Schalke 04/ Gastkommentar

„Schalke ist ohne Simon Terodde stärker? Völliger Quatsch!“

RN-Gastkommentator Klaus Fischer über die Bedeutung des Schalker Torjägers, über die Stürmersuche der Königsblauen und über eine neue „Waffe“ im Aufstiegskampf.
Schalkes Rekord-Torjäger Klaus Fischer: „Schalkes Kader sollte für das Aufstiegsrennen gerüstet sein.“ © RHR-FOTO / Rehbein

Was ich vor der Winterpause gesagt habe, gilt nach wie vor: Für Schalke muss das Spiel beim HSV der Maßstab für den weiteren Saisonverlauf sein. In Hamburg hat Schalke nach dem frühen 0:1-Rückstand die Dominanz gezeigt, die ich von einer Mannschaft wie Schalke in der Zweiten Liga erwarte. Und tatsächlich scheint zumindest das Bemühen da zu sein, in diesem Stil weiterzumachen.

Damit meine ich in erster Linie den 5:0-Sieg in Aue, aber zum Teil beziehe ich sogar das Kiel-Spiel mit ein, obwohl das Ergebnis (1:1) natürlich enttäuschend war. Aber wenn Schalke die großen Chancen in der ersten Halbzeit nutzt, und davon gab es ja reichlich, dann läuft das Spiel ganz anders.

Kompliment an Vindheim

Vielleicht sogar so ähnlich wie in Aue – sicherlich kann man sagen, gegen diese Auer Mannschaft muss Schalke gewinnen. Mag sein, aber diese Auer Mannschaft hat Schalke in der Hinrunde immerhin ein 1:1 abgeluchst. Und fünf Tore muss man auch gegen einen deutlich schwächeren Gegner erst einmal schießen, der am Spieltag davor übrigens 2:2 beim FC St. Pauli gespielt und dabei bis in die Nachspielzeit geführt hat.

Überragend in Aue: Andreas Vindheim bei seinem Schalke-Debüt. Das hat richtig Spaß gemacht, ihm zuzuschauen. Endlich hat Schalke auch auf der rechten Seite jemanden wie Thomas Ouwejan auf der linken – wenn Vindheim dieses Niveau halbwegs halten kann, dann ist er im Kampf um den Aufstieg eine zusätzliche „Waffe“. Klar: Aue ließ ihm zu große Freiheiten, aber wenn Schalke schnell spielt und Vindheim weiter so in Szene setzt, wird es diese Räume auch gegen andere Gegner geben.

Warum Terodde so wichtig ist

Die linke und die rechte Seite sind also jetzt prima besetzt, hinten mischt Salif Sané wieder auf einem guten Niveau mit, vorne hat Simon Terodde gezeigt, dass die Theorie, Schalke sei ohne ihn stärker, völliger Quatsch ist – diese Diskussion tauchte ja plötzlich nach den Spielen, in denen Terodde gefehlt hatte, auf.

Mögen die Statistiken auch belegen, dass Schalke in diesen Spielen einen besseren Punkte- und sogar Toreschnitt als in den Partien mit Terodde hatte: Für mich bleibt Simon Terodde unverzichtbar, nicht nur wegen seiner Tore – er schafft Räume für die Mitspieler, bindet Gegenspieler, die gegnerischen Abwehrreihen konzentrieren sich fast nur auf ihn. Ich glaube: Wenn Simon Terodde noch einmal länger ausfällt, werden sich Schalkes Chancen im Aufstiegsrennen deutlich verschlechtern.

Neuer Stürmer nicht mehr nötig

Generell gilt: Schalkes Kader sollte in personeller Hinsicht für das Aufstiegsrennen gerüstet sein. Und sogar die „Fahndung“ nach einem weiteren Stürmer kann meiner Meinung nach eingestellt werden.

Denn wer es sich leisten kann, einen Marius Bülter zwei Mal hintereinander zunächst nur auf der Bank zu lassen, der kann keine so großen Probleme im Sturm haben. Mich hat das überrascht, ich schätze Bülters Art zu spielen. Er gibt immer alles, geht hohes Tempo, setzt die Gegner unter Druck – für mich erstaunlich, dass Trainer Dimitrios Grammozis in Aue Marvin Pieringer den Vorzug gab.

Die „Großen“ kommen ins Rollen

Wie auch immer: Holt Schalke jetzt noch einen Stürmer, kostet das nicht nur Geld, sondern wohl auch Nerven und Energie – denn dann könnte Unruhe innerhalb des Kaders vorprogrammiert sein.

Die Saison ist noch lang, da lassen sich die Aufstiegsfavoriten nur schwer vorhersagen. Auffällig ist jedenfalls, dass die drei Großen – Bremen, HSV, Schalke – nun ins Rollen gekommen sind. Nicht auszuschließen also, dass sie am Ende das Rennen dann doch unter sich ausmachen.

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