Schalkes Rekordspieler in der 2. Liga: Jürgen Luginger. © dpa
Schalke 04

Serie: 1991 feiert Schalke 04 den Aufstieg vor einer Rekordkulisse

Darauf haben die Anhänger des FC Schalke 04 lange warten müssen: Am 16. Juni 1991 ist das Kapitel Zweite Bundesliga für die Königsblauen endlich Geschichte.

Mit der bis dahin größten Aufstiegsfeier in der Geschichte der Zweiten Bundesliga (72.000 Fans sehen den 1:0-Erfolg gegen Darmstadt 98) wird die Rückkehr in die Bundesliga gefeiert.

„Die Aufstiegsfeier war, wie eigentlich alles auf Schalke, ein Wahnsinnserlebnis. Wir haben es geschafft, und auch später in der Bundesliga positive Schlagzeilen geschrieben“, erinnerte sich in der Rückschau Ingo Anderbrügge.

Diesen dritten Aufstieg in der Schalker Vereinsgeschichte machten die Blau-Weißen bereits am drittletzten Spieltag durch einen 2:1-Erfolg gegen Fortuna Köln perfekt. Die eigenwillige Art des Schalker Trainers Aleksandar Ristic nahmen jedoch nicht nur die Spieler mit gemischten Gefühlen auf.

Seine fußballtaktische Denkweise wurde akzeptiert, seine Wutanfälle waren gefürchtet. Ristic bevorzugte eine sehr eigenwillige Menschenführung, die mehr und mehr zu Konflikten führte.

Zunächst hatte sich die offensive Schalker Transferpolitik ausgezahlt, rund 6,6 Millionen Mark hatte Präsident Günter Eichberg für Neuzugänge investiert. Allein für Stürmer Radmilo Mihajlovic wurden 3,5 Millionen Mark an Bayern München überwiesen.

Doch der Angreifer konnte die hohen Erwartungen, die mit seinem Transfer verbunden waren, nicht erfüllen. In seiner Schalke-Zeit zwischen 1990 und 1993 gelangen ihm lediglich acht Tore. Auch mit dem nach dem Aufstieg verpflichteten Bent Christensen wurde Schalke nicht glücklich.

Für die damalige Schalker Rekordsumme von fünf Millionen Mark wurde der Stürmer von Bröndby Kopenhagen verpflichtet, doch er entwickelte sich zum Millionen-Flop.

Auch eine weitere Personalentscheidung von Eichberg half Schalke 04 nicht weiter. Günter Netzer wurde zunächst als „Strategieberater“ geholt, ehe er am 1. August 1991 Helmut Kremers als Manager ablöste. Doch auf Schalke wurde Netzer nur wenig gesehen. Er wird zum „Telefonmanager“ und lässt sich seine Arbeit dennoch fürstlich honorieren. Nach knapp einem Jahr wird die Zusammenarbeit schon wieder beendet.

Die Zweitliga-Konkurrenz war wehmütig nach dem Schalker Aufstieg, denn die Königsblauen waren ein Zuschauermagnet. Allein die Heimspiele verfolgten 30.400 Zuschauer im Schnitt. Jürgen Luginger wurde Schalkes Rekordspieler in der Zweiten Bundesliga mit 108 Einsätzen.

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