Für die Bundesliga ist es ein Spitzenspiel - für Schalke ein Stabilitäts-Test

Schalke 04

Nach drei Siegen in Folge tritt Schalke am Samstag beim Spitzenreiter RB Leipzig an. Ist die Mannschaft von Trainer David Wagner schon reif für die „Großen“ der Liga?

Gelsenkirchen

von Norbert Neubaum

, 27.09.2019, 18:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Für die Bundesliga ist es ein Spitzenspiel - für Schalke ein Stabilitäts-Test

Schalker Jubel-Traube nach dem Sieg gegen Mainz: Reicht es auch schon für die „Großen“? © dpa

Die Komplimente, die während der Woche vom heutigen Gegner kommend auf sein Team niederprasselten, gibt David Wagner gern zurück. Wenn Schalkes Trainer über RB Leipzig spricht, gerät er regelrecht ins Schwärmen.

„Sicher in die Champions League“

„Über die Qualitäten eines Timo Werner brauchen wir hier doch gar nicht zu diskutieren“, sagt Wagner vor dem Spiel in Leipzig (Samstag, 15.30 Uhr/Sky). Wobei Wagner klarstellt, dass es ihm in seiner Beurteilung nicht nur um starke Offensiv-Leute wie Werner oder Yussuf Poulsen geht, sondern um das Gesamt-Ensemble: „Da muss man nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen haben: Leipzig schafft es am Saisonende in die Champions League – sicher.“ Denn da ist ja schließlich auch noch ein Trainer, den der S04-Coach ebenfalls mit Lob überschüttet.

„Verrückt und einzigartig“, so Wagner, sei es, „was dieser junge Mensch, dieser junge Mann bisher zu Stande gebracht“ habe. Mit seinen 32 Jahren ist der so umschmeichelte Julian Nagelsmann 15 Jahre jünger als Wagner – begegnet sind sich das deutsche Trainer-„Wunderkind“ und der Schalker Fußball-Lehrer noch nie, obwohl beide aus der „Hoffenheimer Schule“ stammen und dort von Ralf Rangnick geprägt wurden.

Beide Trainer von Rangnick geprägt

Wenn sich die beiden Trainer heute in Leipzig erstmals persönlich treffen, muss sich aber auch Wagner nicht verstecken. Denn durch drei Siege in Folge hat sich Schalke im oberen Tabellen-Drittel einquartiert – für das Kellerkind der Vorsaison ein so nicht zu erwartender Aufstieg. Vor allem aber ist Wagner dabei, der Mannschaft eine eigene Handschrift zu verpassen.

„Man merkt, dass Schalke viel arbeitet, deutlich aktiver bei gegnerischem Ballbesitz ist. Sie haben einen klaren Plan, einen sehr attraktiven und erfolgreichen Spielstil. Das ist typisch Dave Wagner“, hat sich Nagelsmann bereits intensiv mit dem „neuen“ Schalke beschäftigt.

RB Leipzig gegen Schalke 04 – für die Bundesliga ist das ein Spitzenspiel, für die Königsblauen eher ein Stabilitäts-Test. Denn bei allem Respekt vor Hertha BSC, dem SC Paderborn und Mainz 05 – RB Leipzig ist ein anderes Kaliber als die Mannschaften, gegen die Schalke zuletzt so fleißig gepunktet hat.

„Es soll Leipzig keinen Spaß machen“

Die Frage, die sich nun also stellt und auf die es in Leipzig eine erste seriöse Antwort geben wird: Ist Schalke auch schon reif für die „Großen“ der Liga?

In der Vorsaison musste diese Frage definitiv mit „Nein“ beantwortet werden. Schalke schaffte den Klassenerhalt, weil gegen die unten stehenden Mannschaften relativ zuverlässig gepunktet wurde. Je höher es in der Tabelle ging, umso leerer ging Schalke aus. Gegen die Top-Teams (man landet auf der Suche nach Saison-Höhepunkten immer bei diesem einen Spiel...) gelang nur ein Sieg: In Dortmund. 4:2. Derby halt.

Dass seine Mannschaft mit dem schnellen Leipziger Spiel überfordert sein könnte, glaubt Wagner nicht. „Wir haben es auch gegen die Bayern zum Teil schon ganz gut gemacht. Und Paderborn ist ja auch eine Mannschaft, die extrem von der Schnelligkeit lebt.“

Wagner, der personell aus dem Vollen schöpfen kann („Das sind Situationen, die ein Trainer liebt“), scheint selbst am meisten darauf gespannt zu sein, ob sein Team den Stabilitäts-Test besteht: „Wir freuen uns darauf, uns mit so einem Gegner zu messen. Wir werden alles dafür tun, dass es Leipzig keinen Spaß macht, gegen uns zu spielen.“ Schluss mit den Komplimenten. Denn das war eine glatte „Drohung“.

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