Wie wird der Kader des FC Schalke 04 in Zukunft aussehen? Wegen der Corona-Pandemie sind fast täglich neue Personalspekulationen im Umlauf. Auch ein Publikumsliebling denkt an Abschied.

Gelsenkirchen

, 28.04.2020, 17:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fakt ist, dass Schalke wegen gravierender Einnahmeausfällen den Gürtel viel enger schnallen muss. Sportvorstand Jochen Schneider muss zahllose Szenarien durchspielen, um für alle Fälle gewappnet zu sein. Diese Unsicherheit, mit welchen Spielern man überhaupt planen kann, wird sich wohl noch viele Wochen hinziehen.


Vor allem in der Abwehr droht Schalke ein großer Umbruch. Zwei Leihspieler, die sich beim Bundesligisten prächtig entwickelt haben, dürften für die Blau-Weißen nicht mehr zu finanzieren sein. Das gilt insbesondere für Jean Clair Todibo. Der junge Verteidiger, vom FC Barcelona ausgeliehen, überzeugte mit Spielübersicht und Zweikampfstärke.


Skeptisch bei Kenny



Die Modalitäten für eine feste Verpflichtung des 20-Jährigen (20 Millionen Euro plus fünf Millionen Euro erfolgsabhängige Boni) wären für Schalke aber auch ohne Corona-Krise kaum zu stemmen. Eine erneute Leihe für eine Saison soll Barcelona laut der spanischen Zeitung „Sport“ schon vor Wochen abgelehnt haben. Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider erklärte dagegen auf Anfrage dieser Zeitung: „Wir haben hierüber mit dem FC Barcelona bislang noch nicht gesprochen“.


Denn die Katalanen wollen Todibo offenbar selbst verkaufen, um finanzielle Ausfälle durch die Coronavirus-Pandemie zu kompensieren. Heißester Kandidat für einen Transfer von Todibo soll der FC Everton sein.


Barcelona will Todibo verkaufen


Dorthin könnte auch Jonjoe Kenny zurückkehren, dessen Leihvertrag ohne Kaufoption auf ein Jahr begrenzt ist. David Wagner hat sich gegenüber dem englischen Sender Sky Sports zuletzt eher skeptisch geäußert, ob Kenny auch in der nächsten Saison für Schalke spielen wird.

„Es sieht so aus, als hätten wir nicht die finanzielle Kraft, ihn zu kaufen. Falls Everton entscheidet, ihn zu verkaufen, sind wir mehr oder weniger chancenlos“, wird Wagner zitiert. Lediglich eine weitere Leihe könnten die Königsblauen stemmen. Ob der FC Everton dieser zustimmen wird, ist allerdings fraglich.



Keine Fortschritte bei Vertragsgesprächen mit Stambouli






Gespräche mit dem englischen Erstligisten ruhen derzeit, wie Wagner betont. „Mit allen Klubs ist es zurzeit schwierig, Verhandlungen zu führen, denn niemand weiß, wie viel Geld wir in der kommenden Saison haben werden“, erklärte er.



Ganz still ist es um einen weiteren Schalker Abwehrspieler geworden, der zuletzt zwar mehrfach die sozialen Medien nutzte, um darzulegen, was für ein toller Verein der FC Schalke 04 ist. Aber verlängert auch Benjamin Stambouli seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag immer noch nicht.



Miranda ist unzufrieden


Im Gegenteil, die Zeichen stehen wohl auf Abschied, denn der Berater des Franzosen erklärte gegenüber Sky: „Wir sind an einem toten Punkt“. Was übersetzt wohl nichts anderes heißt, dass der Spieler und der Verein weit von einer Einigung über einen neuen Vertrag entfernt sind. So weit geht die Zuneigung von Stambouli zum FC Schalke 04 dann wohl doch nicht, dass er finanzielle Abstriche machen will. Aber mit solch einer Haltung ist er in der Fußballbranche gewiss kein Einzelfall.

Nimmt man noch hinzu, dass Juan Miranda in einem Interview mit der spanischen Zeitung „Mundo Deportivo“ seinen Abschied vom Bundesligisten wegen fehlender Einsätze in Aussicht stellte, droht Schalke in der Defensive ein großer Aderlass.