Gerd Kleppinger, ein Schalker Derby-Held der 1980er-Jahre

Schalke 04

Jens Lehmann, Olaf Thon, Ebbe Sand oder zuletzt Naldo – sie gehörten zu den Schalker Derby-Helden. Und auch Gerd Kleppinger, der in den 1980er-Jahren für Furore sorgte.

Gelsenkirchen

, 20.10.2020, 17:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Immer noch auf Ballhöhe: Gerd Kleppinger.

Immer noch auf Ballhöhe: Gerd Kleppinger. © dpa

Wenn das Derby zwischen Schalke und Dortmund bevorsteht, dann werden in den Lagern beider Vereine sofort Erinnerungen an die vergangenen Helden dieser Spiele wach. Aus Schalker Sicht gehört Gerd Kleppinger in diese Kategorie, obwohl er nach drei Schalker Jahren (1984 bis 1987) danach zum BVB wechselte. Doch dies wurde ihm von den Fans schnell verziehen.

Denn mit zwei außergewöhnlichen Derby-Leistungen spielte sich der zweikampfstarke Verteidiger in die Herzen der Schalker Anhänger. Das erste Mal gelang ihm dies am 10. Dezember 1985, als er beim Schalker 6:1-Erfolg einen Doppelpack schnürte. „Kleppo“ gelang das wichtige Führungstor gegen den Erzrivalen. Außerdem netzte er zum 5:0 ein.

Noch eindrücklicher ist dem heute 62-Jährigen aber der 20. September 1986 in Erinnerung. Zwei Tore von Kleppinger drehten die Partie, in der Dortmund durch Frank Pagelsdorf nach 59 Minuten in Führung gegangen war. Doch nur drei Minuten später traf Kleppinger zum Ausgleich, ehe ihm per Kopf der Siegtreffer gelang.

Rassige Duelle gegen Raducanu

„Das war ein tolles Gefühl, in so einem wichtigen Spiel zu treffen. Deses Spiel war mein persönliches Highlight während meiner Schalke-Zeit“, erinnert sich der Schalker Derby-Held im Gespräch mit dieser Zeitung an denkwürdige 90 Minuten, in denen er die Hauptrolle spielte. 44.500 Zuschauer im Parkstadion, die Mehrzahl Schalker Anhänger, kamen aus dem Jubeln nicht mehr heraus, denn Derbysiege waren schon damals keine „normalen“ Erfolge.

Gegen den BVB traf Kleppinger offenbar besonders gern. Fünf seiner zwölf Treffer in 97 Bundesligapartien für die Königsblauen gelangen ihm gegen Dortmund. Aber sein Kerngeschäft blieb die Defensive, wo er sich in den Derby-Duellen meist intensive Zweikämpfe mit BVB-Spielgestalter Marcel Raducanu lieferte. „Marcel war technisch sehr stark, da musste man als Verteidiger höllisch aufpassen“, so Kleppinger, der in der Saison 1987/88 nach Dortmund wechselte.

„Kein normales Spiel“

Aber das Kapitel Schalke war damit für ihn nicht beendet. Als Trainer war er von 2002 bis 2005 bei Schalkes zweiter Mannschaft tätig. Noch immer gibt es Kontakte zu den Königsblauen. „Ab und zu spiele ich in der Schalker Traditionself. Und wenn es zeitlich möglich ist, schaue ich mir die Schalker Heimspiele an“, erzählt Kleppinger.

Auch nach seinem Trainer-Abschied aus Gelsenkirchen blieb er sozusagen am Ball. Nach weiteren Stationen als Coach im hessischen Raum ist er seit 2012 beim SV Sandhausen als Co-Trainer beschäftigt. „Hier fühlt sich meine Familie sehr wohl“, sagt der frühere Bundesligaspieler. In Sandhausen werde nachhaltige Arbeit geleistet. Kleppinger: „Wir wollen versuchen, dass der Klub Jahr für Jahr einen einstelligen Tabellenplatz in der Zweiten Bundesliga erreicht“.

„Verrückte Dinge“

Natürlich darf auch der Blick nach vorn zum Derby nicht fehlen. Hat Schalke am Samstag in Dortmund überhaupt eine Chance? Kleppinger ist überzeugt davon. „Das Derby ist kein normales Spiel. Dort können die verrücktesten Dinge passieren, wenn ich zum Beispiel an das 4:4 nach dem Schalker 0:4-Rückstand denke“, so der Experte.

Einen konkreten Tipp wagt Kleppinger nicht, gleichwohl zeigt sein Wunsch, dass sein Herz auch weiter für Königsblau schlägt: „Ich hoffe, dass Schalke nicht verliert und den Spielern das Derby Selbstvertrauen für die nächsten Aufgaben gibt.“

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