Spielt noch in Hoffenheim: Sebastian Rudy. © dpa
Schalke 04

Schalke 04 und die Zukunft seiner Leihspieler

Was wird aus den Leihspieler des FC Schalke 04? Auf Sportvorstand Peter Knäbel wartet viel Arbeit. Vor allem die Personalie Sebastian Rudy ist sehr knifflig.

Sollte Schalke 04 absteigen, wird sich der Etat „im absolut oberen Bereich der Zweiten Liga“ bewegen, versicherte Schalkes Marketing-Vorstand Alexander Jobst kürzlich im Interview mit dieser Zeitung. Geld genug scheint also vorhanden, um einen schlagkräftigen Kader für einen erfolgreichen Neuaufbau in Angriff zu nehmen. Die Kardinalfrage dabei ist nur, ob es Sportvorstand Peter Knäbel auch gelingt, die richtigen Spieler zu finden.

„Ich beneide Peter Knäbel nicht um seine Aufgabe bei der Kaderzusammenstellung“, fügte Jobst damals hinzu, weil er weiß, dass die meisten lukrativen Verträge der aktuellen Spieler auch für die Zweite Liga gelten. Ein großer Aufgabenbereich für Knäbel ist auch die Zukunft der Leihspieler. Fünf hat Schalke ausgeliehen, sechs verliehen.

Zeichen auf Abschied

Sead Kolasinac, Kilian Ludewig, Goncalo Paciencia, Frederik Rönnow und William sind die Kicker, die Schalke bis zum Saisonende ausgeliehen hat. Bei allen deuten die Zeichen auf Abschied.

Kolasinac würden die Königsblauen als Führungsfigur liebend gern behalten, aber ob sich der bosnische Nationalspieler bereit erklärt, mit großer Wahrscheinlichkeit in der neuen Saison in der Zweiten Liga zu spielen, erscheint mehr als fraglich. Größtes Hindernis sind die Finanzen. Bereits bei seiner Ausleihe hat der 27-Jährige große finanzielle Einbußen akzeptiert. Das wird er kaum ein zweites Mal machen.

Was wird aus Kolasinac?

Bei Goncalo Paciencia hat Schalke zwar eine Kaufoption von angeblich acht Millionen Euro, aber diese kann sich der Bundesligist nicht leisten. Der von Frankfurt ausgeliehene Stürmer fiel zudem durch eine langwierige Knieverletzung mehrere Monate aus, sodass sich sein Leistungsvermögen seriös nicht beurteilen lässt.

Ähnlich lange verletzt war Kilian Ludewig (Mittelfußbruch). Vor seinem Ausfall spielte der junge Verteidiger zwar öfter, aber seine Leistungen waren nicht so herausragend, als dass eine Weiterverpflichtung zwingend notwendig wäre.

Bei Torwart Frederik Rönnow hat Trainer Dimitrios Grammozis deutlich gemacht, dass er Ralf Fährmann als seine zukünftige Nummer eins im Tor sieht. Deshalb wird der Däne zu Eintracht Frankfurt zurückkehren. Und auch für William gibt es keine sportliche Zukunft auf Schalke, weil seine Leistungen viel zu schwach waren.

Bleibt Kabak in Liverpool?

Von den verliehenen Spielern droht Schalke ein dickes Minusgeschäft bei Sebastian Rudy. Der 31-Jährige war auf Schalke der Großverdiener mit angeblich sechs Millionen Euro pro Jahr. Hoffenheim, wo Rudy aktuell spielt, dürfte kaum bereit sein, solch eine Summe für Rudy zu investieren. Und ob es andere Interessenten angesichts der diffizilen Corona-Lage und einem fast brachliegenden Transfermarkt geben wird, ist mehr als fraglich.

Knäbel bekräftigte zwar kürzlich noch einmal, „wir werden keinen Spieler verramschen“, aber wenn Rudy nicht zu finanziellen Abstrichen bereit ist, droht Schalke im Sommer die Rückkehr eines Spielers, der noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2022 und Anspruch auf sehr viel Geld besitzt, was man ihm nicht vorwerfen kann. Seinen Vertrag handelte noch Schalkes früherer Manager Christian Heidel aus.

Noch keine Entscheidung gefallen

Ganz wichtig ist für Schalkes Zukunftspläne auch, ob der FC Liverpool Ozan Kabak fest verpflichtet. Sollte das geschehen, würde Schalke eine Ablösesumme von rund 20 Millionen Euro für den Innenverteidiger kassieren, die den finanziellen Spielraum für eigene Aktivitäten erhöhen würde.

Kabak hat sich im Klopp-Team bisher mit Licht und Schatten präsentiert, deshalb ist noch keine Entscheidung gefallen.

Über den Autor
freier Mitarbeiter
Lesen Sie jetzt