Der Rhythmus von Schalker Spielen bei den Bayern ist seit Jahren gleich. Die Torhüter-Diskussion beschäftigt die Königsblauen weiter. Trainer David Wagner darf sich nicht reinreden lassen.

von Norbert Neubaum

Gelsenkirchen

, 26.01.2020, 18:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Und täglich grüßt das Murmeltier: Der Ablauf von Schalker Spielen beim FC Bayern hat seit Jahren seinen festen Rhythmus. Vorher wird forsch angekündigt, mutig aufzutreten und dem Rekordmeister Paroli bieten zu wollen. Im Spiel selbst schrumpfen alle guten Vorsätze spätestens dann zum leeren Versprechen, wenn Schalke-Schreck Robert Lewandowski zum ersten Mal tief Luft holt.

Die Wucht überraschte diesmal

Dass es Schalke in München auch jetzt wieder recht derb erwischt hat, ist so gesehen fast die Normalität, kam aber dann in dieser Wucht doch überraschend. Denn in dieser Saison, so hofften viele Schalke-Fans und wohl auch Trainer David Wagner, sei die Mannschaft endlich reif für die große Überraschung.

Dass daraus nichts wurde, lag auch, aber nicht nur, an Torhüter Markus Schubert. Er hat mit seinem schweren Patzer vor dem 1:0 der Bayern die Gäste auf die Verlierer-Straße gebracht, auf der sie an diesem Tag aber wohl auch so gelandet wären.

Schönreden hilft keinem

Keinem wäre damit gedient, etwas schönzureden. Weder dem jungen Torhüter noch der kompletten Mannschaft – deren Gesamt-Vorstellung war ein ernüchternder Tiefschlag und der Beleg dafür, dass der Wagner-Fußball nur funktioniert, wenn die Spieler alles abrufen und 100 Prozent geben. Wenn Schalke daraus die richtigen Lehren zieht, war die Klatsche vielleicht sogar hilfreich.

Wagner, davon ist auszugehen, wird den S04-Profis die Sinne vor dem Spiel in Berlin wieder schärfen. Es gibt also Wichtigeres als die Torwart-Frage, obwohl dieses Thema nicht zu unterschätzen ist.

Trainer ist Herr des Verfahrens

Ganz wichtig: David Wagner entscheidet, sonst keiner. Er darf sich von niemandem reinreden lassen. Nicht mal von Aufsichtsratschef Clemens Tönnies, der dem dadurch natürlich noch mehr unter Beobachtung stehenden Wagner wohl einen Bärendienst erwies, in dem er sich für Schubert stark machte und dabei noch die Schalker Fans als „Kronzeugen“ mit ins Boot holte.

Das war allerdings vor dem Spiel in München – also vor dem Gruß des Murmeltiers.

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