Schalke 04

Schalke gewinnt 2:0 – aus dem „zweiten Anzug“ drängt sich niemand auf

Beim Testspielsieg in Lübeck treffen Marius Bülter und U23-Spieler Mika Timothy Hanraths für die Mannschaft von Trainer Dimitrios Grammozis. Trikot und Marzipan für Simon Terodde.
Auf ihn war wieder Verlass: Marius Bülter freut sich über sein Tor zur Schalker 1:0-Führung in Lübeck. Links Rodrigo Zalazar. © Tim Rehbein/RHR-FOTO

Es sind manchmal die profanen Dinge des Lebens, die die wirklich wichtigen Erkenntnisse bringen. Halten wir uns also nicht lange mit dem Spiel an sich auf, sondern folgen auf Twitter dem User mit dem Namen „Titel, Thesen, Tosenbier“. Offenbar vom Fach meldete er sich live aus dem Stadion Lohmühle in Lübeck mit der niederschmetternden Botschaft.: „Bierpreise wie in der ersten Liga. VfB Lübeck canceln.“

Nur Bierpreise erstklassig

Simon Terodde hatte den Ein-Tages-Trip nach Lübeck genau wie der Bierpreis-Experte zwar ebenfalls mitgemacht, kam beim Schalker 2:0 (1:0)-Testspielsieg aber nicht zum Einsatz. Zum Gewinner des Abends wurde er dann trotzdem – schon vor dem Spiel beim VfB Lübeck.

Die Gastgeber überreichten dem Schalker Torjäger ein mit seinem Namen versehenes VfB-Trikot mit der Nummer 153 – so viele Zweitliga-Tore hat Terodde erzielt, seit Sonntag ist er mit Dieter Schatzschneider Rekordhalter. Und etwas Süßes – passend zum Spielort natürlich aus Marzipan – gab es für Terodde auch.

Graubrot statt Marzipan

Was die 3.003 Zuschauer im Stadion Lohmühle dann zu sehen bekamen, war allerdings mehr Graubrot als Marzipan. Ohne die Bedeutung solcher Spiele überbewerten zu wollen: Ein bisschen mehr hätte es von den Königsblauen, bei denen Ralf Fährmann im Tor stand, schon sein dürfen gegen einen mutigen Regionalligisten – immerhin standen vor allem in Hälfte eins zahlreiche Profis auf dem Platz, die zur Standard-Startelf gehören oder gern dazu gehören würden.

Reinhold Ranftl beispielsweise, Timo Becker, auch Marvin Pieringer und Kerim Calhanoglu – sie hatten an der Seite von Stammspielern wie Marcin Kaminski, Dominick Drexler, Rodrigo Zalazar und Marius Bülter die Chance zu zeigen, dass Trainer Dimitrios Grammozis gut daran täte, sie demnächst ebenfalls von Beginn an einzusetzen. Doch diese Erkenntnis wird Grammozis während des Spiels wohl nicht gekommen sein – so richtig aufgedrängt hat sich niemand.

Bülters Klasse-Tor zum 1:0

Dagegen bewies Marius Bülter auch in diesem Testspiel, dass auf ihn Verlass ist. Am Sonntag ging sein Tor zum 1:0 gegen Ingolstadt beinahe unter, weil sich in der Schalker Welt danach fast alles nur noch um das Karate-Tor von Mehmet Aydin und Teroddes Rekord-Tor drehte. Dabei war Bülters Tor wahrscheinlich das wichtigste, weil es halt der „Dosenöffner“ war. Auch in Lübeck traf Bülter genau zum richtigen Zeitpunkt, als der Regionalligist immer „aufmüpfiger“ wurde – sein fulminanter Rechtsschuss landete genau im Winkel des Lübecker Tores.

Von Schalke kam nicht viel, erst recht nicht in der zweiten Halbzeit, als Grammozis zahlreiche U23-Spieler einwechselte und es nun im Prinzip ein Spiel zwischen zwei Regionalligisten war. Lübeck hatte in der 77. Minute die ganz, ganz große Chance zum Ausgleich, die Ben Beßler allerdings völlig freistehend Fährmann vergab, weil er den Ball nach einer langen Flanke neben das statt ins Tor schoss.

Kaum neue Erkenntnisse

In der 85. Minute profitierten Marvin Pieringer als Vorbereiter und Mika Timothy Hanraths als Torschütze von einem dicken Patzer des Lübecker Torhüters Julius Schmid – so stand am Ende ein Schalker 2:0-Sieg zu Buche. Das Spiel an sich wird allerdings keinen Einzug in die Geschichtsbücher finden, auch der Erkenntnisgewinn für Dimitrios Grammozis wird sich in Grenzen halten.

Und auch „Titel, Thesen, Tosenbier“ sollte seine monetären Erfahrungen nicht nur negativ sehen. Ihm bleibt die Erkenntnis: Wenn auch sonst nichts erstklassig war – die Bierpreise waren es. Zum Wohlsein!

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