Die Lehre fürs Pokal-Achtelfinale aus dem Schalker 0:0 in Berlin: Die Mauer muss weg

Schalke 04

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Selten traf diese Weisheit so zu wie nach der Null-Nummer zwischen Hertha BSC und Schalke. Denn am Dienstag kommt es in Gelsenkirchen zum gleichen Duell.

Berlin/Gelsenkirchen

von Matthias Heselmann und Norbert Neubaum

, 02.02.2020, 18:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Lehre fürs Pokal-Achtelfinale aus dem Schalker 0:0 in Berlin: Die Mauer muss weg

Abnutzungskampf: Schalkes Matija Nastasic (r.) im Zweikampf mit Marko Grujic von Hertha BSC Berlin. Am Dienstag treffen sich beide Mannschaften auf Schalke wieder. © dpa

Das Thema der Woche war am Ende gar keines: Auf die Rückkehr von Alexander Nübel ins Schalker Tor reagierten die Fans der Königsblauen in Berlin relativ teilnahmslos. Für den zu den Bayern wechselnden Torhüter gab es lediglich ein paar Pfiffe – spekuliert wurde vorher über größere Protest-Aktionen.

Wagner lobt S04-Fans

Dass die ausblieben, ist für Schalkes Trainer David Wagner ein Beleg dafür, „dass unsere Fans schlau sind und wissen, dass wir bislang alles zusammen erreicht haben: Truppe und Fans. Und das sollten wir auch so beibehalten, wenn wir aus dieser bisher so gut verlaufenen Saison am Ende etwas Zählbares rausholen wollen.“

Etwas Zählbares: Der Weg dahin könnte auch über den DFB-Pokal führen. Da trifft es sich vielleicht gut, dass der Achtelfinal-Gegner am Dienstag (Anstoß 20.45 Uhr) der gleiche ist wie am Freitagabend in der Bundesliga. Hertha BSC Berlin – diesmal allerdings in der Schalker Veltins-Arena.

Ein Spiel zum Vergessen

Was durchaus von Belang sein könnte – denn hier sind die Königsblauen Herr des Verfahrens. Wagner staunte in Berlin nämlich nicht über eine für eine Heimmannschaft ungewöhnlich defensiv eingestellte Hertha – der S04-Coach hatte schon vorher einen „pragmatisch spielenden“ Gegner vermutet.

Wagner wurmte vielmehr, dass der Rasen des Olympiastadions nicht gewässert worden war und somit kaum ein ordentliches Kombinationsspiel gestattete.

Einen mehr mitspielenden Gegner, so Wagner, könne er Dienstag zwar nicht garantieren – aber zumindest, dass der Rasen in einem solchen Zustand sei, dass ein attraktiveres Spiel möglich wäre.

Nach Bayern-Packung stabilisiert

Denn darüber gab es wohl keine zwei Meinungen: Die Bundesliga-Partie zwischen den beiden Mannschaften erfüllte alle Kriterien dafür, um in dem Ordner mit der Aufschrift „Schnell vergessen“ abgeheftet zu werden. Dabei konnte Schalke immerhin den einen Auswärtspunkt für sich verbuchen und – vielleicht noch wichtiger – die Erkenntnis, sich nach der 0:5-Packung in München zumindest defensiv stabilisiert zu haben.

Im Pokal-Achtelfinale im eigenen Stadion wird das alleine aber nicht reichen – die Offensiv-Abteilung ist ebenfalls gefordert und wird mehr kreative Ideen benötigen als in Berlin. Denn bei aller Nörgelei über den Spiel-Stil der Mannschaft von Hertha-Trainer Jürgen Klinsmann muss fairerweise erwähnt werden, dass auch die nach Europa blickenden Schalker gegen das Berliner Bollwerk kaum gute Torchancen hatten.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel – die Partie in der Hauptstadt lieferte Schalke zumindest die Blaupause dafür, wie die Berliner Mauer nicht zu knacken ist. Auch Amine Harit, eigentlich ein Mann für solche Fälle, wählte in Form von Dribblings meistens die falschen Mittel.

Serdars Einsatz ist fraglich

Die Mauer muss also weg – ausgerechnet Suat Serdar, in Berlin noch der Schalker Spieler mit den besten Offensiv-Aktionen, droht beim Wiedersehen mit der Hertha allerdings auszufallen.

Der Nationalspieler musste ausgewechselt werden, weil aus seinem kleinen Zeh im Laufe des Spiels ein dicker Zeh geworden war, nachdem ein Berliner Spieler ihm draufgetreten war. Ob Serdar am Dienstag mitspielen kann, entscheidet sich möglicherweise erst kurzfristig.

Schalke vor dem Achtelfinale: Der Gegner ist keine Übermannschaft, das ist eine Erkenntnis vom Freitag. Aber Schalke muss sich steigern. Vielleicht ein gutes Omen: In der Bundesliga gewann Schalke zuhause gegen Hertha 3:0 – es war am dritten Spieltag der erste Saisonsieg. Übrigens mit einem starken Alexander Nübel im Tor.