Nach einem restlos enttäuschenden Platz 14 in der vergangenen Saison steht Schalke aktuell als Tabellendritter viel besser da. Der Umgang mit diesem Erfolg ist von besonderer Bedeutung.

Gelsenkirchen

, 01.12.2019, 18:15 Uhr / Lesedauer: 1 min

Auch wenn David Wagner gebetsmühlenartig betont, dass für ihn die Tabelle nach 13 Spieltagen „total irrelevant“ sei, wird er damit nicht zum Großteil der eigenen Anhänger durchdringen. Wer nach mehr als einem Drittel der Saison vor dem FC Bayern München und – für viele Schalker Fans besonders wichtig – vor Borussia Dortmund steht, für den ist der Blick auf die Tabelle eine reine Freude.


Wagner will mit seiner Bewertung aber nicht die Euphorie der eigenen Anhänger eindämmen, sondern er will das Bewusstsein schärfen, dass der bisherige Erfolgsweg seiner Mannschaft alles andere als selbstverständlich ist. Vor allem wenn man in Rechnung stellt, dass die vergangene Spielzeit auf Rang 14 endete.

Der Umgang mit Siegen hat vor diesem Hintergrund große Bedeutung für die aktuelle Schalker Mannschaft. Denn wer auch nach Erfolgen selbstkritisch bleibt, macht mehr richtig, als derjenige, der glaubt, sich erst einmal bequem zurücklehnen zu können.



Mix zwischen Lob und Kritik


Die Partie gegen Aufsteiger Union Berlin gab in dieser Hinsicht besten Anschauungsunterricht. Wer nur die erste Halbzeit sah, wäre wohl nicht auf den Gedanken gekommen, dass der FC Schalke 04 in der Bundesliga-Spitzengruppe mitmischt. Wer nur Durchgang zwei beurteilte, konnte schon eher sehen, wie viele Fortschritte die Königsblauen im Vergleich zur Vorsaison gemacht haben. Solch ein hart umkämpftes Spiel wie gegen Union Berlin noch in der Schlussphase zu gewinnen, hatte in der vergangenen Spielzeit Seltenheitswert.


Bisher hat Wagner den richtigen Mix zwischen Lob und Kritik für seine Mannschaft gefunden. Wie stabil Schalke sportlich wirklich ist, wird man aber wohl erst dann seriös beurteilen können, wenn die Mannschaft mal eine Durststrecke durchmacht. Bisher hat die Wagner-Elf noch keine zwei Niederlagen in Folge kassiert.

Je länger dieses Qualitätsmerkmal beibehalten werden kann, umso schwieriger dürfte es Wagner fallen, die Aussagekraft der Tabelle kleinzureden. Aber mit solch einem Luxusproblem dürfte der 48-Jährige leben können.

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