Christian Gross und Rainer Widmayer (r.) haben eine Stuttgarter Vergangenheit. © dpa
Schalke 04

Schalker Quartett und seine Reise in die Vergangenheit

Wenn Schalke 04 am Samstag (15.30 Uhr, Sky) beim VfB Stuttgart antritt, wird es für ein Quartett eine Reise in die Vergangenheit.

Denn Sportvorstand Jochen Schneider, Trainer Christian Gross, Co-Trainer Rainer Widmayer und Torhüter Michael Langer waren in ihren Karrieren auch schon für die Schwaben tätig. Zurück ins Ländle heißt es für diese vier Personen am Wochenende.

Gross wurde 2009 vom VfB in höchster Abstiegsgefahr verpflichtet. Diese Personalentscheidung erwies sich als Glücksgriff. Unter dem Schweizer ging es steil bergauf. Das ließ sich am Saisonende auch am Tabellenstand ablesen. Die Stuttgarter kletterten von Rang 16 auf Platz sechs und erreichten damit sogar noch einen Europapokalplatz. Nur zwei von 19 Bundesligapartien gingen damals verloren. Gross „regierte“ mit harter Hand, und der Erfolg gab ihm recht.

Allerdings war diese positive Bilanz nicht nachhaltig. Nach sechs Niederlagen in sieben Partien zum Start in die Saison 2010/2011 wurde Gross entlassen. Trotzdem hatte seine Arbeit Jochen Schneider, der damals im Management des VfB tätig war, so stark beeindruckt, dass er den Schweizer aus dem Trainerruhestand zum FC Schalke 04 holte.

Boujellab nächster Ausfall

Bisher hat diese Entscheidung aber keine Früchte getragen. Unter Gross schaffte Schalke erst einen Bundesligasieg (4:0 gegen 1899 Hoffenheim). Der vierte Bundesliga-Abstieg der Vereinshistorie rückt immer näher. Dabei wird auch die Personallage immer dramatischer. Gestern verletzte sich mit Nassim Boujellab der nächste Schalker Spieler im Training. Der 21-Jährige zog sich mehrere Bänderverletzungen zu. Ob er in dieser Saison noch einmal spielen kann, ist fraglich.

Spätestens am Saisonende trennen sich die Wege von Jochen Schneider und Schalke 04. Der 50-Jährige arbeitete 16 Jahre für die Stuttgarter in verschiedenen Funktionen, wobei der Gewinn des deutschen Meistertitels 2007 der größte Erfolg war.

Langer mit Stuttgart Meister

Insgesamt siebeneinhalb Jahre arbeitete Schalkes Co-Trainer Rainer Widmayer für die Schwaben. Zunächst war er als Spieler für die VfB-Amateure aktiv, später mit Unterbrechungen als Co-Trainer. Sein letztes Engagement beim VfB dauerte allerdings nur ein Jahr, weil die Zusammenarbeit mit Chef-Trainer Pellegrino Matarazzo nicht funktionierte. Seit dem 1. Januar 2021 steht der gebürtige Sindelfinger nun bei den Königsblauen unter Vertrag, als einer von vier Co-Trainern.

Auch ein Spieler des aktuellen Schalker Kaders hat eine Stuttgarter Profi-Vergangenheit. Torwart Michael Langer absolvierte am 10. März 2007 gegen den VfL Wolfsburg sein erstes und für viele Jahre einziges Bundesligaspiel. Erst über 13 Jahre später sollte es eine Fortsetzung geben. Sein nächstes Bundesligaspiel folgte erst am 6. Dezember 2020, als Schalke gegen Bayer Leverkusen mit 0:3 verlor.

Große Personalsorgen

Nun steht Langer vor seinem vierten Bundesliga-Einsatz, nachdem der 36-Jährige am vergangenen Wochenende bei der 0:4-Niederlage im Derby gegen Borussia Dortmund Mitte der ersten Halbzeit B für den verletzten Ralf Fährmann eingewechselt worden war.

Weil Fährmann wegen einer angebrochenen Rippe längere Zeit ausfällt und auch Torwart Frederik Rönnow mit Adduktorenproblemen weiterhin nicht zur Verfügung steht, wird Langer nun erneut zwischen den Pfosten stehen.

In allen Mannschaftsteilen haben die Königsblauen erhebliche Personalprobleme, was die Hoffnungen, noch eine Wende im Abstiegskampf herbeiführen zu können, erheblich mindert. VfB-Trainer Matarazzo warnt dennoch vor dem Gegner: „Rechnerisch ist noch alles möglich. Schalke wird sich wehren, wird bis zum letzten Spieltag kämpfen.“ Bisher war davon allerdings wenig zu sehen.

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