Da war ordentlich Dampf drin - und manchmal auch Zoff: Wie hier bei einer „Rudelbildung“ zwischen Bremer und Schalker Spielern in der ersten Halbzeit. © picture alliance/dpa
Schalke 04

Teroddes Rekord-Tor und ein höchst seltsamer Elfmeter gegen Schalke

Schalke spielt in Bremen 1:1. Simon Terodde erzielt sein Rekord-Tor - und nach einem höchst seltsamen Elfmeter weit in der Nachspielzeit kocht Königsblau vor Wut.

Das Top-Spiel der Zweiten Liga endete 1:1 – im Gedächtnis bleiben wird vom Spiel Werder Bremen gegen Schalke 04 das Rekord-Tor von Simon Terodde und ein Elfmeter für Werder, den ganz Schalke als Witz-Elfer interpretierte.

Schalke begann mit der Start-Aufstellung vom 2:4 gegen Darmstadt – Rodrigo Zalazar saß zunächst also nur auf der Bank. Gar nicht zum Kader gehörte Darko Churlinov, der an einer Schulterverletzung laboriert.

Unbeeindruckt vom Impf-Skandal

Werder zeigte sich unbeeindruckt vom Impf-Skandal um den zurückgetretenen Trainer Markus Anfang. Unter der Regie von Interims-Coach Danjiel Zenkovic übernahmen die Gastgeber von Beginn an die Initiative, ohne allerdings zu großen Torchancen zu kommen. Die erste konkrete Hoffnung auf ein Tor hatte Schalkes – aber ein Lupfer von Simon Terodde ging knapp am Tor vorbei (11.).

Flutlicht-Spiel, volles Haus im wohninvest-Stadion, dazu ein nasser Rasen, der offenbar geradezu Lust auf Zweikämpfe machte. Davon gab es reichlich, und in mindestens dreien davon kamen Schalker Spiel zu spät. Mehmet Aydin, Danny Latza und Victor Palsson sahen relativ früh jeweils die Gelbe Karte – ein Handicap für die gesamte Schalker Defensiv-Konstruktion.

Zalazar für Palsson

Die blieb aber recht stabil, ließ im ersten Durchgang nur noch eine Chance durch Niclas Füllkrug zu, dessen Schuss Palsson von der Linie kratzte (32.). Aber Olaf Thon hatte in seiner Eigenschaft als Sport1-Experte genau hingeschaut: „Schalke macht zu wenig“, analysierte die S04-Legende. Und S04-Trainer Dimitrios Grammozis schien hingehört zu haben. Denn mit Beginn der zweiten Hälfte wechselte Grammozis Rodrigo Zalazar für Palsson ein und schlug damit quasi zwei Fliegen mit einer Klappe.

Trio früh verwarnt

Mit Palsson nahm er einen der verwarnten Spieler vom Platz, und mit Rodrigo versprach Schalkes Spiel dann doch ein wenig offensivlastiger zu werden.

Tatsächlich legte Rodrigo munter los und war an einigen Aktionen beteiligt, die besonders Simon Terodde ins Spiel brachten, der sich aber lange an Bremens Abwehrchef Ömer Toprak die Zähne ausbiss.

Doch schon nach wenigen Minuten war es mit der Schalker Herrlichkeit dann wieder vorbei. Bremen schaltete zurück in den Modus der ersten Hälfte – das bedeutete viel Arbeit für die Schalker Abwehr, die diese mit den zentralen Spielern Malick Thiaw, Ko Itakura und Marcin Kaminski aber sehr ordentlich erledigte.

Teroddes 154. Zweitliga-Tor

Zwar entwickelte sich zwischen der 55. und 70. Minute eine Art „Scheibenschießen“ aufs Schalker Tor, aber weder Niclas Füllkrug noch dessen Sturm-Kollege Marvin Ducksch und auch nicht der Mittelfeld-Kreative Leonardo Bittencourt brachten genügend Präzision in ihre Aktionen. Schalke fiel nur noch durch eine Flanke von Aydin auf, die plötzlich zum Schuss mutierte und Bremens Torhüter Jiri Pavlenka in Bedrängnis brachte.

Das Top-Spiel lebte vor allem von der Spannung: Durch die Ergebnisse des Wochenendes war an der Tabellenspitze schließlich alles noch enger zusammen gerückt, allerdings mischen nun noch mehr Mannschaften als vorher oben mit. Bremen und Schalke hatten also eine große Chance, sich oben wieder heranzutasten – dementsprechend engagierte gingen beide Mannschaften auch zur Sache.

Olaf Thon: „Nichts entdeckt“

Ein Tor lag eher für Bremen in der Luft, aber es fiel für Schalke: Rodrigo Zalazar zog einfach mal ab, Pavlenka klatschte ab und da stand – na klar: Simon Terodde. Schalkes Torjäger köpfte ein zum 1:0 für Schalke und ist mit 154 Toren nun alleiniger Rekordschütze der Zweiten Liga – damit hat Terodde Dieter Schatzschneider (153) abgelöst.

Das alles passierte in der 82. Minute, und der Drops wäre gelutscht gewesne, hätte es weit in der Nachspielzeit nicht nach Intervention des Video-Assistenten einen höchst seltsamen Elfmeter für Bremen gegeben, den Füllkrug in

der neunten (!) Minute der Nachspielzeit zum 1:1 verwandelte.

Ganz Schalke war und ist außer sich – dieser Elfmeter wird noch für reichlich Gesprächsstoff sorgen! Olaf Thon hatte sein Urteil gefällt: „Wir haben es uns acht Mal angesehen – und nichts entdeckt!“ Immerhin: Schalke hat die Serie von drei Pflichtspiel-Niederlagen hintereinander gestoppt.

Über den Autor
freier Mitarbeiter

Der neue Lokalsport-Newsletter für Haltern

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Halterner Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.