Beim Freistoß in Aktion: Mark Uth. © dpa
Schalke 04

Warum Mark Uth auf Schalke nicht Fuß fassen konnte

2018 wechselte Mark Uth ablösefrei von 1899 Hoffenheim zum FC Schalke 04. Die hohen Erwartungen, die mit diesem Transfer verbunden waren, konnte der einmalige Nationalspieler nie erfüllen.

Uth stand mehr in den negativen Schlagzeilen in diesen drei Jahren, als ihm lieb war. Dabei bestritt er in diesem Zeitraum gerade einmal 59 Pflichtspiele für die Königsblauen.

Warum konnte der gebürtige Kölner auf Schalke nicht Fuß fassen? Die eine Erklärung gibt es nicht. Mehrere Gründe kamen zusammen. Zum Beispiel schwere Muskelverletzungen, die Uth immer wieder zu langen Zwangspausen nötigten.

Spezielle Verbindung zu Köln

Dann seine spezielle Verbindung zum 1. FC Köln. Im zweiten Abschnitt seiner Profi-Karriere wirkte es beinahe so, als könne Uth nur in der Domstadt erfolgreich Fußball spielen.

Als er zum Beispiel in der Winterpause der Saison 2019/20 auf Leihbasis bis zum Saisonende beim 1. FC Köln spielte, wurde der Stürmer in sieben von acht Ligaspielen eingesetzt und konnte je vier Tore und Vorlagen beisteuern.

Sturm der Entrüstung

Solch eine Bilanz hatte er in Gelsenkirchen nie vorzuweisen. Besonders übel nahmen es ihm viele Schalker Fans, dass Uth zwar das königsblaue Trikot trug, aber in Gedanken wohl immer mehr bei seinem Ausbildungs- und Heimatverein war.

Ein Sturm der Entrüstung ging jedenfalls durch die sozialen Medien, als Uth in der Nacht des Abstiegs gut sichtbar in seinem Auto eine Sporttasche des „Eff-Zeh“ auftauchte. Die unentschuldbaren Fan-Ausschreitungen fanden hier ein Ventil, um sich Luft zu verschaffen.

Ein Transfer, zwei Gewinner

Auch dass Uth beim letzten Saisonspiel in Köln Trainer Dimitrios Grammozis bat, ihn nicht aufzustellen, quittierten viele Schalker Anhänger mit Kopfschütteln. Nun kehrt Uth zu seinem Heimatverein zurück.

Nach Suat Serdar und Sebastian Rudy hat der FC Schalke 04 es geschafft, den dritten Großverdiener von seiner Gehaltsliste zu bekommen. Der gebürtige Kölner wechselt damit zum dritten Mal in seiner Karriere in die Domstadt, wo er einen Zwei-Jahres-Vertrag plus einjähriger Option erhält.

„Bestmögliche Lösung“

Für Köln und für Schalke ist es ein lohnender Transfer. Die Kölner müssen für Uth, der auf Schalke noch einen Vertrag bis 2022 hatte, keine Ablösesumme zahlen. Im Gegenzug muss Schalke keine Abfindung an Uth zahlen und damit auch nicht mehr das Drei-Millionen-Gehalt stemmen.

Diese Tatsache ist für die in finanziellen Schwierigkeiten steckenden Königsblauen besonders wichtig. Schon zuvor bei Sebastian Rudy verhandelten die Schalker gut und mussten dem 30-Jährigen lediglich noch zwei Monatsgehälter (rund 700.000 Euro) zahlen.

„Für Schalke 04 und Mark Uth ist diese Entscheidung die aktuell bestmögliche Lösung“, sagte Sportdirektor Rouven Schröder. „Es ist kein Geheimnis, dass der FC sein Herzensverein ist und wir insbesondere aus wirtschaftlichen Gründen an einer Trennung interessiert waren.“

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