Schalke 04 steht vor der Verpflichtung von Vedad Ibisevic. Kann der Bosnier den Königsblauen sportlich helfen? Sollte der Transfer klappen, bietet er Chancen und Risiken.

Längenfeld

, 27.08.2020, 08:05 Uhr / Lesedauer: 1 min

Auf den ersten Blick passt die Verpflichtung eines 36-Jährigen überhaupt nicht in den von Schalke propagierten Neuaufbau. Wer in diesem Alter noch im Profifußball aktiv ist, der hat in den meisten Fällen seine beste Zeit hinter sich. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Doch auf den zweiten Blick macht das Schalker Werben um den Bosnier durchaus Sinn. Ibisevic ist ein Stürmer mit eingebauter Torgarantie. Überall, wo er spielte, hat er auch Treffer erzielt. Außerdem verfügt der Mittelstürmer über sehr viel Erfahrung. Er kennt die Bundesliga genau, Anpassungsprobleme an das Spielniveau wird es nicht geben.

Hinzu kommt: Schalke sind in finanzieller Hinsicht die Hände gekommen. Gute Stürmer kann der Bundesligist aktuell nicht finanzieren.

Ein Typ und eine Führungsfigur

Der entscheidende Punkt, der für eine Verpflichtung von Ibisevic spricht, ist aber ein anderer: Der Routinier gehört in der Fußballersprache zu den „Drecksäcken“. Er lässt sich auf dem Spielfeld nichts gefallen, teilt aus und steckt ein. Ibisevic ist ein Typ und eine Führungsfigur, der einer zurzeit verunsicherten und mit vielen Durchschnittskickern ausgestatteten Mannschaft wie Schalke 04 durchaus helfen kann. Sein Vertrag soll nur eine Saison laufen. Schalke kann mit diesem geplanten Transfer nicht viel falsch machen.

Damit Ibisevic funktioniert, muss Trainer David Wagner dem Angreifer allerdings von Anfang an das Gefühl geben, dass er auf ihn setzt. Denn Ibisevic ist kein pflegeleichter Typ, der sich gern auf die Ersatzbank setzt. Nur wenn das gelingt, ist die Chance vorhanden, dass Ibisevic auf Schalke eine Verstärkung wird. Klappt das nicht, ist das Risiko vorhanden, dass Ärger mit Ibisevic schnell auf die Tagesordnung rücken könnte. Doch Nebenkriegsschauplätze kann kein Bundesligist gebrauchen, der erfolgreich sein will.

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