Schalke 04

Wie Schalke 04 um die Unterstützung seiner Fans kämpft

Schalke 04 sucht die Nähe zu seinen Fans. Am Dienstag beantworteten Dimitrios Grammozis und Rouven Schröder im Trainingslager in Mittersill die Fragen der Anhänger.
Fragerunde in Mittersill: Schalke-Sportdirektor Rouven Schröder und Moderator Dirk Oberschulte-Beckmann. © Tim Rehbein/RHR-FOTO

Wer beruflich oder privat schon mal ein Trainingslager des FC Schalke 04 besucht hat, der macht seit Anfang der Woche in Mittersill eine ungewöhnliche Erfahrung: Das Interesse am FC Schalke 04 hat scheinbar rapide nachgelassen.

Liegt das am sportlichen Niedergang, der sich im Abstieg in die 2. Liga dokumentierte, an der Pandemie oder ist das Wetter schuld? Noch ist es zu früh für eine tief greifende Ursachenforschung. Vielleicht ist es ja auch nur die viel beschworene „Momentaufnahme?“

Ruhig und beschaulich

Fakt ist jedoch: Mehr als 50 Anhänger des FC Schalke 04 waren es nicht, die am Dienstagvormittag das Training der Königsblauen auf dem Naturrasen in Mittersill verfolgten. Das ist für Schalker Verhältnisse eine revolutionär geringe Zahl, die viel Luft nach oben lässt. Erst einmal scheinen die Zeiten vorbei zu sein, in denen der Schalker Wachdienst alle Hände voll zu tun hatte, um im Trainingslager der Menschenmassen Herr zu werden.

Bisher geht es in Mittersill sehr ruhig und beschaulich zu. Schalkes Entscheidungsträger scheinen jedoch verstanden zu haben, dass der Schulterschluss mit den eigenen Anhängern auf eine neue Grundlage gestellt werden muss. Dabei bleibt es nicht bei vollmundigen Ankündigungen oder Versprechen. Das Rahmenprogramm für die mitgereisten Anhänger ist in Mittersill so umfang- und abwechslungsreich wie lange nicht mehr.

Fragerunde mit den Anhängern

Die Charme-Offensive fand am Dienstag mit einer Fragerunde der Anhänger einen ersten Höhepunkt, an der Trainer Dimitrios Grammozis und Sportdirektor Rouven Schröder teilnahmen. Es klang zwar etwas populistisch, wenn Grammozis formulierte: „Ich bin Trainer, um die Fans glücklich zu machen.“ Aber so etwas kommt bei den meisten Schalker Anhängern an, die ihre Fragen zuvor schriftlich eingereicht hatten.

Rouven Schröder beantwortete routiniert alle Fragen und sprach danach auch noch in einer Medienrunde über…

… die Rahmenbedingungen in Mittersill: „Ich bin zum ersten Mal hier. Das ist Österreich pur. Für uns ist besonders wichtig, dass die Trainingsstätten in hervorragendem Zustand sind.“

… die beiden Testspiele im Rahmen der Vorbereitung: „Nichts gegen unsere ersten beiden Gegner, aber jetzt geht es für uns richtig los. In beiden Spielen wollen wir uns gegen Zenit St. Petersburg und Shakthar Donezk gut präsentieren. Man darf ja nicht vergessen, dass für uns schon am 23. Juli die Saison los geht. Wir haben keine Zeit zu verlieren, damit sich die Mannschaft bis zum Auftakt gegen den HSV in der bestmöglichen Verfassung präsentiert.“

… die Auswirkungen des Verkaufs der eSport-Lizenz: „Das hat auf meinen Personaletat keine Auswirkungen. Da bin ich sozusagen autark, für meinen Bereich heißt es weiterhin kleinere Brötchen zu backen. Deshalb war beispielsweise der Transfer von Bernard Tekpetey sehr wichtig.“

… den aktuellen Stand bei Verkaufskandidaten wie Amine Harit, Ozan Kabak, Matija Nastasic oder Omar Mascarell: „Es gibt Anfragen, aber zurzeit keine Angebote. Das ist für mich nicht überraschend, weil der Transfermarkt momentan sehr, sehr ruhig ist. Dies hat nichts mit unseren Verkaufskandidaten zu tun. Die Vorgespräche zeigen, dass die Spieler im Markt sind und es keine Probleme gibt. Wir sind alle keine geduldigen Menschen, aber wir müssen damit umgehen.“

… Gastspieler Yaroslav Mikhailov: „Er hat für einen 18-Jährigen einen tollen Eindruck hinterlassen. Yaroslav ist sympathisch schüchtern, auf dem Spielfeld ist er es nicht. Deshalb haben wir gesagt, dass wir ihn im gesamten Trainingslager sehen wollen. Der Junge kann kicken, auch wenn der Gegner nur Hamborn hieß. Aber er ist bis 2025 bei Zenit unter Vertrag. Aktuell ist nichts geplant, was eine Ausleihe oder Kauf betrifft.“

… den frühen Saisonstart: „Es ist nicht auszuschließen, dass Spieler am 23. Juli für uns aktiv sind und später wechseln. Bis zum 31. August bleibt Zeit. Da kann noch sehr viel passieren.“

… das Seelenleben von Amine Harit: „Er ist ein guter Junge. Ich habe sehr viele gute Gespräche mit ihm geführt. Er ist jemand, der Zuneigung braucht. Wir sind in ständigem Austausch, um die beste Lösung für beide Seiten zu finden.“

… den Konkurrenzkampf in der Mannschaft: „Wir haben die Kaderplanung so angelegt, dass es keine Erbhöfe gibt. Auch arrivierte Spieler haben auf ihrer jeweiligen Position Konkurrenten, die ihnen Druck machen. Wenn man sieht, wie sich Aydin reinhaut, der zuvor verletzt war. So muss es sein.“

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