Seine Zukunft ist noch nicht geklärt: Klaas-Jan Huntelaar. © dpa
Schalke 04

Schalke 04 und die neuen Akzente in der Transferpolitik

Schalke 04 muss wegen seiner hohen Verbindlichkeiten in der Transferpolitik neue Akzente setzen. Dies sieht man bereits an den ersten Neuzugängen.

Es war in der Saison 2014/2015, als der FC Schalke 04 das bisher letzte Mal drei Neuzugänge verpflichtete, die ablösefrei waren: Die Torhüter Fabian Giefer und Christian Wetklo sowie Stürmer Eric Maxim Choupo-Moting wurden unter Vertrag genommen.

In den folgenden Jahren kauften die Königsblauen dann oftmals Spieler sehr teuer ein, aber das Preis-Leistungsverhältnis stimmte meistens nicht. Vor allem in der Ära von Sportvorstand Christian Heidel wurde viel Geld „verbrannt“.

Ablösefreie Spieler sind gefragt

Doch diese Zeiten sind vorbei. Schalke muss jeden Euro zweimal umdrehen, sodass sich die Transferpolitik wesentlich ändern wird. Hinzu kommt die Corona-Krise, bei der noch nicht absehbar ist, wann wieder normale Verhältnisse mit Zuschauern und entsprechenden Einnahmen auch im Sponsoring in den Fußballstadien eintreten.

Deshalb konzentrieren sich die Blau-Weißen bei ihrer Transferpolitik erst einmal auf ablösefreie Spieler. Mit Danny Latza (FSV Mainz 05) und Simon Terodde (Hamburger SV) sind jetzt zwei verpflichtet worden. Terodde ist dabei ein Aufstiegsspezialist. Mit dem VfB Stuttgart und dem 1. FC Köln schaffte er den Sprung in die Bundesliga. Seine Zweitliga-Torbilanz in den vergangenen Jahren spricht für sich: 29, 25, 25, 16.

Was macht Huntelaar?

Spannend wird nun die Frage sein, wie sich Klaas-Jan Huntelaar entscheidet. Noch ein Jahr dranhängen auf Schalke oder die Karriere beenden? Der 37-Jährige liebt den Fußball, sodass es ihm zuzutrauen ist, dass er weitermacht.

Andererseits muss er sich im klaren darüber sein, dass er nicht mehr jedes Spiel machen kann. Ob das seinen immer noch großen Ehrgeiz befriedigt, ist die Frage. Nimmt er die Rolle als „Ergänzungsspieler“ in der Offensive an, kann er mit seiner Erfahrung auch eine Vorbildfunktion für Schalkes junge Spieler ausfüllen.

Schwierige Kaderplanung

„Wir müssen eine Fusion von jungen und erfahrenen Spielern hinbekommen“, betonte kürzlich Peter Knäbel. Der Sportvorstand ist momentan rund um die Uhr damit beschäftigt, einen schlagkräftigen Kader für die Zweitligasaison zusammenstellen. Priorität haben erst einmal ablösefreie Spieler, weil Schalke zum aktuellen Zeitpunkt gar nicht seriös einschätzen kann, wie viel Geld für Spieler zur Verfügung stehen wird, die Ablösesummen kosten.

Auch ein Transfer von Serdar Dursun (Darmstadt 98) soll nach der Verpflichtung von Simon Terodde für Schalke noch nicht vom Tisch sein. Denn auch der 29-Jährige wäre ablösefrei.

Was wird aus Kabak und Rudy?

Dies hängt wesentlich davon ab, ob Spieler wie die ausgeliehenen Sebastian Rudy und Ozan Kabak abgegeben werden können. Transferexperten gehen davon aus, dass der Markt erst nach den Europameisterschaften Mitte Juli Fahrt aufnehmen wird. Es würde nicht verwundern, wenn Schalke bis zum Saisonstart der Zweiten Bundesliga seinen Kader noch nicht komplett hätte. Das Transferfenster endet erst am 31. August. Bis dahin werden nicht nur auf Schalke zahlreiche Personalentscheidungen getroffen werden müssen.

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