Schalkes Finanzchefin Christina Rühl-Hamers hat noch viel Arbeit vor der Brust. © dpa
Schalke 04

Schalker Konsolidierungspläne zeigen erste positive Wirkungen

Schalke 04 hat seine Halbjahres-Bilanz vorgelegt. Der Konzernbericht zeigt, dass es noch sehr viel zu tun gibt. Einige Zahlen machen Mut, dass die finanzielle Konsolidierung gelingen kann.

Es ist ja nicht so, dass kein Licht am Ende des Tunnels erkennbar wäre. Aber weil Schalke als Anleihe-Geber auch an der Börse notiert wird, hat der Verein nun einmal die Pflicht, seine Halbjaheszahlen zu präsentieren.

Also die vom 1. Januar bis 30. Juni 2021. Übersetzt heißt das: Die volle Ladung Corona, das komplette Programm des sportlichen Misserfolgs, der schließlich im vierten Abstieg der Vereinsgeschichte gipftelte. Dementsprechend sehen die Zahlen aus.

Rückgang der Verbindlichkeiten

Für das erste Halbjahr vermelden die Königsblauen einen Umsatz in Höhe von 107 Millionen Euro, einen effektiven Rückgang der Verbindlichkeiten und einen Verlust in Höhe von 21,42 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2020 betrug der Fehlbetrag noch 10,31 Millionen. Das ist eine unerfreuliche Entwicklung, für die es gute bzw. schlechte Gründe gibt. Nur drei Beispiele:

Corona: Die Einnahmen aus dem Spielbetrieb bzw. aus dem Catering sind im betreffenden Zeitraum nahezu auf den Nullpunkt gesunken. 35.574,38 Euro verbuchte Schalke im Vergleich zu immerhin noch über neun Millionen Euro im Vorjahres-Vergleich. Die Catering-Einnahmen schrumpften von 2,5 Millionen Euro auf 45.684,40 Euro.

Personalaufwand: Auf die ohnehin schon üppigen 43,24 Millionen (1.1. bis 30.6.2020) sattelte Schalke in der Abstiegs-Rückrunde noch einmal ca. sieben Millionen Euro drauf – u. a. für die Winter-Zugänge und für Trainer. Mit einem Lohn- und Gehaltsaufwand von 50,94 Millionen Euro (1.1. bis 30.6.2021) ging es schließlich steil runter in die Zweite Liga.

Außerplanmäßige Abschreibung auf Spielerwerte: Die stiegen von 0 Euro auf 10,16 Millionen Euro. Und bedeutet im Grunde nichts anderes, als dass einige S04-Kicker ihren Wert im Abstiegs-Halbjahr so weit runterkickten, dass sie quasi außerplanmäßig abgeschrieben werden mussten. Ein fiktives Beispiel: Der Spieler X wurde für 10 Millionen Euro verpflichtet, stand noch mit fünf Millionen Euro Buchwert in der Bilanz und ging dann ablösefrei. Außerplanmäßige Abschreibung: Fünf Millionen Euro.

Zwischen Vergangenheit und Zukunft

So kam also einiges zusammen, und Schalkes Finanzvorständin Christina Rühl-Hamers ist noch immer mitten in dem Spagat, die Scherben der Vergangenheit aufzuräumen und parallel dazu die Zukunft zu gestalten. So gesehen hatte es zumindest ein Gutes, dass Schalke sich lange genug auf den Abstieg vorbereiten konnte.

„Unser Handeln war bereits seit dem Jahreswechsel 2020/21 stark geprägt von dem möglichen und realistischen Zweitliga-Szenario – mit all seinen wirtschaftlichen und finanziellen Konsequenzen“, so Rühl-Hamers. So konnten frühzeitig Kosten eingedämmt werden, z. B. durch den Baustopp des Projektes Berger Feld II.

Der Blick in die Zukunft lässt ein optimstisches Licht am Ende des Tunnels erkennen. Das Paket an Konsolidierungsmaßnahmen vor allem auf dem Personal-Tableau, durch das Schalke aufgrund der finanziellen Lage und des Abstiegs in die Zweite Liga gezwungen war, zeigt erste Wirkung: Für das Gesamt-Geschäftsjahr 2021 rechnet Schalke mit einem Verlust im niedrigen zweistelligen Millionen-Bereich. Das ist zwar immer noch ein Verlust, aber doch eine deutliche Entschleunigung von der bisherigen Talfahrt.

„Ziel ist es nun“, so Rühl-Hamers, „den FC Schalke 04 in den nächsten Monaten weiter zu stabilisieren und die Auswirkungen der Pandemie zu bewältigen.“ Dabei spielt Schalke in die Karten, dass die Zuschauer-Kapazität in der Veltins-Arena trotz Corona mittlerweile auf 56.000 erhöht wurde – dem Gebot der kaufmännischen Vernunft folgend hatte Schalke für das Jahr 2021 komplett ohne Zuschauereinnahmen kalkuliert. Vorsichtig wurde auch der DFB-Pokal ins Zahlenwerk aufgenommen: Zweite Runde. So gesehen ist Schalker Planwirtschaft in dieser Hinsicht absolut im Soll.

Über den Autor
freier Mitarbeiter

Der neue Lokalsport-Newsletter für Haltern

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Halterner Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.