Reicht es doch nicht für Schalke? Nassim Boujellab, hier mit Benito Raman (l.) und Suat Serdar, wurde an den FC Ingolstadt ausgeliehen. © dpa
Schalke 04

Schalkes Talente: Nicht gut genug – oder sind die Erwartungen zu hoch?

Von den Schalker Eigengewächsen hat sich bislang nur Malick Thiaw nachhaltig durchgesetzt. Andere bekommen zwar ihre Einsatzzeiten, haben aber zusehends mit Konkurrenz zu kämpfen.

Ko Ikatura ist die Nummer 15. So viele externe Neuzugänge hat Bundesliga-Absteiger FC Schalke 04 verpflichtet. Darunter Routiniers und Jung-Spunde, fest verpflichtete Profis und ausgeliehene Spieler. Torhüter, Verteidiger, Mittelfeldspieler, Stürmer – alles dabei. Was all diese Spieler vereint: Sie sind gekommen, um zu spielen. Mindestens aber, um sich einen Platz im Kader zu sichern.

Das führt innerhalb des Kaders logischerweise zu einem Verdrängungswettbewerb. Der geht aktuell deutlich zu Lasten der Talente, die Schalke aus der Knappenschmiede hochgezogen hat. Wenn Schalke am Samstag (13.30 Uhr, Jahnstadion, Sky) Spitzenreiter Jahn Regensburg prüft, wird von denen wohl nur Malick Thiaw zur Startelf zählen, eventuell noch Mehmet Can Aydin.

Tatsächlich spielen die Akteure aus der Knappenschmiede nicht die erste Geige. Can Bozdogan, eine schon etwas größere Mittelfeld-Hoffnung, spielte zuletzt in der „Zweiten“, er gilt als Ausleih-Kandidat.

Noch Luft nach oben

Levent Mercan und Nassim Boujellab wurden bereits ausgeliehen, Ahmed Kutucu und Jonas Carls wurden zunächst ausgeliehen und mittlerweile verkauft.

Zum aktuellen Schalker Kader zählen außer Thiaw und Bozdogan noch Blendi Idrizi, Mehmet Can Aydin, Kerim Calhanoglu, Matthew Hoppe, Timo Becker und Florian Flick – Stammspieler ist von ihnen niemand, selbst Hoppe, Gold-Cup-Gewinner mit den USA, muss sich möglicherweise zunächst erst einmal wieder hinten anstellen.

Da drängen sich zwangsläufig zwei Fragen auf: Sind die Jungs aus der Knappenschmiede am Ende gar nicht so gut? Oder sind die Erwartungen einfach zu hoch?

„Verwöhn-Faktor“ ist groß

Die Wahrheit liegt wohl, wie so oft, in der Mitte. Der Verwöhn-Faktor auf Schalke in Sachen von Top-Talenten, die einen steilen Weg nach oben einschlugen, ist groß: Bei Manuel Neuer, Julian Draxler, Leroy Sané, auch bei Mesut Özil, Joel Matip und Sead Kolasinac war schnell zu erkennen, dass ihre Entwicklung nur eine Richtung kennen würde.

Spieler dieser Kategorie haben die Königsblauen aktuell nicht zu bieten, aber: Auch die Talente, die nun im Schalker Kader stehen, bekommen immerhin regelmäßig ihre Einsatz-Zeiten. Aber sie müssen sich dem Konkurrenzkampf stellen, den sie aus der Jugend in dieser Form nicht gewohnt sind – Voraussetzung dafür ist u. a. auch Kritikfähigkeit, die nach Informationen unserer Zeitung nicht bei allen Schalker Talenten in dem für eine Profi-Karriere erforderlichen Umfang vorhanden ist. Es gilt, Widerstände und Gegenwind überstehen zu lernen.

Trainingsleistungen entscheiden

Schalkes Trainer Dimitrios Grammozis will das Fass eines „Generationen-Konfliktes“ gar nicht erst aufmachen, die Frage „Jung“ oder – pardon: „Alt“ stellt sich für ihn nicht: „Entscheidend sind die Leistungen im Training.“ Das lässt den Schluss zu, dass die vielen Talente da noch Luft nach oben haben.

Auch deswegen spielen sie – bis auf Malick Thiaw – heute wohl nicht die erste Geige, wenn Schalke herausfinden will, wie stark Zweitliga-Spitzenreiter Jahn Regensburg wirklich ist. Bisher waren die Bayern nicht zu stoppen: Drei Spiele, drei Siege, 8:0 Tore. Schalke ist gewarnt.

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