„Jetzt fängt meine Karriere erst an“

Holtby komt sofort

HERZLAKE Kurz nach 14 Uhr trifft gestern im Hotel „Aselager Mühle“ in Herzlake ein Fußballer ein, dem Schalke-Trainer Felix Magath eine große Zukunft voraussagt: Lewis Holtby spielt ab sofort für die „Königsblauen“.

von Von Frank Leszinski

, 07.07.2009, 14:27 Uhr / Lesedauer: 2 min
„Jetzt fängt meine Karriere erst an“

Lewis Holtby (links) ist jetzt ein Schalker.

Der 18-Jährige hat einen Vertrag bis zum 30. Juni 2013 unterschrieben. Die Ablösesumme soll rund 2,6 Millionen Euro betragen. Damit ist der monatelange Transferpoker mit Zweitligist Alemannia Aachen beendet, wo Holtby noch bis 2010 unter Vertrag stand.Doch schon im November 2008 hatte Magath das erste Mal mit Holtby verhandelt. Damals allerdings noch in der Absicht, das Supertalent zum VfL Wolfsburg zu holen. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Mittelfeldspieler einen Wechsel zu den Königsblauen noch kategorisch ausgeschlossen. „Lewis ist noch sehr jung. Die Unruhe, die damals auf Schalke herrschte und die sich im Frühjahr 2009 nach den Entlassungen von Trainer Rutten und Manager Müller noch verstärkte, haben ihn abgeschreckt“, begründet sein Berater Thomas Noack gestern den Sinneswandel seines Schützlings, den die halbe Bundesliga gejagt hat. „Konkrete Angebote gab es unter anderem von Hoffenheim, Dortmund, Hertha BSC, Leverkusen, Köln und Mönchengladbach“, sagt Noack, der überzeugt davon ist, dass sein Klient in der Bundesliga schnell Fuß fassen wird: „Lewis lebt Fußball. An ihm wird Schalke noch viel Freude haben.“Magath sieht große Zukunft voraus Ähnlich optimistisch gibt sich Felix Magath: „Lewis hat das Zeug zum A-Nationalspieler. Es gibt nicht viele Spieler in seinem Alter, die in der Bundesliga bestehen können.“ Der Hochgelobte tritt danach erleichtert und phasenweise schon wie ein Medien-Profi vor die zahlreichen Journalisten. Allzu intime Fragen umdribbelt er so souverän wie er seine Gegner auf dem Platz stehen lässt. Er wolle sich in die Schalker Mannschaft „rein kämpfen“. Trainer und Verein seien „eine Hausnummer in Deutschland.“ Felix Magath sitzt daneben und nimmt solche Worte mit einem Lächeln zur Kenntnis.Noch wohnt Lewis Holtby bei seinen Eltern in Erkelenz, 20 Kilometer von Mönchengladbach entfernt. So bald wie möglich wird der deutsche U 19-Nationalspieler nach Gelsenkirchen umziehen. Der Sohn eines Engländers und einer Deutschen ist die Vorfreude auf die Bundesliga deutlich anzumerken: „Die fünf Jahre in Aachen waren eine schöne Zeit. Doch jetzt fängt meine Karriere erst an.“Am Montag Abend hat er sich von der Aachener Mannschaft verabschiedet. Vor der Fahrt nach Herzlake stehen gestern Vormittag noch die medizinischen Untersuchungen auf dem Programm. Dass Holtby die ersten intensiven Trainingseinheiten unter Magath verpasst hat, macht ihn nicht nervös: „Ich weiß, dass der Trainer hohe Anforderungen hat. Aber ich habe in Aachen gut trainiert und fühle mich fit.“ Auf Schalke wird Holtby mit der Rückennummer sieben auflaufen.Nach diesem Transfer hat Felix Magath weitere Neuzugänge ausgeschlossen. „Es wird keine weiteren Verpflichtungen in den nächsten Tagen geben.“ Weil die Transferperiode aber noch bis zum 31. August reicht, scheinen weitere Neuzugänge längst nicht ausgeschlossen. Denn Felix Magath ist immer für eine Überraschung gut.