Klaus Fischer: „Ich wünsche mir mehr Kutucu und weniger Lotto“

hzS04-Gastkommentar

Der 45-fache Nationalspieler und Schalker Rekordtorschütze schreibt über den Schalker Saison-Start, den „Kölner Keller“ und sagt, was ihm an Ahmed Kutucu so gut gefällt.

von Klaus Fischer

Gelsenkirchen

, 31.08.2019, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schalkes Saison-Start ist bislang im Prinzip noch gar nicht richtig zu bewerten. Gladbach auswärts, die Bayern in der Arena – das sind schon echte Hausnummern, insofern ist ein Punkt aus diesen beiden Spielen ganz einfach mal zu akzeptieren. Spannend wird nun sein, wie sich die Mannschaft gegen Hertha BSC Berlin aus der Affäre zieht – da wird sich zeigen, ob und was sich auf Schalke wirklich verändert hat.

Was sich in meiner Wahrnehmung nicht verändert hat, ist das Lotterie-Spiel, zu dem der Fußball immer mehr wird, wenn da im Kölner Keller oder wo auch immer nicht richtig hingeschaut wird. Gegen die Bayern wurden Schalke zwei Handelfmeter nicht gegeben – die hätten dem Spiel noch einmal eine ganz andere Wende geben können.

Mir ist nach wie vor nicht klar, warum der Schiedsrichter sich diese Szenen nicht nochmal am Monitor angeschaut hat, vielleicht will ich es auch gar nicht wissen... Wenn er vom Video-Assistenten wirklich gesagt bekommen hat, er müsse die Szenen nicht mehr überprüfen, weil es keine klaren Fehlentscheidungen gewesen seien, dann macht mich das rat- und fassungslos.

Denn dann, und das muss man ganz knallhart so sagen: Dann hat der Video-Assistent, auch wenn er ein guter Schiedsrichter sein soll, für mich keine Ahnung. Zumal mindestens einer der beiden Elfmeter in der vergangenen Saison noch gegeben worden wäre. Da kann ich auch Lotto spielen gehen...

Klaus Fischer: „Ich wünsche mir mehr Kutucu und weniger Lotto“

Brachte nach seiner Einwechslung frischen Wind ins Schalker Spiel: Ahmed Kutucu, hier im Zweikampf mit Niklas Süle. © imago

Weniger Lotto im Keller, mehr Kutucu – das ist nach zwei Spieltagen mein Wunsch für Schalke. Als der Junge gegen die Bayern reinkam, wurde mit ihm auch die ganze Mannschaft endlich ein bisschen frecher. Das hatte ich vorher vermisst.

Besonders im Schalker Mittelfeld gucken mir die Spieler noch immer zu viel nach hinten und zu wenig und auch zu langsam nach vorn. Mit angezogener Handbremse und mutlosem Spiel nach vorn hast du gegen diese Bayern aber schon mal gar keine Chance. Natürlich, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren, kannst du gegen die Bayern verlieren, aber so dominant, so überragend wie in den letzten Jahren meistens kamen sie mir am Samstag nicht vor.

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Was jetzt zählt, ist das Hertha-Spiel. Auch wenn das am dritten Spieltag komisch und vielleicht ein wenig zu aufgeregt klingt: Aber um nicht schon wieder in eine Negativ-Spirale zu geraten, ist ein Sieg für Schalke Pflicht. So toll die Stimmung gegen die Bayern trotz der Niederlage war – sie kann auch ganz schnell kippen!

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