Zwei, die sich gut verstehen: Ralf Fährmann (l.) und Simon Terodde. © Tim Rehbein/RHR-FOTO
Schalke 04

Warum Schalkes Fans wieder einmal ein feines Gespür beweisen

Sprechchöre für Simon Terodde, aufmunternder Beifall für Ralf Fährmann. Die Schalker Anhänger bewiesen beim 2:0-Erfolg in Rostock wieder einmal ein feines Gespür.

Das Spiel war längst vorbei, doch die Schalker Fans hatten immer noch nicht genug. Die Sprechchöre für Simon Terodde wollten kein Ende nehmen. Denn der Mittelstürmer war es wieder einmal gewesen, der mit seinen herausragenden Knipser-Qualitäten den Königsblauen im Alleingang den 2:0 (1:0)-Erfolg in Rostock beschert hatte.

Fast wöchentlich werden die regelmäßigen Berichterstatter von Terodde quasi „genötigt“, den Fokus ihrer Artikel auf ihn zu richten. Dies ist bei seiner herausragenden Tor-Bilanz allerdings auch kein Wunder.

Tor-Rekord in Reichweite

Terodde, dem nur noch ein Tor zum Zweitligarekord von Dieter Schatzschneider (153 Treffer) fehlt, traf kurz vor und kurz nach der Pause (42. und 49.). Zudem landete ein Kopfball des Torjägers am Pfosten (57.). Der 33-Jährige erzielte damit zehn der 13 Schalker Saisontreffer und bereitete zwei weitere vor.

Deshalb kam auch Dimitrios Grammozis nicht umhin, Terodde erneut zu loben. „Simon hat wieder gezeigt, dass er ein überragender Stürmer ist. Natürlich wünsche ich mir auch mal einen anderen Torschützen, andersherum wehren wir uns aber nicht dagegen, wenn Simon immer am besten steht und dann erfolgreich abschließt.“

Selbstkritische Worte

Bei aller Freude über diesen wichtigen Auswärtssieg, der Schalke die Tuchfühlung zur Spitzengruppe der 2. Liga einbrachte, vernebelten die drei Punkte Terodde nicht die Sinne, sondern er gab selbstkritsch zu Protokoll: „Wir waren zu Beginn nicht gut drin im Spiel. Vor der Pause wäre eine Rostocker Führung nicht unverdient gewesen“.

Dass es nicht dazu kam, hatte Schalke dem zweiten Hauptdarsteller dieser Partie zu verdanken: Dem vor Selbstvertrauen strotzenden Martin Fraisl, der mit einem glänzenden Reflex gegen Nik Omladic „uns super gerettet hat“, wie es Grammozis formulierte.

Gutes Debüt von Fraisl

Fraisl hatte zwar die eine oder andere leichte Unsicherheit in seinem Spiel, doch insgesamt befand Grammozis: „Martin hat seine Aufgabe stark erledigt und der Mannschaft Stabilität gegeben“.

Sprechchöre waren für Fraisl im Ostseestadion dagegen kaum zu hören, dafür umso mehr für Schalkes bisherige Nummer eins Ralf Fährmann. Damit bewiesen die Fans wieder einmal ihr feines Gespür für diejenigen, die Zuspruch gut gebrauchen können.

Auch wer kein Freund des 32-Jährigen ist, wer ihn mit gesenktem Kopf und trauriger Miene nach dem Schlusspfiff vom Platz gehen sah, konnte sich des Mitleids kaum erwehren. Aber dafür ist im Profifußball kein Platz.

„Das war eine Entscheidung für Martin Fraisl und nicht gegen Ralf Fährmann“, stellte Grammozis klar. Fährmann muss sich nun mit einer Situation arrangieren, die er auf Schalke schon mehrfach durchgemacht hat. Bei den Torhütern hat sich die Hierarchie nun gewaltig verändert, denn Michael Langer wird wegen seines Kreuzbandrisses lange ausfallen. Eine neue Nummer drei ist noch nicht bestimmt.

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