Vor dem Heimspiel gegen Wolfsburg (Sa., 15.30 Uhr/Sky) ist das Kellerkind endlich mal wieder vorsichtig optimistisch. Ralf Fährmanns Laune wird sich diesem Stimmungshoch nicht anpassen können.

Gelsenkirchen

, 20.11.2020, 18:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der beste Weg, um sich aus den Negativ-Schlagzeilen zu befreien? Richtig: Man überlässt anderen dieses sensible Feld. Und wenn eine deutsche Fußball-Nationalmannschaft mit 0:6 in Spanien untergeht, müssen auch Schalker Angelegenheiten der nationalen Empörungswelle weichen. Also konnte Schalkes Trainer Manuel Baum seine Mannschaft in aller Ruhe auf das Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg vorbereiten.

Der Glaube ist zurück

Es herrschte eine fast schon seltsame Stimmung unter der Woche rund um die Veltins-Arena: Denn tatsächlich hat sich beim seit 23 Bundesliga-Spielen in Serie sieglosen Kellerkind so etwas wie vorsichtiger Optimismus breitgemacht, den Bock endlich umstoßen zu können. Die Mannschaft, so Baum, habe wieder den Glauben, Spiele auch gewinnen zu können.

Soweit ist es zwar noch lange nicht, aber immerhin sendet Schalke seit ungefähr drei Wochen leise Lebenszeichen, auf denen das erste kleine Stimmungshoch seit Monaten basiert. Seit drei Pflichtspielen ist Schalke ungeschlagen, bei der Anzahl der insgesamt herausgespielten Torchancen wurde die „Rote Laterne“ des Schlusslichts an Arminia Bielefeld abgegeben, es gibt aktuell keinen verletzten Spieler – mit Suat Serdar wird sogar ein sehnsüchtig erwarteter Rückkehrer wieder zum Kader gehören. Und: Das letzte Spiel in Mainz war die erste Partie nach langer Zeit, die Schalke – und das nach zweimaligem Rückstand – auch hätte gewinnen können. Und davon konnte seit Beginn der Dauer-Krise nun wirklich nie die Rede sein.

„Wir leben wieder“

Der Glaube an die eigenen Siegchancen ist also zurück, Co-Trainer Naldo fasst dieses lange vermisste Schalker Lebensgefühl so zusammen: „Wir leben wieder!“ Was zwei Schlüsse zulässt, die jeder Beobachter schon ahnte: Vorher war der Glaube an einen Sieg nicht vorhanden, und zumindest auf dem Platz präsentierte sich die Mannschaft eher leblos.

Dass der VfL Wolfsburg dazu in der Lage ist, so etwas auszunutzen, bewies er beim letzten Spiel auf Schalke. Das gewannen die Norddeutschen mit 4:1 – Schalke taumelte da schon nur noch durch die Liga und schloss die gespenstische Rückrunde eine Woche später mit einer 0:4-Packung in Freiburg ab.

Zweikampfstarke „Wölfe“

Auch jetzt darf sich der VfL Chancen ausrechnen, dem kleinen Schalker Stimmungshoch direkt einen Tiefschlag zu versetzen: Die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner ist in dieser Bundesliga-Saison noch ungeschlagen. Manuel Baum hat seine Spieler auf ein Kampfspiel eingeschworen: Der VfL Wolfsburg hat in dieser Saison insgesamt 844 Zweikämpfe gewonnen – so viele wie keine andere Bundesliga-Mannschaft.

Ralf Fährmann hat einen internen Zweikampf verloren, seine Laune wird sich den positiven Schalker Gefühlsschwingungen wohl nicht anpassen können. Denn sollte Frederik Rönnow nicht noch eine Verletzung oder ein positiver Corona-Test oder sonst irgendetwas dazwischenkommen, wird der Däne wie erwartet auch gegen Wolfsburg zwischen den Schalker Pfosten stehen. Damit ist Rönnow, ausgeliehen von Eintracht Frankfurt, nun auch offiziell Schalkes neue Nummer eins.

Keine Überraschung im Tor

Das wäre also geklärt. Nun gilt es für Schalke nur noch, das kleine Stimmungshoch in ein größeres und in drei Bundesliga-Punkte zu verwandeln. Das wäre auch eine gute Idee auf dem Weg raus aus den Negativ-Schlagzeilen.

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