Stand am Dienstagnachmittag den Journalisten Rede und Antwort: Simon Terodde. © RHR-FOTO
Schalke 04

Schalkes Rekordschütze Simon Terodde zwischen Frust und Lust

Mit seinem 154. Treffer ist Simon Terodde beim Spiel in Bremen zum erfolgreichsten Stürmer in der 2. Liga geworden. Warum er einige Zeit brauchte, um sich über diese Bestleistung zu freuen.

Vor dem Zweitligaspiel zwischen Schalke 04 und dem SV Sandhausen (Sa. 13.30 Uhr) kommen alle Fans von Simon Terodde auf ihre Kosten. Der TV-Sender Sky plant alle 154 Zweitliga-Treffer des 33-Jährigen im Vorfeld dieser Begegnung am Stück zu zeigen.

Am Dienstag sprach Terodde nach dem Training über …

… seine Gefühlswelt nach seinem Rekordtor in Bremen: „Eigentlich war es der perfekte Rahmen, Auswärtsspiel in Bremen, 1:0 in der 82. Minute, leider hat es nicht zum Sieg gereicht. Deshalb konnte ich mich nicht so richtig freuen.

… die Bedeutung des Rekords: Ich habe sehr viele Nachrichten nach diesem Spiel von früheren Trainern, Mitspielern und auch Dieter Schatzschneider bekommen. Ich habe das zunächst nicht so realisiert, weil die Enttäuschung wegen des Bremer Ausgleichs zu groß war. Mittlerweile bin ich darüber hinweg und freue mich sehr. Ich habe ja hoffentlich noch ein paar Jahre vor mir und will noch einige Treffer erzielen.

… sein schönstes Tor: Das weiß ich nicht. Es waren keine dabei, die zum Tor des Monats oder Tor des Jahres gewählt wurden. Für mich als Stürmer sind die schönsten Tore diejenigen, wo ich den Ball nur noch über die Linie drücken muss, also die einfachen Treffer.

Pure Enttäuschung

… die Wirkung des höchst fragwürdigen Bremer Elfmeters auf ihn: Das kann man sich denken. Du bist in den Katakomben und siehst noch mal die Fernsehbilder auf dem Weg in die Kabine. Da war nicht nur bei mir, sondern der gesamten Mannschaft pure Enttäuschung im Spiel. Zumal es eine kräftezehrende Partie war und du denkst, jetzt ist Schluss, das war die letzte Aktion. Der Schiedsrichter entscheidet zunächst richtig, wird rausgeschickt und dann gibt es Elfmeter. Das war alles alle als einfach zu verarbeiten.

… die Form der Führungsspieler: Nach drei Pflichtspielniederlagen war es sehr hart, aus Bremen nur einen Punkt mitzunehmen. Wir müssen die Kritik annehmen und stehen jetzt in der Pflicht, drei Punkte zu holen. Jetzt sind alle gefordert, nicht nur die Führungsspieler.

Im Kopf Klick gemacht

… Offensivprobleme: Wir haben den Anspruch, uns mehr Chancen zu erspielen. Gegen Darmstadt ist uns das nicht gelungen. In Bremen wechselten gute mit weniger guten Phasen. Das wissen wir und müssen uns verbessern. Es geht auch darum, dass jeder den anderen unterstützt und zum richtigen Zeitpunkt nachrückt.

… seinen Lauf zu Schiedsrichter Tobias Stieler: Das kann man sich kaum vorstellen, was in einem Spieler nach so einer Entscheidung vorgeht. Ich war froh, dass es bei mir noch rechtzeitig Klick gemacht hat im Kopf, schließlich habe ich ja schon drei Gelbe Karten in dieser Saison bekommen. Wir sind auch nur Menschen und müssen jetzt nach vorne schauen und das Positive mitnehmen. Wir hatten Bremen am Rande der Niederlage.

… Marschroute gegen Sandhausen: Wir müssen sofort Wucht entwickeln und von Anfang an zeigen, dass wir dieses Spiel gewinnen wollen.

… sein Gespräch mit Schalkes Sturm-Legende Ebbe Sand vor einigen Tagen: Das war eine besondere Begegnung für mich. Ebbe war sehr gut informiert und hat mir Mut zugesprochen. Dieses Gespräch hat mir sehr gut getan. Und ich habe gestaunt, wie fit er selbst noch ist.

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