden könnte. Nun scheint die Entscheidung gefallen.

Die eSports-Abteilung des FC Schalke 04 hat wohl keine Zukunft mehr. Mehrere Medien berichten, dass Schalke aufgrund seiner Finanzprobleme dazu gezwungen ist, seinen Startplatz in der europäischen League-of-Legends zu verkaufen.

Acht Millionen hatten die Königsblauen vor einigen Jahren für ihre Lizenz investiert. Ein lohnendes Engagement, denn der Markt der Computerspiele ist ein Wachstumsmarkt. Ein Investor soll bereit sein, 30 Millionen Euro für die Lizenz zu zahlen.

Wachstumsmarkt

Für Schalke wäre der Verkauf aufgrund der Wachstumsmöglichkeiten besonders bitter. Mit dem Verkauf der eSports-Lizenz würde der FC Schalke einerseits die so dringend benötigen Einnahmen generieren. Auf der anderen Seite würde der Klub aber auch seine Position in einem der zukunftsträchtigsten Geschäftsfelder verlieren. Der eSports-Markt boomt nach wie vor, eine Wertsteigerung der Lizenz in den nächsten Jahren gilt als sicher.

Aber die aktuelle Finanznot lässt wohl keine andere Wahl. „Einnahmen müssen optimiert, Ausgaben reduziert werden. Mit der Verlängerung vieler Sponsoren-Verträge für die 2. Liga ist ersteres schon gut gelungen. Eine weitere Möglichkeit wäre ein Verkauf von Teilen unseres eSports-Geschäftsbereiches,“ schrieb Rühl-Hamers im Prospekt für die neue Anleihe.

Entscheidung in zwei Wochen?

Wie Chief Gaming Officer Tim Reichert gegenüber der Deutschen Presse Agentur erklärte, sei noch keine Entscheidung über den Verkauf der Lizenz gefallen. Dies solle in den kommenden zwei Wochen geschehen.

Marketing-Vorstand Alexander Jobst erklärte auf Anfrage dieser Zeitung: „Wir haben immer gesagt, dass der Verkauf von Teilen unseres Esports-Geschäftsbereiches eine Möglichkeit sein könnte, Einnahmen zu generieren. Wir informieren die Öffentlichkeit dann, wenn ein derartiger Wechsel vollzogen ist.“

Harit zu Villarreal?

Die Schalker Liquiditätsnot ist groß. Bei den Großverdienern, die von der Gehaltsliste sollen, sind noch keine Transfers absehbar. Aufgrund der Corona-Pandemie warten viele Klubs erst einmal ab und beobachten den Markt.

Das neueste Gerücht: Der spanische Erstligist FC Villarreal soll an einer Verpflchtung von Amine Harit interessiert sein.

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