So jubelt Simon Terodde (M.), wenn er Tore schießt. © dpa
Schalke 04

Warum Schalke in der Offensive auf Simon Terodde setzt

Schalke 04 hat den zweiten Neuzugang für die nächste Saison verpflichtet. Die Wahl fiel auf Simon Terodde. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen.

Sein Markenzeichen ist sein Torjubel. Wenn Simon Terodde ein Treffer gelungen ist, dann führt er die linke Hand zum Kopf und sucht im Stadion mit dieser Geste demonstrativ nach seinen Eltern.

Ob diese immer vor Ort sind, wenn der Sohnemann auf Torejagd ist, sei dahingestellt, aber diese Reaktion nach eigenem Torerfolg ist dem 33-Jährigen sozusagen in Fleisch und Blut übergegangen.

Ablösefreier Wechsel

Ab der neuen Saison hofft der FC Schalke 04 diese Geste möglichst häufig zu sehen, denn ab dem 1. Juli stürmt der gebürtige Bocholter für die Blau-Weißen. Terodde war zwar schon vor einigen Wochen in den medialen Fokus als potenzieller Schalker Neuzugang geraten, doch zuletzt hatte sich das Interesse auf den Darmstädter Torjäger Serdar Dursun konzentriert, der zusammen mit Terodde zurzeit die Torjägerliste mit 21 Treffern anführt.

Da Terodde jetzt ablösefrei zu den Königsblauen wechselt und einen Einjahres-Vertrag plus Option erhält, sollen sich die Hamburger intensiv mit einem Transfer von Dursun beschäftigen, der ebenfalls ablösefrei ist.

139 Tore erzielt

Für Schalke macht die Verpflichtung von Terodde insofern Sinn, weil der Stürmer die Zweite Liga bestens kennt. Mit 139 Toren rangiert er auf Rang drei der Rekordtorschützen.

Ähnlich wie bei seiner aktuellen Mannschaft Hamburger SV ging allerdings auch bei Terodde die Leistungskurve nach starker Hinrunde nach unten. Erzielte er nach 17 Spieltagen 17 Treffer, musste er sich in der laufenden Rückrunde nur noch mit vier Toren begnügen, davon waren zwei Elfmeter. Auch deshalb scheint der Hamburger SV auch im dritten Anlauf an der Rückkehr in die Bundesliga zu scheitern.

„Zentraler Baustein“

Dies dürfte Teroddes Zukunftspläne wesentlich mit beeinflusst haben. „Wir freuen uns sehr, dass uns die Verpflichtung von Simon Terodde gelungen ist. Er wird unser Offensivspiel mit seinem Gespür für den torgefährlichen Raum und seiner Kaltschnäuzigkeit im Abschluss bereichern. Simon hat über viele Jahre die richtige Mentalität und Einstellung nachgewiesen“, glaubt Schalkes Sportvorstand Peter Knäbel mit diesem Transfer einen guten Griff getan zu haben.

Nach den Worten von Knäbel soll Terodde „ein zentraler Baustein unserer neuen Mannschaft“ sein. So viel Wertschätzung wirft automatisch die Frage auf, ob damit eine Weiterverpflichtung von Klaas-Jan Huntelaar vom Tisch ist. Knäbel ließ eine entsprechende Nachfrage gestern unbeantwortet, aber es erscheint schwer vorstellbar, dass die Blau-Weißen in der Offensive auf zwei Stürmer setzen wollen, die die „30“ schon weit überschritten haben. Terodde ist 33 Jahre alt, Huntelaar wird am 12. August 38 Jahre alt.

Schließlich hat Schalke mit Matthew Hoppe und Rückkehrer Ahmed Kutucu noch zwei junge Stürmer in seinem Kader, die Spielpraxis brauchen, um sich weiter zu entwickeln.

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