Immer auf Ballhöhe am Spielfeldrand: Schalke-Sportdirektor Rouven Schröder. © Tim Rehbein/RHR-FOTO
Schalke 04

Wie geht Schalke 04 mit dem Pokal-Aus bei den „Löwen“ um?

Schalke-Sportdirektor Rouven Schröder weist Kritik an der Schalker Startaufstellung bei den „Löwen“ zurück. Halbjahreszahlen machen ein bisschen Mut.

Der blaue Himmel über der Sportanlage der Spvgg. Unterhaching passte so gar nicht zur Stimmungslage der Schalker Fußballer, die am Mittwochmorgen dort trainierten. Denn das Pokalaus bei einem Drittligisten stoppte abrupt den königsblauen Aufwärtstrend in der 2. Liga, der zuletzt mit vier Siegen in Folge ohne Gegentor selbst die schärfsten Kritiker verstummen ließ.

Doch nach dem 0:1 bei den Münchener „Löwen“ ergoss sich der nächste Sturm der Entrüstung. Im Mittelpunkt der Kritik: Trainer Dimitrios Grammozis, weil dieser sich bei seiner Startaufstellung verzockt habe.

Stirnrunzeln rief vor allem die Besetzung auf der linken Außenbahn hervor. Hier sollte Darko Churlinov für Thomas Ouwejan spielen. Ausgerechnet jeder Churlinov, der als Offensivkraft geholt wurde, aber bisher nicht durch taktische Diszilplin überzeugt hatte.

Churlinov überfordert

Grammozis korrigierte seinen Irrtum zwar bereits nach 22 Minuten, aber da führten die „Löwen“ bereits mit 1:0. „Wenn man verliert, wird immer alles infrage gestellt. Ich war von der Aufstellung überzeugt“, wies der Schalker Trainer ein bisschen trotzig Kritik an seinem Personalplan zurück.

Fakt blieb jedoch: Churlinov war hoffnungslos überfordert in der Ouwejan-Rolle. Sportdirektor Rouven Schröder sagte im Gespräch mit dieser Zeitung: „Wir haben immer betont, dass wir alle Spieler in unserem Kader so einschätzen, dass sie die Möglichkeiten und Niveau haben, für Schalke 04 erfolgreich zu sein. Das Trainerteam sieht die Spieler in jeder Einheit und kann deren Potenzial am besten einschätzen. Jetzt da ein großes Fass aufzumachen und Kritik an der Aufstellung zu üben, ist viel zu einfach.“

Finanzielle Lage bleibt Herausforderung

Trotzdem muss sich Grammozis den Vorwurf gefallen lassen, warum er ausgerechnet in einem so wichtigen K.o.-Spiel drei Leistungsträger nicht von Anfang an brachte. Die 515.000 Euro für das Erreichen des Achtelfinales hätten Schalke sehr gutgetan. Denn die finanzielle Lage bleibt eine große Herausforderung, wie die Halbjahreszahlen des FC Schalke 04 für das Jahr 2021 zeigen, die Finanzchefin Christina Rühl-Hamers am Mittwoch präsentierte.

Schalke verzeichnet für diesen Zeitraum einen Fehlbetrag von 21 Millionen Euro. Das Paket an Konsolidierungsmaßnahmen vor allem auf dem Personal-Tableau, durch das Schalke aufgrund der finanziellen Lage und des Abstiegs in die Zweite Liga gezwungen war, zeigt erste Wirkung: Für das Gesamt-Geschäftsjahr 2021 rechnet Schalke mit einem Verlust im niedrigen zweistelligen Millionen-Bereich. Das ist zwar immer noch ein Verlust, aber doch eine deutliche Entschleunigung von der bisherigen Talfahrt.

Corona etwas abgemildert

„Die Situation, in der sich Schalke 04 befindet, ist weiterhin herausfordernd. Ich persönlich bin insgesamt aber zuversichtlich bei unserem Ziel, den Klub auf ein wirtschaftlich stabiles Fundament zu stellen“, sagte Christina Rühl-Hamers.

Der Umsatz betrug im ersten Halbjahr unter den Rahmenbedingungen der Corona-Pandemie 106,7 Millionen Euro. Durch umfassende Kostensenkungsmaßnahmen habe man „die Auswirkungen auf das Ergebnis abmildern können“, so Rühl-Hamers.

Sportlicher Erfolg wäre deshalb enorm wichtig, um die Finanzlage weiter zu verbessern. Sportdirektor Rouven Schröder bleibt Optimist: „Das Trainerteam hat die Pokalpartie genau analysiert und wird nun die richtigen Schlüsse ziehen. Dann heißt es den Schalter umzulegen und in Heidenheim eine bessere Leistung zu zeigen. Ich bin davon überzeugt, dass wir das schaffen werden.“ Am Freitag sind die Spieler gefordert.

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