Posse um Schalker-Pokalgegner nähert sich der Entscheidung

Schalke 04

Gegen wen spielt der FC Schalke 04 in der ersten DFB-Pokalrunde? Am Dienstag soll die Entscheidung bekannt gegeben werden.

Gelsenkirchen

, 26.10.2020, 17:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jochen Schneider kann über die Pokalposse längst nicht mehr lachen.

Jochen Schneider kann über die Pokalposse längst nicht mehr lachen. © dpa

So ist zumindest der Plan in einer der ungewöhnlichsten Geschichte der DFB-Pokal-Historie. Die Pokalposse hatte kurz vor der für den 13. September vorgesehenen Partie zwischen Schalke 04 und dem 1. FC Schweinfurt begonnen.

Drittligist Türkgücü München hat den Bayerischen Fußball-Verband (BFV) wegen der Nicht-Nominierung für die erste Runde im DFB-Pokal verklagt. Der Verband hatte während der Corona-Zwangspause den Regionalliga-Spitzenreiter Türkgücü als Aufsteiger in die 3. Liga gemeldet und den zweitplatzierten 1. FC Schweinfurt 05 zum Cup-Wettbewerb zugelassen.

Schiedsgericht tagte in Nürnberg

Türkgücü erwirkte dagegen eine einstweilige Verfügung – das Spiel wurde daraufhin verschoben. Schalke wähnte sich im falschen Film. Sportvorstand Jochen Schneider konnte nicht nachvollziehen, warum der BFV nicht in der Lage war, einen Pokalgegner zu bestimmen.

Der BFV legte seinerseits Einspruch gegen die einstweilige Verfügung ein und rief ein Schiedsgericht ein, das am Montag ab 14 Uhr in Nürnberg tagte. „Bis Dienstag. Dann können wir noch einmal sprechen“, sagte Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny im Gespräch mit dieser Zeitung auf dem Rückweg aus Nürnberg.

Bindend und rechtskräftig

Rund zwei Stunden hatte das Schiedsgericht getagt. Danach folgte die Beratung. Eine Entscheidung, ob der Schweinfurt oder Türkgücü in der ersten Pokalrunde auf Schalke treffen wird, soll am Dienstag verkündet werden. Das Urteil des Schiedsgerichts soll bindend und rechtskräftig sein, sodass der Pokal-Teilnehmer endgültig feststehen wird.

Dieses Gremium setzt sich aus dem Vorsitzenden und zwei Beisitzern sowie drei Stellvertretern zusammen. Beim Schiedsgericht handelt es sich nicht um ein Organ des Verbandes. „Es dient vielmehr – unter Ausschluss des Rechtsweges zu den ordentlichen Gerichten – der vergleichsweisen Regelung und Entscheidung über alle Streitigkeiten, die in einem engen Zusammenhang mit der Mitgliedschaft im BFV stehen“, so der Passus in der Satzung.

Klage auf Schadensersatz?

Der BFV hatte nicht nur das Schiedsgericht angerufen, sondern gleichzeitig auch beim Landgericht Berufung eingelegt, sodass die Angelegenheit in nächster Instanz an das Oberlandesgericht ging. Noch ist aber offen, ob das Eilverfahren in ein Hauptsacheverfahren übergeht.

Klar scheint hingegen zu sein: Sollte Türkgücü München vom Schiedsgericht nicht als Pokal-Teilnehmer gemeldet werden, könnte der Aufsteiger vor dem Oberlandesgericht wohl maximal noch auf Schadensersatz klagen. Der Weg in den DFB-Pokal wäre dagegen versperrt.

Schalke braucht Planungssicherheit

Nun liegt die Entscheidung beim Schiedsgericht. Ob die Pokal-Partie zwischen dem Bayern-Teilnehmer und Schalke 04 dann tatsächlich bereits nächste Woche (3./4. November) stattfinden kann, ist ungewiss. Schalke ist natürlich auch dringend daran gelegen, dass der Verein Planungssicherheit bekommt.

Sollte der Gegner Schweinfurt heißen, würde die Partie wohl in der Veltins-Arena ausgetragen werden, weil der Bayern-Regionalligist bereits im September signalisierte, dass er sein Heimrecht wegen der hohen Auflagen aufgrund der Corona-Pandemie abgeben wollte. Entscheidet das Schiedsgericht zugunsten von Türkgücü München, dann müsste Schalke in die bayerische Landeshauptstadt reisen. Denn der Drittligist wird nach Informationen dieser Zeitung nicht auf sein Heimrecht verzichten.

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