Bei Schalke 04 stimmt nur das Ergebnis gegen Schweinfurt

Schalke 04

Am Ende stimmte immerhin das Ergebnis, die Leistung insgesamt nicht. Schalke 04 steht nach dem 4:1 (2:1) gegen Schweinfurt 05 in Pokalrunde zwei.

Gelsenkirchen

, 03.11.2020, 20:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Abgehoben: Alessandro Schöpf (r.) freut sich über sein Tor zum Schalker 3:1.

Abgehoben: Alessandro Schöpf (r.) freut sich über sein Tor zum Schalker 3:1. © dpa

Bis zur 39. Spielminute blieb der Bundesligist jedoch fast alles schuldig und knüpfte nahtlos an seine trostlosen Vorstellungen der vergangenen Wochen und Monate an. Keine Kreativität im Spiel nach vorn, keine Dynamik auf den Außenbahnen und immer wieder fehlerhafte Abspiele, die auch einen Viertligisten zum Toreschießen einluden.

Wie in der 37. Minute, als Martin Thomann die Unterfranken in Führung brachte und bei seinem Jubellauf über den halben Platz offenbar schon von der Pokalsensation träumte.

Zu früh gefreut

Aber das war zu früh gefreut. Bei dem mit großer Laufbereitschaft aufspielenden Viertligisten war zu diesem Zeitpunkt bereits absehbar, dass er dieses Tempo nicht würde durchhalten können. Und so konnte Schalke durch Tore von Vedad Ibisevic und Alessandro Schöpf bis zum Halbzeitpfiff ergebnistechnisch die Partie, aber noch nicht die Kräfteverhältnisse auf dem arg lädierten Rasen drehen.

„Schade, dass wir unsere Führung so schnell abgeben mussten. Das hat uns ein bisschen weh getan in der Halbzeit“, bilanzierte Schweinfurts Trainer Tobias Strobl, der aber völlig zu Recht seine Mannschaft für ihren couragierten Auftritt beim Geisterspiel in der Veltins-Arena in den höchsten Tönen lobte: „Wir sind unfassbar stolz auf das, was wir geleistet haben“.

Fährmann wehrt Elfmeter ab

Zweiter Knackpunkt der Partie war aus Schweinfurter Sicht der vergebene Elfmeter von Amar Suljic (69), der an Schalke-Torhüter Ralf Fährmann scheiterte. Der 32-Jährige durfte diesmal anstelle von Frederik Rönnow das Schalker Tor hüten. Es war nicht die einzige personelle Veränderung, die Schalke-Trainer Manuel Baum im Vergleich zum Bundesligaspiel gegen Stuttgart vornahm.

Baum änderte sein Team auf nicht weniger als acht (!) Positionen. Wenn das schief gegangen wäre, hätte er sicherlich viele Fragen beantworten müssen. Doch am Ende zählte für den Bundesligisten nur das Ergebnis. Nach 273 Tagen ohne Pflichtspielsieg stellten in der Schlussphase die Tore von Alessandro Schöpf und Benito Raman den 4:1-Erfolg sicher, der jedoch nicht als Mutmacher für die kommenden Bundesligaaufgaben taugt.

Trainer Baum ist erleichtert

Schalke spielt auf keinem stabilen Fundament. Bestes Beispiel war der junge Innenverteidiger Malick Thiaw. Gegen den VfB Stuttgart für seine Leistung noch gefeiert, präsentierte sich der Youngster nicht nur beim Schweinfurter Führungstor völlig von der Rolle. Solche Leistungsschwankungen sind bei jungen Spielern nicht unüblich, aber sie helfen Schalke nicht, wenn die Mannschaft auch in Zukunft erfolgreich Fußball spielen will.

Baum war erst einmal erleichtert über den Pokalerfolg und froh, dass überhaupt gespielt werden konnte. Denn nach einem Corona-Fall in der seiner Mannschaft am Montag traf die Genehmigung des Gelsenkirchener Gesundheitsamtes erst wenige Stunden vor dem Anpfiff ein. Offiziell war es übrigens ein Schalker Auswärtsspiel – Schweinfurt hatte das Heimrecht wegen der hohen Corona-Auflagen getauscht.

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