Dumm gelaufen: Bei ihrer Ursachenforschung sollten sich die Königsblauen nicht in irgendwelche Verschwörungstheorien verstricken, sondern sich lieber an die eigene Nase fassen.

von Norbert Neubaum

Gelsenkirchen

, 03.02.2019, 16:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eins vorweg: Schalkes Proteste, dass der zur Roten Karte von Alexander Nübel führende Freistoß nicht regelkonform über die Bühne gegangen sei, sind völlig berechtigt. Gute zwölf Meter zwischen dem „Tatort“ und dem Ausführungs-Punkt sind einfach zu viel. Diese Szene hat das Spiel, da gab es hinterher keine zwei Meinungen, zugunsten von Borussia Mönchengladbach entschieden.

Trotzdem muss sich Schalke aber auch ein großes und lautes „Aber“ gefallen lassen. Bevor nun irgendwelche Verschwörungstheorien in Sachen Schiedsrichter aufgestellt werden – Trainer Domenico Tedesco ist gerade drauf und dran, sich welche einzureden – sollten sich die Schalker Profis erstmal an die eigene Nase fassen.

Ein ungeschriebenes Gesetz

Denn besonders clever haben sie sich in dieser spielentscheidenden Szene nicht angestellt. Und Cleverness ist gerade im Profi-Fußball eine nicht zu unterschätzende Voraussetzung.

Nicht nur im Profi-Fußball übrigens: Auch in unteren Ligen, sogar in nahezu jeder Hobby-Truppe, ist es ein ungeschriebenes Gesetz, sich bei einem Freistoß des Gegners reflexartig vor den Ball zu stellen, um eine schnelle Ausführung des Freistoßes zu verhindern – völlig unabhängig von der Position, auf der sich der Ball befindet.

Stindl nahm die Einladung an

Dass ein Schiedsrichter eine (zu) schnelle Ausführung nicht unterbindet, muss immer einkalkuliert werden. Sebastian Rudy stand dicht neben dem Ball, schaute aber eher gemütlich zu, wie Lars Stindl den Ball Richtung Schalker Strafraum schlug.

Stindl hatte damit nichts anderes getan, als eine Einladung von Salif Sané anzunehmen. Der hatte – branchenüblich – den Ball nach dem Freistoß-Pfiff erstmal zur Zeitgewinnung Richtung Schalker Tor mitgenommen, ihn dann aber – unklug – genau da liegen lassen, anstatt ihn wieder ein paar Meter weit zurückzuwerfen.

Wechsel liefert Diskussions-Stoff

Wo wir einmal beim Thema fehlende Cleverness sind: Ob es besonders geschickt war, beim Stand von 0:0 in Unterzahl einen eher defensiven Mittelfeldspieler wie Rudy aus- und einen absolut bundesliga-unerfahrenen Stürmer wie Rabbi Matondo einzuwechseln, der beim 0:1 auf der rechten Verteidiger-Position stehend schnell seine defensiven Grenzen aufgezeigt bekam, darf ebenfalls bezweifelt werden.