In Zeiten der Corona-Krise sind alle Fußball-Bundesligisten enorm gefordert. Beim FC Schalke 04 ist ein bisschen Normalität zurückgekehrt.

Gelsenkirchen

, 02.04.2020, 17:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein kleines Stück Normalität ist beim FC Schalke 04 in diesen Tagen zurückgekehrt. Es wird trotz der anhaltenden Corona-Pandemie wieder auf dem Platz trainiert, aber nur in ganz kleinen Gruppen mit zwei Kickern. Möglich macht das eine Ausnahmegenehmigung des Landes Nordrhein-Westfalen für Profifußballer.


„Ich nenne es noch nicht mal trainieren, sondern agieren können. Einfach sich bewegen mit Ball. Am Ende kannst du auch ein Kleingruppentraining abhalten, das einem Individualtraining sehr ähnlich ist. Das ist das, was die meisten wollen“, so Trainer David Wagner.


Spieler sind per Video-Call miteinander verbunden

Außerdem wird weiterhin im Homeoffice trainiert. Dennoch finden diese Trainingseinheiten gemeinsam statt - per Cyber-Training. Während die Spieler ihre Übungen zu Hause durchführen, sind sie bei ihren Einheiten durch einen Video-Call miteinander verbunden.


„Für uns als Mannschaftssportler ist es enorm wichtig, im Team interagieren zu können, selbst wenn wir räumlich getrennt sind“, betonte Wagner. Wie die seit einer Woche praktizierte Maßnahme aussieht, ist auf der Schalker Homepage zu sehen. Am vergangenen Sonntag befand sich Ahmed Kutucu gemeinsam mit Athletik-Trainer Klaus Luisser im Profi-Leistungszentrum der Königsblauen. Der Offensivspieler machte die Übungen vor, die seine zugeschalteten Teamkollegen dann nachmachen sollten.



Improvisation bei der Trainingsarbeit


Improvisation ist also in diesen Tagen in der Schalker Trainingsarbeit gefragt. Doch je länger die Beschränkungen bestehen bleiben, desto länger dürfte es später dauern, die Fitness-Rückstände aufzuholen. FCA-Manager Stefan Reuter warnte bereits in der Sportbild: „Das Thema Verletzungsgefahr darf nicht unterschätzt werden. Es ist zwingend erforderlich, dass es nach der Corona-Pause eine Vorbereitungszeit von mindestens zwei Wochen für jedes Team gibt, um sich an das Top-Niveau heranzuarbeiten. Es ist ganz schwierig, die richtige Intensität festzulegen, um dann auf dem Platz am Tag X zu 100 Prozent leistungsfähig zu sein“.

Die Corona-Pandemie hat nicht nur gravierende Folgen für die Gegenwart, sondern sie wirbelt auch die Schalker Zukunftspläne durcheinander. Die Internationalisierungsstrategie, die Schalke vor allem mit seinen Trainingslagern in den Sommer- und Wintermonaten praktiziert, wird sich 2020 wohl nicht aufrechterhalten lassen.



Sommerplanung ist in der Schwebe


Von den geplanten Reisen nach China und in die USA hat der Klub nun vorerst Abstand genommen. „Unsere bisherigen Planungen müssen wir natürlich jetzt erst einmal ad acta legen“, machte Sportvorstand Jochen Schneider im „kicker“ klar. „Primäres Anliegen ist, die aktuelle Saison zu Ende zu spielen“, so der 49-Jährige.

Die Königsblauen hoffen, dass sie zumindest das schon zur Tradition gewordene Trainingslager in Mittersill (Österreich) durchführen können. Seit 2016 findet dort die Sommervorbereitung statt. Der Termin vom 31. Juli bis zum 8. August stand auch schon fest. Doch ob der eingehalten werden kann, steht in den Sternen.

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