Eine Schalke-Legende: Stürmer Reinhard „Stan“ Libuda (l.). in Aktion. © dpa
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Schalke und das schmerzhafte Wiedersehen mit „Stan“ Libuda

In den 1960er-Jahren sorgt der Wechsel von Reinhard Libuda von Schalke nach Dortmund für Schlagzeilen. Am 26. Februar 1966 kommt es zum ersten denkwürdigen Wiedersehen.

In der Hinrunde hat der sensible Libuda nicht den Mut, bei seinem früheren Arbeitgeber in der Glückauf-Kampfbahn aufzulaufen. Er wollte nicht ausgepfiffen werden.

In Dortmund „zaubert“ der Rechtsaußen dann beim Rückrundenspiel und sorgt wesentlich mit dafür, dass der BVB die Königsblauen mit 7:0 distanziert. Allein fünf Kopfballtore resultieren aus dem konsequenten Spiel über die Flügel, wo Libuda reihenweise seine Gegenspieler narrt.

Spitzname „Stan“

Als neunjähriger Knirps wird er 1952 von seinem Vater beim FC Schalke 04 angemeldet. Mit 17 wird er Vertragsspieler. Eine legendäre Karriere beginnt.

Der dribbelstarke Rechtsaußen vernascht seine Gegenspieler dermaßen, dass er nicht nur den Spitznamen Stan (nach dem berühmten englischen Außenstürmer Sir Stanley Matthews) verpasst bekommt. Noch mehr ins Gedächtnis der Fußballfans hat sich der Spruch „An Gott kommt keiner vorbei – außer Stan Libuda“ gebrannt.

1965 wechselt Libuda an den Borsigplatz, wo er ein Jahr später mit dem Gewinn des Europapokal der Pokalsieger (als Torschütze im Endspiel) seinen größten sportlichen Erfolg feiert. Nach drei Jahren in Dortmund geht es aber wieder zurück zu Schalke. Auch 14 Jahre nach seinem frühen Tod 1996 wird Libuda von den Fans beider Clubs verehrt.

Leistungsträger verloren

Die klare Niederlage von Schalke in besagtem Derby ist nicht gänzlich überraschend. Denn die Zielsetzungen der beiden Vereine in der Saison können unterschiedlicher kaum sein. Während die Borussen als Pokalsieger von 1965 den vierten Meistertitel im Visier haben und mit Held-Libuda-Emmerich über ein exzellentes Angriffs-Trio verfügen, ist das Bestreben der Königsblauen bescheidener.

Vor dem Hintergrund, dass im Sommer 1965 viele Leistungsträger wie zum Beispiel Willi Schulz (zum HSV), Hans Nowak (FC Bayern), Willi Koslowski (Rot-Weiß Essen), Waldemar Gerhardt (Fortuna Düsseldorf) und Gyula Toth (1. FC Nürnberg) dem Schalker Markt den Rücken kehren, hat die junge Mannschaft lediglich die Vorgabe, die Klasse zu halten.

Tor im Finale

Das gelingt zwar am Ende der Saison, doch gegen das Star-Ensemble von Trainer Willi Multhaup haben die Youngster um Manfred Kreuz und Günter Herrmann keine Chance. Immer wieder setzen sich Sigi Held und Stan Libuda auf den Außenbahnen durch und zirkeln den Ball in die Mitte, wo die BVB-Stürmer nur noch Danke sagen müssen.

Auch wenn es mit der Meisterschaft nicht klappt, darf sich Libuda im Sommer 1966 über einen Titel freuen. Sein 2:1 in der Verlängerung gegen den FC Liverpool beschert den Dortmundern den Europapokal der Pokalsieger.

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