Rodrigo Zalazar (l.) konnte in der Offensive kaum Akzente setzen. © Tim Rehbein/RHR-FOTO
Schalke 04

Schalke 04 und eine gefährliche Abhängigkeit

Die 1:2-Heimniederlage gegen den Karlsruher SC machte ein Muster deutlich, dass Schalke seit Saisonbeginn begleitet: Die Mannschaft hat zu wenige torgefährliche Spieler.

KSC-Trainer Christian Eichner sagte es eher beiläufig, aber es war eine Formulierung, die den Nagel auf den Kopf traf. Sinngemäß war seine Botschaft: Schalke hat unser Tor nur sehr selten in Gefahr gebracht.

Genau diese Schwäche zieht sich wie ein roter Faden durch den bisherigen Saisonverlauf. Schalke hat Simon Terodde – und sonst sehr wenige Spieler, die Torgefahr ausstrahlen.

Räume nicht genutzt

Natürlich fordert niemand, dass die Quote von Terodde (acht Tore in sieben Spielen) sozusagen Standard bei den Offensivkräften sein sollte, aber mehr Torgefahr ist dringend nötig, damit Schalke nicht im Mittelmaß der 2. Liga versinkt.

„Wir haben zu oft in die Mitte gedrängt, anstatt die Räume, die uns der KSC auf den Außenbagnen geboten hat, zu nutzen“, kritisierte Trainer Dimitrios Grammozis. Damit war zum Beispiel Dargo Churlinov gemeint, der stark begann, aber Mitte der ersten Halbzeit verstärkt ins Zentrum drängte, anstatt auf der rechten Außenbahn seine Stärken auszuspielen.

„Druck nicht zu groß“

Rodrigo Zalazar bemühte sich erneut, dem Schalker Spiel Struktur zu geben, doch es blieb beim Versuch. Zu oft traf die Leihgabe aus Frankfurt die falsche Entscheidung. Meistens trennte er sich einen Tick zu spät vom Ball, so dass manch hoffnungsvoller Ansatz verpuffte.

Ist der Druck im eigenen Stadion vor den Schalker Fans zu groß? Das glaubt Sportdirektor Rouven Schröder nicht. „Der Druck ist nicht zu groß. Wir wollen für die Fans in der Arena punkten. Leider haben wir zu häufig falsche Entscheidungen getroffen. Wir müssen uns verbessern, ganz klar“, sagte der 45-Jährige bei „Sky“.

Fährmann selbstkritisch

Auch Ralf Fährmann, der beim 0:1 schwer gepatzt hatte, gab sich selbstkritisch. „Man muss sich an die eigene Nase packen. Das Spiel geht 90 Minuten, du hast genügend Zeit, genügend Chancen, genügend Situationen, in denen du das Spiel hättest entscheiden können. Das haben wir nicht gemacht. Deswegen haben wir verloren.“

Auch wenn erst sieben Spieltage vorbei sind: Schalke droht eine Saison im Mittelmaß. Nach zwei Siegen in Folgen war nicht nur die Niederlage, sondern vor allem auch die Art und Weise ein Rückschlag, der zu denken gibt. Am nächsten Samstag geht es nach Rostock. Für Optimismus gibt es wenig Grund.

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