Schalke 04: Die Personallage entspannt sich

Schalke 04

Es war erst das erste Testspiel, aber ein wesentliches Element der Schalker Spielidee für die neue Saison war gegen Osnabrück sichtbar: Die Rückkehr zur Dreier-Kette bei eigenem Ballbesitz.

Gelsenkirchen

, 10.08.2020, 16:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hier erzielt Alessandro Schöpf (r.) das 4:1 für Schalke gegen Osnabrück. Am Ende hieß es 5:1 für die Königsblauen.

Hier erzielt Alessandro Schöpf (r.) das 4:1 für Schalke gegen Osnabrück. Am Ende hieß es 5:1 für die Königsblauen. © dpa

Dann ließen sich die sonst als Sechser im defensiven Mittelfeld auflaufenden Levent Mercan in der ersten und Alessandro Schöpf in der zweiten Halbzeit zurückfallen. Diese taktische Variante praktizierten die Königsblauen bereits mit Erfolg über weite Strecken der vergangenen Hinrunde. Dann schlug das Verletzungspech auch in der Abwehr gnadenlos zu. Phasenweise fehlten alle bewährten Defensivspezialisten wie Salif Sané, Ozan Kabak, Matija Nastasic und Benjamin Stambouli.

Nun hat sich die Personallage zu Beginn der Vorbereitung endlich deutlich entspannt, sodass Trainer David Wagner gegen Osnabrück in beiden Halbzeiten mit Dreier-Kette spielen ließ. Im ersten Durchgang bildeten Ozan Kabak, Levent Mercan und Benjamin Stambouli die Dreier-Kette bei Ballbesitz, nach dem Seitenwechsel experimentierte Wagner mit dem Trio Mika Hanraths (U23), Alessandro Schöpf und Malick Thiaw.

Schlüsselrolle für Stambouli

Eine Schlüsselrolle besitzt in diesem Konzept Benjamin Stambouli. „Benji ist ein wichtiger Kommunikator, ein Führer, der der Mannschaft sehr gut tut“, freute sich der Schalker Trainer über die Rückkehr des Langzeitverletzten nach zehnmonatiger Wettkampfpause. Denn es sei nicht zu erwarten gewesen, dass der Franzose nach so langer Auszeit schon wieder solch eine beachtliche Frühform zeige.

„Wir sind sicher weiter als in der Vorbereitung vor einem Jahr. Das ist aber nicht verwunderlich, weil sich Trainer und Mannschaft schon kennen, sodass es keine Vorbehalte oder Berührungsängste gibt“, urteilte Wagner. Er hofft nun, dass auch die Langzeitverletzten Omar Mascarell, Salif Sané und Guido Burgstaller, die im Traningslager meistens noch ein individuelles Trainingsprogramm abspulten, bald ins Mannschaftstraining zurückkehren. Am weitesten scheint Burgstaller zu sein. David Wagner ist guter Hoffnung, dass der Österreicher am Mittwoch erstmals am Teamtraining teilnehmen kann.

Es geht wieder ums Geld

Der Schalker Trainer bestätigte, dass im Trainingslager in Herzlake eine Gesprächsrunde zwischen der Mannschaft sowie Sportvorstand Jochen Schneider und Lizenzspiel-Koordinator Sascha Riether über das Thema weiterer Gehaltsverzicht stattgefunden hat. Ein Ergebnis gab es noch nicht. Doch Wagner ist sich sicher, dass zeitnah Resultate verkündet werden können. „Die Truppe hat ein hohes Verantwortungsbewusstsein“, so der Coach.

Ähnlich hatte sich auch schon Sportvorstand Jochen Schneider im Trainingslager in Herzlake geäußert. „Ich bin zuversichtlich, dass wir wieder harmonische Gespräche haben und zu einer guten Lösung kommen werden“, sagte der 49-Jährige in Herzlake. Beim ersten Gehaltsverzicht sollen die Spieler angeblich auf 15 Prozent ihres Einkommens verzichtet haben, weitere 15 Prozent seien gestundet worden.

Andersson bleibt vorerst bei Union Berlin

Wegen der schwierigen Finanzlage muss Schalke wohl erst einen Leistungsträger - mit großer Wahrscheinlichkeit Weston McKennie - verkaufen, um selbst neue Spieler verpflichten zu können. Deshalb hat sich der offenbar geplante Transfer von Stürmer Sebastian Andersson laut „kicker“ erst einmal zerschlagen. Kein Verein hat die vertraglich festgelegte Ausstiegsklausel beim 29-Jährigen im mittleren einstelligen Millionenbereich gezogen. Diese war am vergangenen Donnerstag ausgelaufen. Deshalb trainiert Andersson weiterhin bei seinem Klub Union Berlin. Ob er dort jedoch bleiben wird, werden die nächsten Wochen zeigen.

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